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Der Schnitt durch die Sonne

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Die Zukunft in Flammen – der Roman einer großen politischen Feuerprobe für die Menschheit unserer Epoche
Überall ist Politik. Sechs Menschen werden zusammengerufen, um zur Sonne zu reisen: eine Schülerin, ein Koch, ein Finanzberater, eine Mathematikerin, ein Gitarrist und eine Pianistin. Sie erfahren, dass es dort eine Zivilisation gibt, die anders ist als alles, was Menschen kennen. Mit neuen Körpern sollen sie drei große Aufgaben bewältigen und geraten dabei zwischen die Fronten eines gewaltigen Konflikts.
»Der Schnitt durch die Sonne« steht in der Tradition von H.G. Wells, Stanisław Lem und Arno Schmidt. Ein abenteuerlicher, philosophischer und politischer Roman, der sich den drängenden Fragen unserer Gegenwart stellt.

368 pages, Hardcover

Published August 24, 2017

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About the author

Dietmar Dath

94 books107 followers
Dietmar Dath is a German author, journalist, and translator.

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Community Reviews

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2 stars
4 (8%)
1 star
2 (4%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Hendrik.
440 reviews110 followers
April 8, 2023
Im Prinzip ist Der Schnitt durch die Sonne ein leicht lesbarer, unterhaltsamer Science-Fiction-Roman. Stellenweise meint man sogar es handele sich um Jugendliteratur. Derart locker sind die Dialoge gehalten. Doch der erste Eindruck täuscht, wie so häufig in den Büchern von Dietmar Dath. Erfahrungsgemäß ist das Verständliche an seinen Geschichten nur die äußere Fassade. Dahinter verbirgt sich das eigentliche Erzählkonstrukt, bestehend aus knallharter Wissenschaft. Wer will kann darin auch einen pädagogischen Anspruch erkennen. Er konfrontiert seine Leser mit komplizierter theoretischer Materie, damit sie an der Aufgabe wachsen. Im vorliegenden Fall führt das in die Mathematik, genauer in den Bereich der Kategorientheorie. Ich will gar nicht erst behaupten alles verstanden zu haben. Doch vermitteln die ausführlichen Erklärungen zumindest eine Ahnung von den Grundlagen. Auf das absolute Verstehen kommt es auch nicht unbedingt an, wie ein kleiner Hinweis an einer Stelle verrät. Denn ein Science-Fiction-Roman sei kein Lehrbuch, steht da, und Wissensvermittlung nur ein Nebeneffekt. In erster Linie gehe es um das Erproben bestimmter Haltungen zum Wissen.

Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt. Auf der Sonne tobt ein Kampf zwischen verschiedenen Fraktionen – Konservative gegen Reformer. Um den Konflikt zu lösen rekrutieren die Sonnenwesen (genauer sind es intelligente Sonnentrichter bzw. -wirbel) eine bunte Truppe von der Erde. Jeder Mensch verfügt über eine spezielle Begabung, auch wenn sie in ihrem irdischen Leben eher unscheinbare Existenzen sind. In umgebauten MRTs werden sie als Muster (ein Abbild, siehe Kategorientheorie) auf die Sonne geschickt. Dort geraten sie unmittelbar zwischen die Fronten. Vertrackt wird die Angelegenheit, weil einige aus der Gruppe auf dem Weg dorthin ihr Geschlecht ändern, als auch die Sonnenwesen leicht verwechselbare Namen wie Pha, Min, Vo und Gro tragen. Außerdem droht Gefahr von einem Monster, dass als Einhundertsechsundneunzigtausendachthundertdreiundachtzig bezeichnet wird (hat übrigens auch etwas mit höherer Mathematik zu tun). Alles zusammengenommen strapaziert die Vorstellungskräfte aufs Äußerste. Am Ende landen fast alle wieder auf der Erde, die sie im Grunde nie verlassen haben.

