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Gym

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Glänzende Spiegel, definierte Körper, legere Flirts am Tresen. Die Protagonistin in Verena Keßlers knalligem Roman liebt ihren neuen Job im MEGA GYM. Es gibt keinen Leistungsdruck, keine Überstunden, dafür liebenswerte Kolleginnen und einen Chef, der stolzer Feminist ist. Alles perfekt, wäre da nicht die klitzekleine Lüge, zu der sie sich im Einstellungsgespräch hat hinreißen lassen. Sie habe kürzlich erst entbunden, hat sie behauptet, und jetzt wollen alle Babyfotos sehen und fragen ständig nach „dem Kleinen“. Doch erst, als Bodybuilderin Vick auftaucht, wird klar, dass ein erfundenes Kind nicht das einzige Geheimnis dieser verschwiegenen Erzählerin ist. Eine Geschichte über Obsession, Ehrgeiz und die selbstzerstörerische Kehrseite schöner Oberflächen.

192 pages, Hardcover

First published August 19, 2025

124 people are currently reading
5276 people want to read

About the author

Verena Kessler

6 books36 followers
1988 in Hamburg geboren, 2008-2009 Ausbildung zur Werbetexterin an der Texterschmiede Hamburg, 2012-2015 Studium deutsche Literatur und germanistische Linguistik an der Humboldt Universität zu Berlin, 2016 bis 2020 Studium literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

“Die Gespenster von Demmin” erschien im August 2020 bei Hanser Berlin, wurde u.a. für den aspekte-Literaturpreis nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet, außerdem ins Polnische, Griechische & Französische übersetzt. Taschenbuchausgabe bei dtv. Mini-Serie in Entwicklung bei Oma Inge Film.

“Eva” erschien im März 2023 bei Hanser Berlin und zeitgleich als Hörbuch bei DAV, das Taschenbuch erschien im September 2024 bei Kein & Aber, Übersetzungen ins Tschechische, Polnische & Bulgarische. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis “Der zweite Roman”.

“Gym” erscheint am 19. August 2025 bei Hanser Berlin und zeitgleich als Hörbuch bei DAV.

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1 star
11 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 329 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,008 followers
August 28, 2025
That this wasn't nominated for the German Book Prize is not an oversight, it's a crime: A 36-year-old woman wants to get a job at MEGAGYM, but to explain away her not very trained physique, she falsely claims that she’s just given birth to her infant son – and gym owner Ferhat buys it. What looms large throughout is the narrator’s past in the corporate world, where she was a big shot, until some criminal action on her part ruined everything. The narrative jumps between timelines, until everything culminates in a finale that has readers witness two fateful instances while changing time and place on the sentence level.

So yes, it’s a well thought out composition, but the real star is Keßler’s language: It’s fresh, flowy, and utilized to perfection to convey the character of the protagonist, jumping between her thoughts, actual statements, and actions. The psychological depth is employed to illustrate the main theme, which is obsession: The obsession to reach perfection, to vanish as a person in the attempt to achieve greatness. While the protagonist first battles an (imagined?) female competitor in the business world (Emilia), she later seeks out an (imagined?) rivalry with a professional bodybuilder (Vick), aiming to become just as muscular and toned as her. In both instances, her obsession pushes her to near self-obliteration, to the physical and mental edge – with devastating consequences.

I enjoyed how Keßler raises the level of complexity when it comes to asking for motivations: Does the protagonist intend to prove her worth to herself? To be seen, or to disappear? In addition to the individual perspective, there’s also a societal level: Sexual harrassment, judgement over appearances, performative feminism, you name it. At the core, this is a story about the lies of meritocracy, that you can achieve something out of your own work while playing by the rules. That’s mostly a lie: Hard work and the correct attitude are not enough. And it drives the narrator crazy. Keßler incorporates drastic descriptions of flesh and food that mirror the psychological state of emergency in scenes close to body horror.

