Sie ist die Königin des Mittelalters: Eleonore von Aquitanien, bewundert, verleumdet, legendenumwoben.
1137 heiratet Eleonore, die schönste Frau ihrer Zeit, den König von Frankreich. Doch die Ehe scheitert. Eleonore tut das Unerhörte: sie lässt sich scheiden. Während ihr Name überall in den Schmutz gezogen wird, heiratet sie erneut: Henry Plantagenet, den König von England. Mit ihm regiert sie, steht im Zenit ihrer Macht. Doch wie soll sie handeln, als Henry sie betrügt? Wird sie aus Rache ihre Söhne zur Rebellion anstacheln und alles aufs Spiel setzen – auch ihr eigenes Leben?
Erfolgsautorin Sabine Weigand lässt Eleonore selbst ihr Leben erzählen, das größer ist als jeder Roman.
„Ich, Eleonore, Königin zweier Reiche“ von Sabine Weigand ist ein historischer Roman, in dem Eleonore ihrer Enkelin Blanche ihre Lebensgeschichte erzählt. Das Buch ist im August 2015 im FISCHER Krüger-Verlag erschienen und kommt im Januar 2017 als Taschenbuch in die Läden.
Spanien, 1200: Eleonore von Aquitanien macht sich auf dem Weg zu ihrer Tochter Leonor, um eine Enkelin abzuholen, die den König von Frankreich heiraten soll. Auch sie heiratete einst im Jahr 1137 den französischen König und wurde so Königin von Frankreich. Doch die Ehe stand unter keinem guten Stern und so wagte sie das Ungeheuerliche und lies sich scheiden. Im Reich so und so als liederliches und machtgieriges Weib verschrien, heiratet sie erneut. Diesmal Henry Plantagenet, den englischen Thronfolger. Sie wird Königin von England, regiert mit und befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Doch Henry betrügt sie und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Mir hat dieser Roman von Sabine Weigand gut gefallen. Anfangs war ich sogar sehr begeistert, da der Erzählstil toll ist und ich auch die Idee sehr mag, dass Eleonore selber ihre Geschichte erzählt. Mit der Zeit hat sich durch diese Konstruktion aber für mich auch eine gewisse Langeweile eingestellt. Eleonore von Aquitanien hatte ein sehr bewegtes Leben und hat wirklich viele interessante Sachen erlebt, aber mir fehlte doch ein wenig die Spannung manchmal. Dieses Buch würde ich am ehesten als eine historische Biografie bezeichnen, die auf zwei Zeitebenen spielt. Man erfährt sehr viel über Eleonores Leben und auch kleine Abstecher in die Gedankenwelt ihrer Gatten sind immer wieder eingestreut. Der Roman wurde hervorragend recherchiert. Immer wieder streut die Autorin echte Dokumente, wie Briefe oder Auszüge aus Chroniken, als Zeugen der Zeit ein. Das macht den ganzen Roman authentischer. Auch pikante Themen werden nicht ausgespart. Gerade bei Dingen, die nicht überliefert sein können, hat die Autorin sehr viel Mut bewiesen, wie ich finde. Der Kontrast zwischen der jungen und alten Eleonore wurde wunderbar eingefangen. Als alte Frau erzählt sie ihrer Enkelin ihre Geschichte und man merkt ihr ihre Erfahrung und Weisheit deutlich an, die sie im Laufe ihres Lebens gesammelt hat. Auf der anderen Seite wird aber auch die Unerfahrenheit und Naivität der jungen Eleonore wunderbar festgehalten. Man spürt die Liebe zu ihrer Heimat, ihre Sturheit, ihre Durchsetzungskraft, ihren Machthunger, die Liebe zu ihren Kindern und vieles mehr. Zusätzlich konnte ich auch viele interessante kleine Informationen aus dem Buch für mich rausziehen, z.B. wie der Name Plantagenet entstand. Ungewöhnlich für einen historischen Roman ist das Präsens als Zeitform. Beim ersten Roman, den ich von Sabine Weigand gelesen habe, kam ich damit nicht so gut klar. Diesmal fiel mir das schon wesentlich leichter und ich hatte das Gefühl noch näher am Geschehen dran zu sein. Eine Umgewöhnung ist es dennoch, da die meisten historischen Romane, die ich gelesen habe, im Präteritum geschrieben sind. Abgerundet wird der Roman durch ein Personenverzeichnis und ein Glossar sowie ein sehr ausführliches Nachwort, das Fiktion und Wahrheit trennt und nochmals die ausführliche und gute Recherche unterstreicht. Der Roman ist wirklich sehr genau an den historischen Überlieferungen dran und orientiert sich an der aktuellen historischen Deutung über Eleonore von Aquitanien. Es wurde nur ganz wenig hinzuerfunden.
