Eine Art Schelmenroman auf Afrikanisch. Patrice Nganang analysiert mit spitzer Feder die kamerunische Gesellschaft, geprägt von staatlicher Willkür und Korruption, von Grausamkeit und Resignation, von Feigheit und Sinnentleerung sowie der Flucht in Klatsch, Tratsch, Wichtigtuerei und theatralische Privatdramen.
Der literarische Kniff dabei ist das Erzählen aus der Perspektive eines Hundes. Mit wissenschaftlichem Interesse und einigem Befremden beobachtet der Vierbeiner das Treiben in der schlichten Kneipe seines Herrchens in einem populären Stadtviertel von Yaounde. Die Erzählweise ist geprägt von Zynismus und Galgenhumor und lässt kaum Identifikation noch Mitgefühl aufkommen - zumindest nicht mit den zweibeinigen Figuren. Das macht die Lektüre (oder in meinem Fall das Hörvergnügen) etwas kopflastig - zumal es aufgrund der episodischen Struktur auch praktisch keine Dramaturgie gibt.
Berührt hat mich das Buch trotzdem auf seine Art. Zwischen allem bitteren Lachen sind die Schlussfolgerungen des Hundes immer wieder tieftraurig: dass den Menschen in einem Land, das keine Perspektiven bietet, Menschlichkeit und Solidarität abhanden kommen. Das ist hier in einigen sehr prägnanten Sätzen formuliert, die durchaus emotionale Kraft entwickeln.