It remains unclear when the story is set: There are hints to broadcasts of early episodes of „Verbotene Liebe“ (but here, it’s a ZDF soap) and to the kinds of Lucky and Nara Smith, but these timelines don’t intersect. There’s also no hint to fitness trends or gear that would help fixate the time within, let’s say: the last 20 years. As a reformer pilates girlie who’s totally into cardio classes and protein shakes, I can attest to the fact though that the whole fitness community described here is spot on. I can’t hate on these people, they are fun (steroids = bad, though – just mentioning it for the dummies).

And I had lots of fun reading this loud, fast, smart novel. German lit should have more texts that deserve that description.

Cover painting: Andrew S. Conklin, "Seated Athlete, Facing Right" (Series: "Motion Capture Paintings"): https://cargocollective.com/andrewsco...

You can listen to the podcast gang discussing the book (in German) here: https://papierstaupodcast.de/podcast/...
Profile Image for le.lyssa.
161 reviews512 followers
July 6, 2025
„Gym“ ist ein Roman, dessen Wucht und Gewalt man nicht erzählen kann - man muss sie erlebt haben, um ihre volle Intensität verstehen zu können. Getrieben von Wut denkt die namenlose Hauptfigur, dass etwas nur gut sein kann, wenn es wehtut. Wenn du etwas erreichen möchtest, musst du deine Grenzen überschreiten. Im täglichen Konkurrenzkampf mit anderen Frauen ist es für sie aber nicht okay, wenn Frauen ihre Grenzen überschreiten und ihre erlebten Schmerzen als Waffe nutzen. Die Hauptfigur bleibt dennoch für mich ein kleines Geheimnis, die bis zuletzt unberechenbar für mich bleibt. 180 Seiten Spannung, Ekel, Mitgefühl, Wut und Besessenheit, die ihr alle Lesen solltet.
Profile Image for Anna Carina.
684 reviews351 followers
October 3, 2025
1,5 Sterne

Gym arbeitet mit einer psychotischen Icherzählerin, die Teil der Handlung ist und retrospektiv erzählt.
Der retrospektive Icherzähler ist eine Wahl der Erzählperspektive, die wie bei Christine von Stephen King eine strukturierende, ordnende, rahmende Funktion erfüllt, die der Geschichte eine gewisse Kohärenz verleiht. Die zeitliche Versetzung und Distanz ermöglicht eine strukturelle Kontrolle. Es ist an sich ein hochreflektiertes Stilmittel.
Nun geht Frau Kessler aber den Weg von Nabokovs Lolita. -versieht die Icherzählerin mit einer psychotischen Persönlichkeitsstruktur und entzieht sich genau der gerade gezeichneten Funktion.
Das ist ein tolles Spannungsfeld, aus dem ein komplexer, spannender Text entstehen könnte. Er muss nur sehr bewusst gestaltet werden, damit er nicht unglaubwürdig wirkt.
Ich denke, dass Frau Kessler auf ironische Maskierung setzt. Es wird zwar zu Beginn klar, hier spricht eine verstörte und unbeholfene Person, die einfach mal ein Baby erfindet um den Job zu bekommen und sich ziemlich naiv, dümmlich gebärdet, aber das kann ja Gründe haben, die evtl. noch im Laufe plausibilisiert werden. Wie es zB. Bei Jelinek und Die Klavierspielerin der Fall ist. Psychotisches Verhalten wird dort für den Leser verständlich eingebettet, ohne dass ich ihr glauben muss.
Auf Gym bedeutet dies übertragen: wir begleiten die Icherzählerin bei ihrer lügenhaften Selbstinszenierung.
Sprachlich ist sie dabei in realistischer, szenischer Gegenwartsprosa unterwegs, die leicht ironische Züge hat, mit sozialen Codes, die kommentiert und mit Zeitkolorit versehen werden.
Der Ton bleibt in der Regel kühl.