Besonders gefallen hat mir die grundsätzlich optimistische Botschaft des Romans. Hier kommt wieder der oben genannte Punkt ins Spiel, dass es um das Erproben von Haltungen geht. Statt sich dem aktuellen Trend dystopischer Literatur anzuschließen, versteht Dietmar Dath Science-Fiction als einen Möglichkeitsraum – eine Einladung zur Welt. Seine Figuren üben sich in kooperativem Verhalten und geben so ein Beispiel für praktische Solidarität. Getreu der Maxime, die Karl Marx in der elften Feuerbachthese formuliert hat: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern." Auch wenn ich im Gegensatz zu Dath kein Kommunist bin, kann ich damit etwas anfangen. Es geht um klassische Basisarbeit. Das Herbeiführen von Veränderungen in kleinen, kontinuierlichen Schritten. Kurz gesagt eine Alternative zum grassierenden Zynismus. Aus diesem Grund allein lohnt sich das Lesen und man erträgt dafür auch gerne die ein oder andere kleinere Schwäche des Romans.
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
October 23, 2017
Science Fiction als Waffe gegen Dummheit

In Dietmar Daths utopischem Roman sollen sechs Personen an einer Reise zur Sonne teilnehmen, für die besondere Fähigkeiten nötig sind. Da jeder Mensch punktuelle Verständnisschwierigkeiten hat, soll ein Team aus möglichst unterschiedlichen Menschen bestehen, damit diese Lücken abgedeckt werden können. Und weil Menschen schlecht erkennen können, wenn Aufgaben sich wie in der Mengenlehre überlappen, wird für die Mission ein Mathematiker benötigt. Die Auswahl des Teams lässt bereits darüber sinnieren, welche Qualifikation gerade diese Person mitbringt. Aykut ist ein türkisch-amerikanischer Feinkosthändler, der plötzlich entdeckt, dass er intuitiv fremde Sprachen versteht, die er vorher nicht beherrscht hat. Als Catering-Unternehmer verkörperte Aykut für mich den amerikanischen Tellerwäscher-Mythos, im Roman jedoch wird sein Geschmackssinn benötigt. Zwei Gerichte mit zwei unterschiedlichen Geschmacksnoten werden nämlich als Illustration genutzt, um die neuartige Weitergabe von Informationen, Gefühlen und Sinnesreizen in Daths Neuer Welt zu erklären. Hat man das eine Gericht gegessen, nimmt man damit auch die Sinnesreize eines zweiten Gerichts auf, als gäbe es eine Doppelwirklichkeit, deren eine Hälfte quasi als Schwarzfahrer die andere Hälfte mitbringt. Wer Essen verstehen will, muss dreidimensional denken können. Realität und Abbildung, Realität und eigene Vorstellung, Gegenwart und vorheriger Zustand - sie alle kommen im Zweierpack.

