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Der Hase im Mond

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Wer spiegelt sich in der nächtlichen Fensterscheibe? Ich oder ein anderer? Was geschieht, wenn die Haut durchlässig wird und die Luft dünner? Poetische Geschichten von Menschen im Sand, unterspült von schwindenden Gewissheiten.

Milena Michiko Flašar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen.

Vom Verdoppeln und Auflösen, Verschwinden und Wegträumen, von Fluchten und Ausflüchten handeln diese Geschichten. Die Handschrift der Autorin ist unverkennbar, der Rhythmus, die Wortwahl ihres besonderen Stils. Wie in ihren Romanen studiert Milena Michiko Flašar in diesen Erzählungen verschiedene Formen von Einsamkeit und unerfüllten Sehnsüchten, erweitert das literarische Feld jedoch humorvoll und spielerisch um eine neue surreal-phantastische Ebene.

240 pages, Hardcover

Published August 14, 2025

15 people are currently reading
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About the author

Milena Michiko Flašar

11 books178 followers
Milena Michiko Flašar (St. Pölten, 1980) studied comparative literature, Germanic and Roman languages at the University of Vienna, and taught German to non-native speakers. After several successful publications in a variety of literary magazines, she made her debut in 2008 with the collection Ich bin (I am). This volume includes three short stories about love and parting. The short story Okaasan – Meine unbekannte Mutter (Okaasan – My unfamiliar Mother) appeared in 2010, telling the story of her dying demented mother. She has received several prizes and scholarships for her work. Meanwhile she has started writing full-time. In feburary 2012 her new book Ich nannte ihn Krawatte was published.

(from http://www.citybooks.eu/en/artist/p/m...)

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Misty.
53 reviews2 followers
October 3, 2025
Ich schätze Flašars Romane sehr und wie sich jetzt dank ihres neuen Buches herausstellt; ich schätze auch ihre Kurzgeschichten in gleicher Weise. Sprachlich wie immer on point, weder zu kitschig noch zu schlicht, ergibt sich eine wunderbare Mischung für den richtigen Lesefluss. Viele der Erzählungen geben hinsichtlich der Auslegung keine klare Antwort, aber hinterlassen zahlreiche feine Hinweise, mit denen man sich als LeserIn noch eine Weile beschäftigen kann. Ich mag solche Ambuguitäten sehr und konnte viele der enthaltenen Geschichten dadurch voll auskosten. Einige davon mochte ich dafür etwas weniger aber in Summe ein schönes Buch zum Versinken und Nachsinnen.
Profile Image for Johann Guenther.
811 reviews28 followers
October 9, 2025
FLASAR, Milena Michiko: „Der Hase im Mond“, Berlin 2025
Im neuen Buch von Frau Flasar, der österreichischen Japanerin, stellt sie neun Kurzgeschichten und Erzählungen vor. Die Geschichten bewegen sich in ihrer zweiten Heimat Japan. Gleichzeitig aber zeigt sie, dass die Menschen in den beiden Kulturen ähnlich bis gleich agieren und denken.
Im ersten Bericht – „Die Füchsin“ – verliebt sich ein angesehener und erfolgreicher Dichter in ein Mädchen, das irreal agiert. Als sie ihn verlässt, findet er zu seinem ursprünglichen dichterischen Erfolg nicht mehr zurück. Der Verlag finanziert ihm einen Aufenthalt in einer entlegenen Gebirgshütte, wo dann eine alte Frau, die sich angeblich verirrt hat, zu ihm stößt. Sie hilft ihm ein neues Werk zu schreiben. Der Dichter wird vor einem Fuchsbau gefunden, mit einem Helikopter ins Spital gebracht, wo er stirbt. Eine Phantasiegeschichte mit Tiefgang.
Einen ähnlichen Ausgang hat die zweite Geschichte: „Pianopianissimo“. Auch hier trifft ein Mann auf eine junge Frau, die weinend vor einem leeren Tierkäfig steht. Die Beiden kommen zusammen. Sie aus einem reichen Haus und er aus bescheidenen Verhältnissen.
In „Hawaiian Dreams“ wird eine Beziehungskrise in eine Fantasie verlegt. Mit Ferngläsern beobachtet ein zerstrittenes Ehepaar eine Frau im gegenüberliegenden Haus. Das eigene Problem wird in das der beobachteten Dame gelegt.
Der Zugang einer Hausfrau zu den Geschehnissen des Tsunami werden der Einstellung des Ehemanns gegenübergestellt. Ein Konflikt- und Spannungsfeld tut sich aus geschlechtlicher Verschiedenheit auf.

Erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden von ihren Verlagen gedrängt, damit sie einen neuen Roman auf den Markt bringen und an ihren Erfolg anknüpfen. Für die kommerziell ausgerichteten Verlage ist dabei der Gedanke an einen finanziellen Erfolg. Der Inhalt ist oft zweitrangig. Wenn es schon kein Roman ist, dann zumindest Kurzgeschichten, die in dementsprechender Stückzahl ein Buch füllen können. Frau Flasar ist so eine erfolgreiche Autorin. Man erwartet von ihr eine Fortsetzung; einen weiteren Erfolg wie „Ich nannte ihn Krawatte“. Und jetzt ist es mit dem Buch „Der Hase im Mond“ NUR ein Sammelband von Kurzgeschichten geworden. In diesem Fall muss ich als Rezensent sagen „Eben nicht“. Es ist ein großartiges Buch. Es sind Geschichten und Erzählungen, die so grandios in ihrem Konzept und so gut in ihrer Abfassung sind, dass sie ein Meisterwerk bilden. Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Geschichten wie „Die Hütte auf einem Grashügel“ verführt in eine andere Welt. Vom Konzept und vom Aufbau her könnte es auch trivial sein. Der Sohn eines reichen Vaters kann sich alles leisten. Sein Studium kann länger dauern. Viele Geliebte flankieren sein Leben. Aber im fortgeschrittenen Alter erreicht ihn ein Brief einer Frau, die vorgibt eine ehemalige Geliebte zu sein. Sie verändert das Leben. Soweit der Rahmen. Aber viel wichtiger ist es, zu lesen (ich würde eher sagen zu genießen), wie diese Geschichte von der Autorin aufgerollt und in gesetzten Worten formuliert ist.
Beim Hasen im Mond geht es um einen Professor, der Kalligrafieklassen leitete und im Fernsehen eine eigene Sendung hatte, in der er auf das wirklich japanische Leben verweist. Ein angesehener und bescheidener Mann, der doch im Reichtum in einem schönen Haus mit Parkanlage wohnt. Der Ich-Erzähler lernt ihn aber aus einer anderen Seite, als der des Fernsehstars kennen.
Die letzte Erzählung – sie ist die längste des Buches – trägt den Titel „Spagetti Napolitan“. Dieser Titel hat aber keinen wirklich ernsthaften Bezug zum Inhalt. Ein Mann besucht immer zur selben Zeit eine Bar und trinkt jeden Tag dasselbe, liest in einem Buch und spricht mit Niemandem. Die Erzählerin des Buches ist die Bardame, die ihm den Whisky serviert. Er ist ein Gast, der allein sein will und mit niemandem sprechen will. Umso erstaunlicher ist es, dass er ihr, der Bardame, an einem verschneiten Abend, an dem Niemand außer ihm in die Bar kam, seine Geschichte erzählt. Es ist eine Geschichte des Verschwindens.
Normal lese ich, wenn ich mich beim Lesen dem Ende des Buches nähere, schneller. In diesem Fall habe ich es eher verlangsamt. Ich habe mit Genuss gelesen. Jeder Satz, jede Seite war es mir wert zu lesen und eigentlich tat es mir leid, dass das Buch zu Ende war.
143 reviews
September 21, 2025
"Anders als in der Fernsehserie gab es weder eine Pointe noch eine Moral noch das obligatorische Happy End." (S. 214)

Dieses Zitat aus Milena Michiko Flasars Erzählband "Der Hase im Mond" fasst vortrefflich zusammen, wie ich ihre neun Kurzgeschichten wahrgenommen habe. Ich konnte oft weder eine Moral, noch eine Pointe, geschweige denn ein Happy End finden. Das ist grundsätzlich auch nicht nötig. Der Schreibstil der Autorin ist sehr besonders, er hat mich eingenommen, auch wenn der Ablauf der Geschichten ab und an zäh und nervig daherkam. Es erfordert einiges an Geduld, eine Geschichte so hinzunehmen, ohne dass sie augenscheinlich Sinn ergibt. Das Zitat, was zum Ende des Buches aufgeworfen wird, scheint mir auch sehr bewusst dorthin gesetzt worden zu sein.