Es ereignen sich daraus dann solche Gespräche :
„Ich kann dir einen guten Preis machen«, sagte Şeyda und sog an ihrem Metallstrohhalm. Ich steckte bis zur Armbeuge im Abwasser und pulte Fruchtstücke aus dem Sieb, damit es ablaufen konnte.
»Du müsstest dich nur diese Woche noch entscheiden, so lange gilt das Angebot auf die alten Modelle, dann kommen die neuen, aber unter uns, die sind auch nicht besser, alles nur Design-Schnickschnack, keine krassen Funktionen oder so.«
Der Ausguss gurgelte. Es war nicht das erste Mal, dass Şeyda versuchte, mir einen Thermomix anzudrehen.
»Gerade für Babybrei ist der einfach unschlagbar, guck mal, du kannst dir hier die Rezepte raussuchen und direkt an deinen Thermomix senden, dann hat der das drin, und du musst eigentlich nur noch auf Start drücken, der sagt dir genau, was du machen musst. Also selbst denken musst du da nicht mehr, ist doch geil, oder? Fütterst du schon zu?«
Kurze Panik, Kopfrechnen: Mein Kind müsste mittlerweile gut vier Monate alt sein, was aß man da, hatte man Zähne, brauchte man welche? Ich meinte, mich dunkel an ein Foto im Hochstuhl mit breiverschmiertem Gesicht zu erinnern, das ich neulich gescreenshottet hatte.
»Ja«, behauptete ich also, »hin und wieder kriegt er ein Gläschen.«
»Oh«, sagte Şeyda Also Fertigbrei? Gekauft?«
Weiterlügen, einfach weiterlügen.
»Stiftung Ökotest hat einige mit sehr gut ausgezeichnet. Also von den Biomarken natürlich.«
»Echt? Welche Marke kaufst du denn?«
Welche Marke, welche Marke.
»Hof Bio Gut.« Klang doch realistisch. »Gibt es nur in wenigen Biomärkten.«
Şeyda nickte, aber ich meinte, leichte Zweifel über ihr Gesicht huschen zu sehen.
»Na ja«, sagte sie schließlich. »Mit dem Thermomix ist es auf jeden Fall superschnell gemacht. Auch bio und natürlich viel günstiger. Überleg’s dir!“


Hier sieht man bereits wie schlecht die eigene Form trägt. Es werden zeitrealistische Elemente und Marken verwendet (Thermomix, Ökotest, Screenshot-Erinnerung), die in kein größeres Motiv überführt werden. Es steht unverbunden im Raum.
Die Pointen sind gut „selbst denken musst du da nicht mehr“, das Lügen, die verlorene Zeitrechnung (Entfremdung, Überforderung) nur werden sie nicht ausgespielt. An keiner Stelle des Buches. Pointen ohne Nachhall.
Auch sprachlich ist das mit der erwähnten Wahl der Erzählperspektive viel zu dünn. Der Werbesprech besitzt keine Schärfe, wie bei BEE American Psycho, die nötig wäre um diese Struktur der Erzählhaltung zu gestalten.

Update 2025-10
Das oben erwähnte Zitat zeigt ua. dass der Thermomix 1:1 in seiner Bedeutung als Zeichen in unserem kulturellen Verständnis verwendet wird.
In den Kommentaren wird aufgeworfen dass dieses Buch als Pop Literatur zu lesen sei.
Nun, dann hören wir mal was Umberto Eco dazu sagt:

„Im Gespräch mit Maria José Ragué Arias präzisiert Eco: „In der Pop Art gewinnen die Objekte der Konsumgesellschaft ganz unabhängig von ihrem kommerziellen oder funktionellen Aussagewert eine völlig neue Bedeutung. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, daß man das Produkt ganz unmittelbar präsentiert, herauslöst aus seinem konventionellen Zusammenhang. Das Verfahren, das bereits im Dada bekannt war, bewirkt, daß das Objekt sich auf Kosten seiner primären, an seinen Verwendungszweck geknüpften Bedeutungen mit sekundären auflädt. […] Durch diese Verfahrensweise wollen die Pop-Künstler ihre ironische und teils bittere Kritik an einer Kultur zum Ausdruck bringen, die in einer Flut von Konsumgegenständen untergeht.“ (Arias 1978, 9)“ aus Handbuch Literatur & Pop (Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie, 9)

In Gym findet keine sekundäre Aufladung statt, was die Objekte der Konsumgesellschaft in diesem Buch in ihrer Banalität stehen lässt.

