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In Schlucken-zwei-Spechte

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Schreiben will er nicht mehr. Aber wer so gut erzählen kann wie Harry Rowohlt, hat das auch nicht nötig. Was er aus seinem Leben letzten Sommer in Irland Ralf Sotscheck berichtet hat, es war druckreif. Harry Rowohlt, geborener Rupp, erzählt aus seinem krummen Leben inmitten einer bemerkenswerten Familie. Er erzählt voller Hochachtung und honigsüß, manchmal spöttisch und sarkastisch, aber immer hinreißend von seinem Großvater Fränzchen Pierenkämper, der 1917 einer der führenden Köpfe im Arbeiter- und Soldatenrat von Wilna war, "und das als Goi"; von seiner Mutter, der extravaganten Schauspielerin, die ohne Ariernachweis einmal Tischdame von Goebbels gewesen war; von seinem Vater, der mit dem Rowohlt-Verlag fünfmal pleite ging, weshalb Harry Rowohlt immer noch froh ist, nicht in den Verlag eingetreten zu sein, weil er diese Tradition als erstes wiederbelebt hätte; von der Kindergartentante Renate, in die er so verknallt war, daß er einen Türpfosten ableckte.
Natürlich geht es auch um die Leiden eines preisgekrönten Übersetzers, seine Schauspielerei in der "Lindenstraße" und um seine mittlerweile legendären Lesungen. Dieses Buch beantwortet aber auch dringende Fragen wie: Warum ist Freddy Quinn nicht schwul? Oder: Wie ist es um das Nachtleben von Eutin bestellt?
Harry Rowohlt schweift dabei gerne ab, aber sein "In Schlucken-zwei-Spechte" kompetenter Gesprächspartner Ralf Sotscheck hält ihn auf Kurs, sortiert Harrys mäanderndes Leben nach biographischen Schwerpunkten und steuert selbst jede Menge Anekdoten, absurde Begebenheiten und die reinste Wahrheit bei, die die Handlung aufs entschiedenste voranbringen und vor allem zeigen, daß sich Ralf Sotscheck in Hochform befindet.

239 pages, Paperback

First published January 1, 2002

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About the author

Harry Rowohlt

139 books8 followers
Born Harry Rupp in Hamburg, Rowohlt was the son of publisher Ernst Rowohlt and actress Maria Rowohlt; his parents married in 1957.
Rowohlt is known for his insightful and humorous translation of Milne's Winnie-the-Pooh. He also published German translations of works by Philip Ardagh, Donald Barthelme, Hilaire Belloc, Roger Boylan, Edgar Rice Burroughs, Leonard Cohen, Robert Crumb, David Sedaris, Kenneth Grahame, Ernest Hemingway, Flann O'Brien, Gilbert Shelton, Shel Silverstein, James Joyce, and Kurt Vonnegut.
In 1999 he was awarded the Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung. And in 2005, he received the Deutscher Jugendliteraturpreis for his translation work.

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Helena.
98 reviews
January 26, 2016
Durch die Interviewform keine (Auto)Biographie im herkömmlichen Sinn, was ich persönlich sehr erfrischend finde. Vor allem, wenn ein so begnadeter Erzähler wie Harry Rowohlt aus seinem Leben berichtet. Der Nachteil an Lebensgeschichten von Menschen, die man mag oder schätzt ist allerdings immer, dass man Seiten kennenlernt, die diese Meinung eher negativ beeinflussen kann. In dem Fall wäre es wohl die Sauferei. Allerdings geht Rowohlt damit, wie mit allem, derart selbstironisch und humorvoll um, dass man ihm dass dann doch nicht so übelnimmt.
Die Leser kriegen auch einen wunderbaren Blick hinter die Kulissen der Verlagswelt.
Ich bewundere übrigens die Damen, die das alles abgetippt haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, was für eine Schaßhackn das ist.
Profile Image for Patrick.
Author 1 book4 followers
January 4, 2025
Harry Rowohlt war immer leicht außerhalb des Rahmens der Dinge, für die ich mich interessiere. Ich hatte immer das Gefühl, daß ich ihn womöglich schrecklich finden würde. Nach Lektüre dieses Buches kann ich sagen, daß ich ihn nicht schrecklich finde, aber den Hype kann ich auch nicht verstehen.

Beim längeren Nachdenken fällt mir auf, daß ich womöglich schon einmal genau diese Erkenntnis hatte: ca. 2008 war ich in Winterhude (auch ca.) bei einer Lesung von Frank Schulz und jemand anderem, und der andere war womöglich Harry Rowohlt, aber ich kann mich wirklich nicht erinnern (und bin leicht geschockt, daß man das nicht googeln kann).

Hätte dieses Buch besser aber schon 2008 gelesen, dann hätte ich damals schon von der schönsten Buchhandlung Europas ("Taraxacum") erfahren, die sich laut Harry Rowohlt in Leer befindet, dann hätte ich etwas in meinen ausgedehnten unfreiwilligen Leerbesuchen 2009/2010 zu tun gehabt. Jetzt kann ich googeln, daß es diese Buchhandlung nicht mehr gibt. Und Harry Rowohlt auch nicht mehr. Schade!
Profile Image for Patrick Albrecht.
25 reviews
April 13, 2025
Der Impuls dieses Buch zu lesen kam mir vergangenen Sommer, als ich schweißgebadet aufwachte, meine Verlobte wachrüttelte, Sie fragte "Lebt Harry Rowohlt noch?", kurz auf Wikipedia nachsah, traurig wurde, und dann direkt wieder schlafen ging.

In Schlucken-zwei-Spechte ist ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch das genau das beschreibt, was auf dem Cover steht: es beleuchtet das Leben des talentierten Übersetzers Harry Rowohlt, und Ralph Sotschek gibt hier und dort Denkanstöße, und hat mit Sicherheit eine ganze Menge Material durchsichten müssen um eine koherente Narrative und ein angenehmes Lese-Erlebnis zu schaffen.
Rowohlt als Person, Linker der alten Schule, kratzbürstig, mit einem Hang zur Dramatik, einem Gedächtnis wie ein Elefant und ein beeindruckendes Sprachverständnis, erzählt uns eine Geschichte, die eigentlich mundäner nicht sein könnte, aber trotzdem fesselnd ist, und die Art zu erzählen macht nostalgisch für Ereignisse, an denen man selbst nicht beteiligt war, und zeigt, dass es auf der Welt viel gibt, wenn man nur bereit ist die Augen zu öffnen.
Profile Image for Ida.
13 reviews1 follower
October 13, 2012
Unterhaltsam zu lesen in der gewohnten Harry Rowohltschen Schlagfertigkeit. Teilweise enthüllte das allerdings Seiten an Rowohlt (den ich als Vorleser und Entertainer sehr schätze), die ich lieber nicht so genau kennengelernt hätte.
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