Sie setzt die Realität oft in einem schwebenden Zustand, der ab und an ins Fantastische gleitet, an. "Was ist tatsächlich geschehen?" ist eine zentrale Frage, die ich mir beim Lesen ständig gestellt habe. Die verhandelten Themen sind vielfältig und wiederkehrend: Mann-Frau- & Eltern-Kind-Beziehungen, Rollenverteilung, Verwahrlosung, Aufgabe des Alltags, Äußerlichkeiten (v.a. weiße Zähne), Gefühlsstörungen & Wahnhaftigkeiten, ein intensives sich-Hineinsteigern in unterschiedliche Beobachtungen, die Suche nach dem Selbst, das eigene Scheitern und andere Abhängigkeiten. Auch Tiere spielen immer wieder eine Rolle.

Es wäre schön, das Buch mit einer japanischen Brille lesen zu können: die Autorin hat einen japanischen Elternteil, die Geschichten spielen in Asien und wären vermutlich greifbarer, hätte man einen entsprechenden kulturellen Background. Meine Gefühlslagen zu den Erzählungen schwankte zwischen Bezauberung, Mitgerissen-sein, Abstoßung, Langeweile, Entnervung, Verwirrtheit und Begeisterung. Solche Schwankungen zu verursachen, zeugt von großem Talent, vor allem unter dem Aspekt, dass sich eine Sinnhaftigkeit der Geschichten nur selten einstellt. So alltäglich sie sein mögen, so sehr versetzen sie einen in eine andere, beinahe schon alienesque Welt. Begleitet werden die unterschiedlichen Protagonist*innen stets von philosophischen Gedankengängen. Eines steht fest: hinterher ist man keineswegs schlauer.

Mein Fazit: "Der Hase im Mond" ist eine sehr spezielle Kurzgeschichtensammlung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Sie glänzt durch eine magische literarische Sprache, die einen in eine andere Welt zu versetzen mag. Eine Leseempfehlung spreche ich aus für alle, die es nicht stört, nach dem Lesen keinen Sinn entdecken zu müssen.
Profile Image for Sabrina _lesewesen.
281 reviews9 followers
December 16, 2025
Ich hatte mich riesig auf Nachschub von Milena Michiko Flašar gefreut, ihre Romane „Oben Erde, unten Himmel“ und „Ich nannte ihn Krawatte“ fand ich großartig. Doch ich muss gestehen, dass es mir erst etwas schwer fiel, in ihre Kurzgeschichten hineinzufinden. Kaum hatte ich mich mit den Charakteren angefreundet, musste ich mich schon wieder von ihnen trennen.

Mit jeder der 9 japanischen Geschichten gewöhnte ich mich aber ein bisschen mehr ein - kein Wunder, den Flašar bringt einiges mit. Doch erst einmal zum Grundlegenden: Die Kurzprosa wird allesamt von Ich-Erzähler:innen dargelegt und beginnt meist mit einer alltäglichen Situation: Ein Paar, das über Trennung nachdenkt; eine Frau auf der Arbeit; ein Mann, der seine Liebschaften Revue passieren lässt.

Doch dieses Alltägliche verkommt meist zu etwas Unerhörtem, schnell baut sich Spannung auf, das Ende ist oft ungewiss. So beobachtet das trennungsbereite Paar Nacht für Nacht eine Nachbarin, es scheint ihr Lebensinhalt zu werden. Zu viel möchte ihr hier nicht verraten, aber die Mischung aus Alltag als Identifikationsquelle, dem schwebenden Zustand zwischen Realität und Unwirklichem und einer oft dichten Erzählweise hat mich überzeugen können. Auch das wiederkehrende Motiv der Einsamkeit ist schlüssig und ein verbindendes Element.

Qualitativ durchweg auf hohem Niveau, keine Geschichte fiel so richtig ab und trotzdem gefällt mit Flašar in der Langform noch ein wenig besser. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Wer japanische Literatur oder Kurzgeschichten zu seinen Favoriten zählt, sollte hier auf jeden Fall hineinschauen.
Profile Image for Susana.
102 reviews
December 8, 2025
In dem Erzählband der japanisch-österreichischen Autorin Milena Michiko Flasar spielen Themen wie Einsamkeit und Sinnsuche eine Rolle, teilweise skurril geschrieben und auf jeden Fall abwechslungsreich.
36 reviews1 follower
November 6, 2025
die Geschichten sind ähnlich wie die von Murakami zwischen der japanischen und westlichen Kultur angesiedelt. Die letzte Geschichte hat mir am Besten gefallen.
Profile Image for Ari.
26 reviews
February 9, 2026
Die letzte Kurzgeschichte hat mir richtig gut gefallen
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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