Update Ende

Der Text besteht aus 3 Zeitebenen. Die Zeit aus der erzählt wird, auf die wir am Ende treffen, die Zeit im Gym und der Zeit vor dem Gym - die Zeit einer Karrierefrau.
Äußerst fragmentarisch und entkernt erfahren wir aus dieser Zeit vor dem Job im Gym.
Stets nur in kleinen Sznenischen Abschnitten, die in die Erzählung im Gym eingebettet werden.
Es liest sich daher wie eine Montage. Schnittfolgen, denen das Schnittgefühl fehlt.
Diese Zeiten - Vorgänge im Gym und das Ereignis davor, rasen in immer engeren Schnitten aufeinander zu und durchdringen sich auf ihrem Höhepunkt. Für mich allerdings auf eine künstlich montierte Weise, deren Wahn bei mir auf keine Resonanzebene stößt.
Ich denk mir dabei nur: was fürn übersteigerter Unfug. Kommt an den Slapstickcharakter von der Lolita Szene mit Quilti heran. Die Absurdität zieht durch diese unbeholfene Montage bei mir null.
Kein Vergleich zu den Szenen von Muratas Das Seidenraupenzimmer, die Gym nur in Ansätzen versucht zu bedienen.
Ich denke, das liegt auch einfach an der Alltagssprache, mit der Kessler es nicht hin bekommt ästhetisch zu durchformen.
Ja gut, ist halt ne psychotische Erzählerin. Macht das Ganze aber insofern problematisch, als sie sämtliche Hintergründe und Motivationen weglässt, die nur die Reaktionen der Erzählerin wiedergeben, ohne dass man versteht wie es dazu kam.
Der Wahn, die Obsession als psychologische Tiefe wird in dieser kühlen Inszenierung der Figuren und Szenen nicht erfahrbar. Auf mich wirkt der Text wie eine Simulation, da die Icherzählerin gar keine Perspektive aus ihrer Figur entwickeln kann, die unproduktiv in ihrer Setzung bleibt.
Es gibt keine innere Kette, die den Zusammenbruch dieser Figur nachzeichnet.

Gut, hab ich mir gedacht. Wahrscheinlich möchte der Text genau diesen Effekt erzeugen. Vielleicht möchte er diese Gegenwart spiegeln, in der es keine Entwicklung, keine Motivation – nur Oberfläche und Funktion gibt. Damit rücken wir im Motiv sehr nah an Hefters Hey guten Morgen, wie geht es dir?heran.
Ein Buch das zeigen will, dass unsere Gegenwart solche Figuren hervorbringt.
Nur müsste der Text dann ästhetisch radikal handeln.
Wenn ich hier ein leeres Träger-Ich inszenieren möchte, kann ich nicht so unentschieden rumspringen. Dann darf es keinen Einbruch ins Emotionale geben, dann müsste die Fragmentierung aus Überladung, Auslöschung oder Entfremdung entstehen, wie es bei Elfriede Jelinek der Fall ist.
Die Figuren müssen radikal übercodiert sein, leer, steril, funktional.
Sie versucht das, das sehe ich. Es gelingt ihr nur nicht. Sie schwimmt zu fahrig herum, schreibt unkonzentriert und schafft es nicht zu zeigen was die Icherzählerin ist. Sie entscheidet sich nicht und springt zwischen Nähe und Distanz herum.

