Ludwig Anzengruber: Das vierte Gebot. Volksstuck in vier Akten Erstdruck: Wien (Rosner), 1878. Urauffuhrung am 29.12.1877, Theater in der Josephstadt, Wien. Vollstandige Neuausgabe mit einer Biographie des Autors. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015, 2. Auflage. Textgrundlage ist die Ausgabe: Ludwig Anzengruber: Werke in zwei Banden. Ausgewahlt und eingeleitet von Manfred Kuhne, 2. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1977 [Bibliothek Deutscher Klassiker]. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgefuhrt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Edgar Degas, Die Familie Bellelli, 1867. Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt."
"Ehre deinen Vater und deine Mutter." So lautet das vierte Gebot, um welches sich der Konflikt in Anzengrubers Drama dreht. Auf pädagogischer und didaktischer Weise führt uns Anzengruber drei Familiengeschichten vor, die eben jenes Gebot infrage stellen. Was, wenn die Eltern nicht das beste für ihr eigenes Kind wollen. Wenn die Erziehung nicht für das Wohl der Kinder ausgelegt ist? Anzengrubers Werk ist hochaktuell und verwebt Themen der Schuld, Ehre und eben genannten Erziehung makellos zusammen. "Mein lieber Eduard, du hast's leicht, du weißt nit, daß's für manche 's größte Unglück is, von ihrn Eltern erzog'n z' werd'n. Wenn du in der Schul' den Kindern lernst: Ehret Vater und Mutter, so sag's auch von der Kanzel den Eltern, daß s' danach sein sollen.“