Die Schülerin Filipa tritt zunächst als Enkelin einer Großmutter auf, die alte Geschichten von Demos und Wasserwerfern erzählt, über Mao und Stalin. Plastisch erlebt der Leser hier, dass man die Biografie einer Person kennen muss, um ihre Sprachebene verstehen zu können. Ob Mariannes imaginärer Radiomoderator im Ohr ein Kommunikationsweg der Neuen Welt ist oder Anzeichen einer beginnenden Demenz bleibt zunächst noch offen. Auch der Gitarrist Bernhard Jensen scheint als Künstlertypus mit Jeans und Nicki aus einer anderen Zeit gefallen zu sein. Er verkörpert einen gesellschaftlichen Aufsteiger, der sich auf ungewohntem Parkett noch unsicher bewegt. Karel Landauer hat seinen persönlichen Weltuntergang als Betrüger in der IT-Branche hinter sich und wirkt auf jeder Ebene vereinsamt – beruflich, privat, erotisch und psychisch. Auch um seine geistige Leistungsfähigkeit könnte man sich sorgen; denn die Supermärkte scheinen Personal und Warenbestand schneller zu wechseln, als Karl verarbeiten kann. Vermutlich durch eine technische Panne büßt Karl seine männliche Identität ein und steigt als Frau Karla aus dem Simulator für die Probereise zum Mars. Vera Ulitz war für mich die spannendste Figur. Sie ist Mathematikerin, SF-Leserin und arbeitet angestellt in einem Antiquariat. Mit einem strammen Ulbricht-Anhänger als Vater, der ihr osteuropäische Autoren nahebrachte, scheint Vera die gesamtdeutsche Geschichte auf ihrem Buckel zu tragen. Immerhin hat ihr die SF-Liebe ihres Vaters die Einsicht beschert, dass es in der utopischen Literatur nicht um Wissen, sondern die eigene Haltung zum Wissen geht. Vera scheint die heimliche Geschäftsführerin des Antiquariats zu sein, dessen Inhaber Klaus behauptet, seine Waren wären ihm irgendwie aufgedrängt worden durch Genossen, die ihm einfach ihr altes Zeug in den Laden gestellt hätten. Immerhin kann Vera ihm aus berufenem Munde erklären, dass ihre Wissenschaft nichts mit kaufmännischem Rechnen zu tun hat und warum sein Laden im Zeitalter des Internets überleben wird. Dass gleich mehrere Personen Wissenschaftler sind, mag die frage aufwerfen, wo in Daths Szenario der gesunde Menschenverstand bleibt. Evtl. ist dafür Aykut zuständig? Angesiedelt ist die Handlung in der unmittelbaren Gegenwart, nach Trumps Wahl. Aykut bekommt das trotz seines Studiums und seines amerikanischen Passes umgehend zu spüren.

Fazit
Utopische Literatur kann sich mit Reisen zu fernen Planeten befassen, neue Transportsysteme für den Individualverkehr vorausdenken, Überwachungswahn entlarven, aber auch neue Kommunikationswege entwickeln. Dietmar Dath entwickelt diese Zukunftsträume. Als utopisches Transportmittel tauchen hier Kugeln auf zur Reise und zum Transport, die durch Willenskraft oder Empathie gesteuert werden. Herausragend ist jedoch, dass Dath neue Kommunikationswege zwischen Menschen entwickelt und eine ungewöhnliche Form, anderen Bewusstsein und Vorstellungen mitzuteilen. Als würden Gedanken und Empfindungen diffundieren und mit den Gedankenwolken einer anderen Person eine neue Einheit bilden. Obwohl es umfangreiche mathematische und physikalische Exkurse im Roman gibt, die mich schlicht überfordern, genügten mir die faszinierende Vera, das Gedanken-Diffundieren und die Transportkugeln, um mich vorzüglich zu unterhalten. Wer eine Mathe-Phobie hat oder stets den roten Faden der Handlung im Blick haben möchte, wird mit dem Roman vermutlich weniger glücklich.
Profile Image for Anna Carina.
688 reviews357 followers
abgebrochen
July 15, 2022
Seite 83 ❌
Das sagt mir sprachlich und stilistisch überhaupt nicht zu. Wirkt auf mich total mechanisch.
Es werden 6 Menschen rekrutiert- alles wie immer bei Dath, kryptisch und skurril angelegt. Die Dialoge sind ziemlich kindisch. Ich weiß, dass da ne gewaltige Botschaft hinter lauern wird. Kann mich dennoch nicht durchringen weiterzulesen. Bin jetzt schon von dem Stil tierisch gelangweilt und genervt.
Profile Image for Wolle.
493 reviews4 followers
May 15, 2020
Dieser Roman ist wie ein wilder Ritt ins Tal der Überforderung.
Wer schon einmal ein Dietmar Dath Roman in der Hand hatte, der kennt das schon.

Worum gehts?
Eine Mathematikerin, eine klavierspielende Großmutter, ein Physiker, ein kochender Millionär und ein Straßenmusiker werden auf die Sonne geschickt um ein Bürgerkrieg zu verhindern, der dort zwischen so etwas wie Energiewesen am laufen ist.

