Vorurteile, Witze, Verdächtigungen -- was kann ein Pathologe gegen die ihm begegnende Abneigung tun? Hans Bankl, Wiener Pathologieprofessor und Bestsellerautor ( Im Rücken steckt das Messer ) wehrt sich auf seine ganz eigene mit einem Buch, in dem so ziemlich alles an üblen Bemerkungen, abgeschmackten Witzen, aber auch hübschen Anekdoten und Legenden verzeichnet ist, was innerhalb und außerhalb von Institutsmauern über Pathologen, Rechts- und andere Mediziner kursiert. Eine solche Sammlung allein wäre interessant, aber doch wenig originell. Daher streut Bankl feinsinnige Überlegungen zu Verantwortung und Selbstsicht der Medizinerzunft als Bindemittel zwischen die Sprüche und Sprichwörter ein. Das wirkt nicht aufgesetzt oder belehrend, sondern hilft, die Motivation eines Menschen zu verstehen, der sein (Berufs-)Leben der Beschäftigung mit Verstorbenen und deren Krankheiten verschrieben hat. Verschiedentlich überschreitet das Buch -- nicht ganz unerwartet -- die Grenzen der correctness und des guten Geschmacks. Nimmt man an, dass Bankl beim Leser genau diesen Eindruck vermeiden, das Klischee vom zynischen Leichenschneider widerlegen wollte, so ist ihm das nicht ganz gelungen. Bleibt also doch immer etwas hängen, wenn man in einem solchen Milieu arbeitet? Oder bedient sich der Autor als Österreicher, speziell als Wiener (!) einfach einer sehr subtilen Form der Selbstironie? "Als Pathologe ist man gewohnt, dass sich keiner bedankt", vermerkt Bankl in seinem Buch. Vermutlich war es ihm schon eine diebische Freude, diese Sammlung zusammenzutragen. Die Begeisterung des Publikums und der große Erfolg des Buches sind Bankl gewiss Dank genug. Daher an dieser Stelle einen Gruß und ein Dankeschön seinen nicht schriftstellernden Kollegen aus der Pathologie. Eine Zunft mit Leuten wie Hans Bankl in ihren Reihen kann so schrecklich nicht sein. --Philipp-R. Schulz
Das ist absolut KEIN Sachbuch. Vielleicht liegt es an meinen irreführenden Erwartungen, aber dem Titel und Klappentext zufolge habe ich ein quellengestützes, unterhaltsames Buch über Medizin Geschichte erwartet. Das kam in diesem Buch (so gut wie) gar nicht vor. Viel mehr ist ein Großteil des Buches eine stark persönlich gefärbte Tirade gegen moderne Medizin und andere Fachbereiche als Pathologie. Da sind Werke von u.a. Lindsey Fitzharris und Arnold van de Laar deutlich kurzweiliger und faktenbasierter.
Der Titel catcht total, ist witzig und macht Lust auf interessante Detail was man so als Pathologe alles unter die Finger bekommt. Der Klappentext unterstützt das nochmal ordentlich, witzige Anekdoten, interessante Facts die zwar auch nicht mehr ganz neu sind aber trotzdem interessant.
Doch für mich war es das dann leider auch schon was ich positives sagen kann. Der Text ist leider irgendwie so unzusammenhängenden, selten wirklich heiter sondern fast schon ein bisschen anklagend arrogant gegenüber Medizin/Pathologie und wirkliche Hintergrundinformationen bekommt man auch nicht. Zumindest nicht in der Art und Weise wie sie der Klappentext versprechen (wie zb dass Sisi ein Tattoo hatte oder eben ähnliches).
Als informativ und ernsthaft werden einfach nur Aufzählungen verstanden, wie die Pathologie entstanden ist, von Philosophen bis hin zur ersten Medizin. An sich grundlegend interessant, aber so hochnäsig aufbereitet, dass es einfach keinen Spaß macht einzutauchen.
Als heiter wird verstanden, dass zwischendurch manchmal irgendwie schlecht gealterte Berufsgruppenwitze eingestreut werden - vielleicht verpackt in eine "wahre Geschichte" die eben witzeartig in vier Zeilen abgehandelt wird.