Fazit: Ein toller historischer Roman über eine herausragende Frau des Mittelalters, die sich nicht den Konventionen ihrer Zeit beugen wollte. Klasse recherchiert und ganz nah an den historischen Fakten!
Auch im Jahr 1200 mit über 70 zieht Eleonore noch politische Fäden. Sie will eine ihrer Enkelinnen mit dem französischen Thronfolger verheiraten. Zu diesem Zweck reist sie nach Kastilien, um das junge Mädchen abzuholen. Zwar ist Blanche noch jemand anderem versprochen, das jedoch ficht die alte Königin nicht an. Gemeinsam mit ihrer Enkelin reist sie Richtung Frankreich ab. Eleonore, dereinst verheiratet mit Ludwig VII. von Frankreich und später mit Henry II. von England, Königin zweier Reiche, Ränkeschmiedin, Geliebte, Gefangene. Ihrer Enkelin erzählt sie von ihrem reichen Leben, das viele Höhen aber auch Tiefen bereitgehalten hat.
Als Erbin von Aquitanien musste die junge Eleanor heiraten, da sie als Frau im Mittelalter ihr Erbe nicht alleine antreten konnte. Wer mag heute noch an so etwas denken. Doch damals kam es gerade recht, das Reich des französischen Königs umfasste nicht viele Ländereien. Und genau das hatte Eleonore zu bieten. Doch Ludwig tat sich schwer in seiner Ehe, ihm als zweiten Sohn war eigentlich eine kirchliche Laufbahn zugedacht gewesen. Nur durch den unerwarteten Tod seines Bruders kam er in diese Position. Die Jungverheirateten verstanden sich erst gut, doch bald empfand Eleonore ihren Mann als schwach und mit der Behauptung, sie seien zu eng verwandt, wurde die Annullierung der Ehe erwirkt. Eleonore heiratete dann Henry Plantagenet, König von England.
Während der Kutschfahrt erzählt Eleonore ihrer Enkelin von ihrem Leben, ihrer Jugend, ihren Ehen, ihren Kindern. Mit wachsendem Interesse verfolgt man den Lebensweg der für ihre Zeit äußerst ungewöhnlichen und selbstständigen Frau, die über zwei Königreiche mitherrschte, die viele ihrer Kinder überleben musste. Wie die Autorin schreibt, ist das Leben Eleonores aus geschichtlichen Quellen, allerdings meist klerikalen und männlichen, gut belegt. Sie habe kaum etwas erfinden müssen. Durch den der Enkelin erzählenden Aufbau leicht und doch fesselnd zu lesenden Stil ist dieser historische Roman beeindruckendes Zeugnis einer herausragenden Persönlichkeit des Mittelalters. Wie war das noch mit England und Frankreich, Kapetingern und Plantagenets? Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert, hat man ihr eine sehr lebendige Darstellung der damaligen Herrschergeschlechter in England und Frankreich, ihrer Leben, Lieben und Streitigkeiten. Das hat die Autorin auf wunderbare Art und Weise nicht erfunden.
