„Nurejews Hund“ ist die vielleicht beliebteste Geschichte aus dem Erfolgsbuch „Rudernde Hunde“, das Elke Heidenreich und Bernd Schroeder vor zwei Jahren zusammen veröffentlichten. Elke Heidenreich hat die wundersame Geschichte des schwergewichtigen Hundes Oblomov, der dem Tänzer Rudolf Nurejew gehörte, als längere Erzählung neu aufgegriffen. Für die Hörbuchausgabe wurde daraus eine stimmungsvolle Lesung mit Musik zum Thema Rudolf Nurejew - und eine augenzwinkernde Liebeserklärung an einen Hund und die so schwere Kunst des leichten Tanzes. (Amazon.de')
Ich mochte die Geschichte eigentlich, es gab aber leider einen Teil, der mir so gar nicht gefallen hat und mir das Buch etwas verdorben hat. Als die Autor*innen Oblomows vorherige Besitzer beschreiben, wirkt das doch recht homophob. Omblomow lebte vorher bei "zwei jungen Männern, die abends Frauenkleider anzogen, mächtige Perücken aufsetzten und ihn in eine verrauchte Bar mitnahmen, wo sie vor anderen Männern scheußliche Lieder sangen". Die Autor*innen beschreiben hier Drag (ich vermute in einer Schwulenbar) tun dies aber auf eine extrem abwertende Art und Weise. Die beiden Männer und ihr Leben werden sozusagen als Gegenstück von Kultur und Schönheit dargestellt, was wenn man bedenkt, dass Drag auch als Kunstform gilt, doch nicht so ganz stimmt. Die ganze Sache ist mir jedenfalls echt bitter aufgestoßen.
Ich habe diese Geschichte komplett auf einer Lesung gehört, aber auch wegen der Illustrationen das kurze Büchlein erworben. Es geht um einen sehr emotionalen Hund. Der Hund niestet sich erstmal bei einem neuen Herrchen ein, denn er sehr lieb hat und der bald verstirbt. Dann wird er an eine alternde Ballarina vererbt. Oft fallen russische Begriffe und Fachbegriffe im Bereich des Tanzes. Der Hund lernt dann bei der Ballarina was unglaubliches, dass sich wohl nur durch echtes Verstehen und Gefühle erklären lässt.
Also wer mal eine süße Gesichte hören will, der sollte mal einen schmalen Taler in das Büchlein stecken. Oblomow würde sich freuen.
Meine Großtante hat mir dieses Buch empfohlen und es war eine nette Geschichte für zwischendurch. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und ich hatte einen schönen Nachmittag beim lesen.
Nette kleine Geschichte, sehr lieb erzählt, aber ehrlich gesagt habe ich mir von Elke Heidenreich schon etwas mehr erwartet. Die Illustrationen sind hübsch anzusehen.
Heidenreich erzählt, wie Nurejew zu seinem hässlichen, trägen Hund Oblomow kam (es hat mit Truman Capote und einer wilden Party zu tun) und wie das Leben des Haustiers nach dem Tod des Tänzers weitergeht. Die Tänzerin Olga Piroshkova, die Nurejew bis zu seinem Tod gepflegt hat, erbt Oblomow und macht eines Nachts eine wundersame Entdeckung ....
Aber: Diesen kurzen Text als eigenständige Publikation herauszubringen, ist kaum zu rechtfertigen und grenzt an Wucher.