Das was hier nicht so überzeugt ist der Mittelteil, dort schwächelt der Roman. Das liegt zum teil daran, dass was dort beschrieben wird sehr Konfus ist. Dennoch hat mich das Ende mit dem Roman versöhnt und der Anfang is Super. wie die Leute für die Mission zur Sonne eingeführt werden, ist ein toller Spaß, der zu Lesen ein echte Freude in mir ausgelöst hat.
Profile Image for Simon.
10 reviews
July 27, 2024
Ob mich das Buch am Ende mehr angefasst hat, weil ich es um dreiviertel drei im Nachtzug zu Ende lese? Gut möglich, aber die - ACHTUNG SPOILER -


geschilderte Zeit nach der Rückkehr von der Sonne, die mit weniger mathematischen Berechnungen auskommt als die Reise selbst, ist für mich auch emotional deutlich zugänglicher als große Teile der restlichen Handlung. Trotzdem: Der Kerl weiß, wie man gut erzählt. Phasenweise kam es mir in der Mitte etwas schematisch vor (die Liebeleien zur dramaturgisch naheliegenden Stelle), ändert aber nichts an der detailreichen und gründlichen Erzählung. Froh, das Buch in einem Bücherschrank am Rheinufer gefunden zu haben.

Achso, ein Grundverständnis von Morphismen kann ich mir jetzt zumindest mal einbilden. Auch gut.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Anika.
70 reviews1 follower
July 16, 2021
Der erste Teil war ein sehr guter Einstieg, der zweite Teil hat mich dann ein wenig verloren, dafür konnte ich dann aber den dritten Teil nicht mehr weg legen. Sehr gutes Buch.
Profile Image for Werner.
92 reviews
September 1, 2018
Teil 1: "Hier" ist super.
Teil 2: "Dort" ist anstrengend und oft völlig unverständlich.
Teil 3: "Hier und Dort" fängt einen dann wieder ein, wird interessant und dann auch noch richtig toll zum Schluss.
Profile Image for Flo.
66 reviews2 followers
September 11, 2018
Schon erstaunlich wie Dietmar Darth Sprache nutzen kann, um uns von Dingen zu erzählen die keiner Versteht und am Ende ein politisches Konzept von Humanismus und ein Miteinander zu verbreiten. Nein, ich habe den Großteil der Geschichte nur gedacht, Hä? Aber die letzten 20 Seiten habe ich dan verstanden. Das versöhnt mich mit mir, meinem Hirn und dem Buch. Keine Pulsarnacht, aber naja, ein Schnitt durch die Sonne eben.
5 reviews
January 12, 2026
Interessant aber zwischendurch, in der Mitte, zu langatmig. Die Charaktere im Buch sind besonders gestaltet und es macht Spaß über sie, ihren Alltag mehr zu erfahren.
Profile Image for Karl Diebspecht.
32 reviews4 followers
January 25, 2023
Es gibt eine Szene in der sich zwei Personen darüber unterhalten, ob das Engagement in einer Partei positive Auswirkungen auf den Charakter hat, quasi als Auffangbecken für gescheiterte Szenelinke. Aha, denkt man sich, das ist jetzt der große Auftakt für einen schmierigen Agitationsversuch von Dath. Im Folgenden versucht eine der beiden Personen, eine Mathematikerin, die Beziehung zwischen Partei und Charakterbildung mathematisch zu beweisen, mit Gleichungen, Kategorientheorie, Morphismen, Isomorphismen. Der Lesende, sowie die Gesprächspartnerin im Buch verstehen kein Wort, tatsächlich versteht absolut niemand ein Wort, der nicht mindestens 12 Semester Mathematik studiert hat. Aber Dath hört nicht auf und steigert sich so richtig rein, es folgen seitenweise Abbildungen und geometrische Darstellungen, die Figuren haben bereits vergessen worum es ursprünglich eigentlich ging, es geht jetzt nur noch darum die mathematischen Gleichungen selbst zu erklären. Am schlägt die Liebe für Mathematik den allzu offensichtlichen Bekehrungsversuch. Das fand ich irgendwie sympathisch.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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