Hat mir sehr viel Spaß bereitet! Ich fand es sehr spannend, trotz der doch recht hohen Seitenanzahl hat es mein Interesse fast durchgängig halten können und ich glaube, dass dieses Buch auch fantastisch funktioniert, wenn man noch sehr wenig bis kein Vorwissen zu dem Thema englische mittelalterliche Geschichte hat. Es wirkt grundsätzlich sehr gut fundiert und recherchiert und schafft es, einem Geschichte zu vermitteln, ohne dauerhaft mit dem Finger zu zeigen "hier, schau mal, wir prügeln dir sämtliche Fakten ein, das musst du alles wissen!" (Ja, leider habe ich bei manchen anderen historischen Romanen so dieses Gefühl...). Kann es absolut weiterempfehlen und bin jetzt auch etwas angefixt, mich noch weiter mit englischer Geschichte zu beschäftigen!
Das Buch handelt von Eleonore von Aquitanien. Diese hatte ein sehr bewegtes Leben. Sie gebar 11 Kinder und viele davon wurden berühmte Herrscher, bzw. Herrscherinnen. Ich kannte diese Frau vorher nicht und fand es spannend soviel über sie zu erfahren. Das Buch ließ sich leicht lesen. Leider erfuhr man vieles nur sehr oberflächlich, besonders die politischen Intrigen wurden nur angerissen. Deshalb nur 3 Sterne. Das wird sicher nicht das letzte Buch über Eleonore bleiben, das ich lese.
What a great idea, having Aliénor tell us her life story herself. A very pleasant read, every historical background/event is skillfully explained so that the bigger picture is never lost. In addition, we also get soliloquies from different characters, authentic quotes from contemporary sources and a thoughtful afterword with further book recommendations. Absolute joy!
Eleonore von Aquitanien ist dazu bestimmt, die Königin von Frankreich zu werden. Doch sie will nicht in der unglücklichen Ehe zu König Ludwig festsitzen, und so nimmt sie ihr Schicksal in die eigenen Hände – und lässt ihre Ehe im Jahr 1152 annulieren. Kurz darauf heiratet sie den künftigen König von England und vergrößert damit ihren Einflussbereich. Im hohen Alter schaut sie zurück auf große Erfolge, schwere Niederlagen und ein ereignisreiches Leben.
So fand ich’s:
Eleonore begleitet eine ihrer Enkelinnen auf der Reise zu ihrem Bräutigam und nutzt die Gelegenheit, dem jungen Mädchen aus ihrem bewegten Leben zu erzählen.
Wir bekommen hautnah die Gefahren und Unannehmlichkeiten dieser langen Fahrt mit und erhalten einen lebendigen Einblick, wie so eine Reise im 12. Jahrhundert üblicher Weise verlaufen ist. Eleonore füllt die vielen Stunden unterwegs mit ihren Rückblicken und Erinnerungen und was sie zu berichten hat, ist so außergewöhnlich, dass es für die Leben mehrerer Personen reichen würde. Als Herrscherin über Aquitanien, Königin von Frankreich und später Königin von England, Mutter einiger Söhne, unter ihnen Richard Löwenherz, war sie eine zentrale Figur ihrer Zeit für ganz Europa.
Neben den beeindruckenden historischen Fakten und diesem außergewöhnlichen Lebenslauf einer willensstarken Frau schafft es Sabine Weigand wieder mit ihrem erzählerischen Talent, diese Zeit lebendig werden zu lassen. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite unterhält das Buch mit Einblicken in die Politik, die auch für Laien nachvollziehbar erklärt wird, mit Personen, die nicht immer sympathisch, aber zutiefst menschlich dargestellt werden und historisch belegten Tatsachen, die sich die Fantasie eines Autors nicht bunter ausdenken könnte.
So gekonnt erzählt wird Geschichte lebendig und trockene Jahreszahlen und Daten verwandeln sich in eine sehr unterhaltsame und absolut empfehlenswerte Erzählung.
Die Geschichte der Königin Eleonore ist hoch interessant. Leider ist dieses Buch eher wie ein Sachbuch geschrieben, als wie ein historischer Roman. Die geschichtlichen Fakten werden eher aufgezählt, als spannend erzählt. Wer sich für die Geschichte interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen. Wer einen unterhaltsamen Roman lesen will, eher nicht.