Jedes Buch erzählt mit Worten Geschichten - dieses erzählt Geschichten über Worte. Könnten wir überhaupt denken, wenn wir keine Worte hätten? Und stimmt es, dass wir mit jeder neu gelernten Sprache eine neue Seele erwerben? Unsere Sprache gibt Hinweise auf unsere Identität und unseren Charakter, ja sogar darauf, ob wir lügen und wen wir lieben. Ein Buch für alle, die gern lesen und schreiben, sprechen und denken.
Sehr interessant und unterhaltend wird hier der Zusammenhang zwischen Sprache und Denken untersucht. Die Autorinnen stellen dabei viele verschiedene, auch kontroverse Studien und Theorien vor.
Ein tolles Buch an der Schnittstelle zwischen Neurobiologie und Linguistik. Von vermeintlich Zusammenhängen zwischen Formen und Lauten (“Kiki oder Bouba”), dem Einfluss von Bilingualismus auf unsere Gesundheit (Zweisprachigkeit von Kind-auf scheint eine Demenz-Diagnose um bis zu vier Jahre zu verschieben) und der allgemeinen Macht der Worte und wie sie unser Denken beeinflussen, macht dieses Buch einer breiteren Öffentlichkeit (über die Wissenschaft hinaus) aktuelle Forschungsstände zugänglich. Hat mir wirklich gut gefallen!
Sehr spannend, habe viel gelernt. Einzig verwirrend finde ich, dass die Autorinnen durchgehend das generische Maskulinum verwenden und das obwohl sie immer wieder betonen, welche Wirkung Worte haben.
Dass Eskimos eine Vielzahl von Wörtern für Schnee anwenden und Bretonen eine Vielzahl von Wörtern für die Farbtöne des Meeres, ist inzwischen populäres Wissen. Wie Wortschatz und Grammatik unserer Muttersprache die Wahrnehmung und die räumliche Orientierung beeinflussen, wird am Schnittpunkt von Psychologie, Linguistik und Kognitionswissenschaft untersucht. Schramm und Wüstenhagen berichten über diese Forschungsergebnisse populärwissenschaftlich und in übersichtlichen Kapiteln.
Marketingexperten haben sich längst die Verknüpfung der Lautwirkung eines Markennamens mit unserer bildlichen Vorstellung zu eigen gemacht. Nicht zufällig heißt das iPhone nicht aPhone und die Supermarktkette nicht Ladl. Ein Dichter wendet dieses Phänomen unbewusst an, Neurowissenschaftler dagegen beschäftigen sich mit der Beweisführung. Hochinteressant fand ich auch die Erforschung von Sprachen und Kulturen, in denen Richtungsangaben anders als im Deutschen nicht egozentrisch (auf die Person bezogen) angegeben werden. Ob sich etwas links/rechts von mir befindet oder bergauf/bergab, bestimmt meine Vorstellung von mir und meiner Umwelt. Wenn man einem Kind, das noch nicht sicher links und rechts unterscheiden kann, beibringen will, allein eine Straße zu überqueren, wird einem die Verknüpfung von Sprache und Wahrnehmung klar. Ich könnte dem Kind beibringen, dass es erst zu Schmidts Haus und dann zu Müllers Haus guckt – spätestens auf dem Rückweg nachhause funktioniert dieses Konzept nicht mehr.
Weitere Themen der beiden Journalistinnen sind Schimpfwörter, der kulturabhängige Gebrauch von Metaphern und die Analyse und Interpretation individueller Wortwahl durch Menschen wie PC-Programme. Man denke nur an Politiker im Wahlkampf oder die Manipulation der Öffentlichkeit durch Euphemismen oder „Unwörter“. Untersucht wurde ebenfalls, ob Empathiefähigkeit, sowie das Vorhandensein einer „Theory of Mind“ überhaupt vom Vorhandensein einer Sprache abhängt.
Wie ein Mosaik aus verschiedenfarbigen Steinchen wurde dieses Buch aus einzelnen Aspekten zum Thema Sprache und Bewusstsein zusammengestellt. Mich haben die Abschnitte besonders angesprochen, die sich auf den Spracherwerb von Kindern und den Zusammenhang zwischen Sprache und Wahrnehmung beziehen. Rein rechnerisch stehen jedem Kapitel knapp 30 Seiten zur Verfügung, so dass ich mir am Ende einiger Kapitel eine Vertiefung gewünscht hätte. Die Autorinnen sind keine Linguistinnen und deutlich auf die Textlänge von Zeitschriftenartikeln konditioniert. Die Tiefe eines Fachbuchs kann man von einem populären, leicht lesbaren Sachbuch nicht erwarten..
Dieser Roman erklärt zu uns,dass unser Denken und Gefühlen sind immer mit unseren Sprachen verbunden,darüber dieser Roman erklärt uns kürzlich die Relation zwischen Denken und Sprachen und die Leitung zwischen die beiden!
Auch wenn Sie an Sprachwissenschaft sich interessieren, liest du ihn sofort!