Zudem wird die Transformation der Icherzählerin und ihre Entwicklung der Obsession zu hastig erzählt. Die naiv-dümmliche Art der Icherzählerin mutet irgendwann nur noch unglaubwürdig an. Menschen die eine Obsession entwickeln werden Experten auf ihrem Gebiet. Sie heuert im Studio an ohne scheinbar vorher solche Geräte zu kennen. Sie arbeitet hinter dem Tresen und mixed Shakes und weiß nach Wochen nicht wie die Geräte heißen, wie viele Sätze mit Wiederholungen man man üblich macht, welche Lebensmittel geeignet sind…. als hätte sie unter einem Stein geschlafen. Immerhin ist der Fitness- und Gesundheitstrend ja nichts, das erst seit kurzem im Deutschland aufgeschlagen ist, zumal sie definitiv Instagram nutzt. Und wie sie so richtig fett in der Obsession und gestörtem Essverhalten hängt wird sie auf folgendes aufmerksam:

Keine Sorge«, sagte Ferhat, der sich nun auch nach ihr umdrehte. »So sieht man nicht plötzlich aus, weil man aus Versehen zu viel Gewicht aufgelegt hat.«
Jahrelanges Training, eine strenge Ernährung und - auch wenn es kaum eine zugab - Steroide seien dafür nötig.
Ratter.
Ratter.
Klirr.
»Steroide, ja?«
»Das Schlimmste, was du deinem Körper antun kannst, wenn du mich fragst. Also es sei denn, du hast kein Problem damit, zwanzig Jahre früher abzunippeln als nötig.«
Wie dumm ich war.
Wie naiv.
Ausnahmetalent - jaja.
Harte Arbeit - lächerlich.
Niemand schaffte es an die Spitze nur mit harter Arbeit und Talent. Man musste die richtigen Leute kennen, die richtigen Tricks, die Mittelchen und Wege. Wann lernte ich es endlich.“


Das kann ich nur als schlecht umgesetzte Satire begreifen. Nicht mal Klischeewissen ist erkennbar.
Und für Satire, bzw. Funktionalisierung des Subjekts kippt das Buch am Ende viel zu sehr in metaphorisch aufgeladene Bilder, die zu groß für den Text sind.
Die Icherzählerin lässt nichts als Prozess wachsen und wummert dann Symbole rein, die keine Grundlage haben.

Nee, das liest sich wie Rohmaterial, das nicht durchdrungen wurde.
Dieser Text weiß was er erzählen will und kennt das Wie einer inneren Bewegung nicht.
Was bleibt, ist ein verblasstes Abziehbildchen, das während des Auftragens schon nicht recht halten möchte.
Profile Image for Julia (wortknistern).
317 reviews166 followers
October 21, 2025
4.5/5? Das war wirklich wild, aber ich konnte nicht aufhören zu lesen! 🏋️‍♀️😮‍💨
[Werbung, Rezensionsexemplar]

„Fitness, sagte ich ernst, sei schon immer meine Leidenschaft gewesen. Mein Erdnussflipbauch drückte gegen den Hosenbund, mein Puls war immer noch erhöht - dritter Stock, Treppen.“ (S. 11). So sitzt die Protagonistin im Bewerbungsgespräch für einen Job als Tresenkraft im MEGA GYM - einem Job, den sie dringend braucht. Da dem Chef das Bäuchlein aber auffällt, erfindet sie spontan eine erst kürzlich zurückliegende Geburt - sie bekommt den Job, und mit dieser kleinen Notlüge fängt das Chaos erst an.