Was dem ganzen noch die Krone aufsetzt - das gesamte Buch ist schlichtweg in der alten Rechtschreibung gedruckt worden. Ja die Originalveröffentlichung stammt aus 1997, man hätte sich aber die Mühe machen können zumindest die Rechtschreibung anzupassen (und das eben nicht nur auf dem Klappentext vorzugaukeln).
Leider ein totaler Fehlgriff für mich, obwohl mich der Titel so gut unterhalten hat - aber leider eben nur das.
Wahrscheinlich hatte ich die falsche Erwartungshaltung. Anstatt theoretischer Abhandlungen zur Pathologie habe ich eher auf skurrile historische Fälle gehofft. Da kamen tatsächlich ein paar seltene Exemplare vor, das aber auch nur so oberflächlich, dass es schon wieder ärgerlich war.
"heitere und ernsthafte Geschichten aus der Medizin" ist ein wenig irreführend.. fun facts, Todesursachen, Makabres, billige Witzchen, ein bisschen Latein würde besser passen...
Naja, ich wusste, dass ich das Buch, als es vor 17 Jahren erschienen ist, gelesen habe allerdings konnte ich mich nur noch dunkel an den Inhalt erinnern. Ich weiß nur, dass ich damals 14 war und dass mir das Buch ausserordentlich gefiel. Mittlerweile hat sich mein Humor offensichtlich doch ein wenig anders entwickelt. Die Anekdoten sind teilweise recht unterhaltsam, erinnern aber oftmals an pubertäre Späßchen. Die medizinischen Ausführen sind durchaus interessant aber grundsätzlich hat mich das Fehlen von Quellenangaben irritiert. Ganz nach dem Motto "Traue nur der Statistik die Du selbst gefälscht hast" bin ich ein bisschen skeptisch wenn allerhand statistische Fakten ohne Referenzmaterial in den Raum gestellt werden. Es gibt dann zwar eine Literaturliste im Anhang, da tauchen dann allerdings gleich drei weitere Bankl Bücher auf... Nichtsdestotrotz ganz nette Unterhaltung für Zwischendurch mit einigen lehrreichen Informationen.
Nachdem ich "Die kranken Habsburger" gelesen hatte, wurde ich zu einem großen Fan von Hans Bankl. Er ist jemand, der viele Erfahrungen in seinem Leben gemacht hat, und der ein sicheres Auge für eine reizende Geschichte hatte. Und als Patholog mit einem Geschmack für medizinische Geschichte hatte er anscheinend einen Überfluß an Schreibstoff, welcher der Ursprung dieses Buches scheint gewesen zu sein. Es war aber ein Überfluß ohne Leitmotiv jenseits von der Medizin und das Endprodukt kommt wie ein Sammelalbum von Zeitungauschnitten vor. Eine Menge dieser kurzen Geschichten sind wirklich interessant und ein paar sind sogar lustig, gewiß, aber der endgültige Eindruck von einer voll von zusammenhanglosen Schnipseln Akte ist schwer zu überwinden und letztlich irgendwie... unbefriedigend.
I've expected something different when I picked up this book but I still enjoyed it.
I enjoyed reading about the history of medicine (it's not the whole history but just some glimpses into it with a focus on the Austrian one) and little anecdotes about the life in doctors and pathologists. Some of these are a bit o.O but overall I enjoyed them. :)
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požičané z knižnice Tomášikova 3.11.2017 v češtine zaujali ma mottá: Když se lékaři nemohou učit na mrtvých, musí to dělat na živých. Výsledkem mohou být mrtví.
Lékaři neznalí anatomie se podobají krtkuum: pracují ve tmě a denní práce jejich rukou jsou krtince.
Chirurg - všechno muuže, nic však neví. Internista všechno ví, nic však nemuuže. Patolog muuže a ví všechno ... ale pozdě.
A jedno zahraničné: Se non e vero, e molto ben trovato. (...veľmi dobre vymyslené.)