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528 pages, Hardcover
First published September 21, 2007
Erst jetzt, wo „das Bewußtsein der Bevölkerung durch spektakuläre Ereignisse wie die Bombenattentate massenhaft aufbereitet worden war“, wie Horst Herold erklärt, hatte eine solche Großfahndung den beabsichtigten Sinn. Der Staat ist da, wo ihn die RAF schon immer haben wollte, bei der Totalüberwachung aus der Luft, bei lückenlosen Autobahn-, Bahnhofs- und Grenzkontrollen, beim gegenseitigen Verdächtigen. „In der frühen Phase des RAF-Terrors hat die Bundesrepublik das Antlitz eines Polizeistaates gezeigt, genau das wollte die RAF erreichen“, sagt heute Klaus Pflieger, der als Stuttgarter Oberstaatsanwalt die Anklage in den letzten großen RAF-Prozessen führte. Es hatte aber keineswegs die von der RAF erhofften Konsequenzen, die gerade noch im Bekennerschreiben nach dem Heidelberger Attentat dekretiert hatte: „Die Menschen in der Bundesrepublik unterstützen die Sicherheitskräfte bei der Fahndung nach den Bombenattentätern nicht, weil sie wissen, daß gegen die Massenmörder von Vietnam Bombenanschläge gerechtfertigt sind.“ Es kann nur der revolutionäre Rausch sein, eine trunkene Euphorie, weil es endlich gelungen war, den zum faschistischen Popanz stilisierten Staat anzugreifen, dass die RAF sich selber dermaßen verkennt. Es ist doch nur Wunschdenken, wenn Ulrike Meinhof glaubte, die Bevölkerung sympathisiere mit der RAF und helfe ihr wie einer Räuberbande, die mit der Polizei Fangen spielt. Die ehemalige Journalistin liefert ein klassisches Beispiel dafür, wie man seiner eigenen Rhetorik der geliehenen Phrasen erliegen kann.