Denn was sie nicht erwartet hat, ist wie sehr ihr das Gym gefällt. Die trainierten Körper der anderen erwecken bald einen gefährlichen Ehrgeiz in ihr: Zwischen eigenem Training und Mami-Fitness- Kursen verliert sich unsere Protagonistin zwischen Protein-Drinks, Harzer Käse und Sportleggings mit Influencer-Rabattcodes. Und schon bald eskaliert es so richtig… 💥

Über die Protagonistin erfährt man sehr wenig, und ich glaube, das ist auch mein einziger Mini-Kritikpunkt, denn am Ende hat sich das wenig-Wissen etwas unbefriedigend für mich angefühlt.
Ansonsten habe ich das Buch aber sehr gemocht und in einem richtigen Rausch am Stück durchgelesen. Verena Kessler bringt hier so viel unter zum Thema Leistungsdruck - im GYM, Beruf und Privaten - sowie Obsessionen mit Körperformen - und wie eng der Rahmen akzeptabler Körperbilder gesteckt ist, wenn eine Frau zu viel trainiert und „männlich aussieht“.

Was soll ich sagen - ich habe schon die anderen beiden Romane von Verena Kessler geliebt und dieses hier schließt perfekt daran an. 🏋️‍♀️💥💪🏻
Profile Image for Sandra.
203 reviews49 followers
August 18, 2025
Die Protagonistin des Romans fängt aus einer gewissen Not und Alternativlosigkeit (vielleicht nur einer gefühlten) an, im Fitnessstudio"Mega Gym"zu arbeiten. Hier entwickelt sie, nach anfänglichem Desinteresse den Sportgeräten gegenüber, eine Obsession fürs Muskeltraining.

Das gibt den Inhalt, der für so einen kurzen Roman doch sehr tiefgehend und reichhaltig ist, nur sehr grob wieder. Verena Kessler hat eine vielschichtige Geschichte geschrieben, aber die Ebenen muss jeder beim Lesen unbedingt selber frei legen. 

In erster Linie geht es um den Konkurrenzdruck (den realen und den gefühlten) von dem unsere Gesellschaft und so viele Lebensbereiche geprägt sind. Aber natürlich auch Selbstoptimierung, Fitnesswahn, Geltungssucht sind Schlagwörter, die sehr gut zum Roman passen, meines Erachtens. Es sind ernste Themen und die Story birgt eine traurige Tragik, aber da ist auch herrlicher Humor drin, ich musste mehrfach laut lachen.

Das ist Kesslers dritter Roman und der dritte Roman von ihr, der von mir 5 Sterne bekommt, ohne dass ich eine Sekunde darüber nachdenken muss. Frau Kessler mausert sich offensichtlich zu meiner deutschsprachigen Lieblingsautorin. Bitte weiter so und mehr davon, liebe großartige und wunderbare Lieblingsautorin!!!
Profile Image for Prusseliese.
432 reviews22 followers
September 7, 2025
Bin begeistert! Habe es gestern in einem Rutsch gelesen.
Es beginnt sehr amüsant und steigert sich dann etwas ernster ins Absurde. Wunderbar!
Profile Image for Anika.
967 reviews324 followers
August 27, 2025
Herrlich! Schon Eva hat mir richtig gut gefallen, und mit "Gym" legt Verena Keßler nochmal einen drauf. Der Plot (damit sie einen Job im Fitnessstudio bekommt, gibt die Protagonstin vor, kürzlich entbunden zu haben, um ihren unfitten Körper zu rechtfertigen) liefert natürlich jede Menge Steilvorlagen für absurde Situationen bin zu filmreifen Slapstick. Aber dieses Buch ist weit mehr als unterhaltsam und lustig, es bietet echte, vielfältige Charakterzeichnungen (mit erneut starkem Fokus auf Frauen) und eine ebenso breite Themenauswahl von Fitness- und Bodykult bis hin zu Feminismus, vor allem der mangelnden Solidarität unter Frauen: Die Protagonistin ist ein lupenreines Pick-me-Girl und sieht in anderen Frauen ausschließlich Konkurrentinnen. Natürlich eine ganz eindeutige Empfehlung.

Mehr zum Buch in unserer ausführlichen Besprechung @ Papierstau Podcast: #330: Ich bin das Muskeln, ihr seit Gehirn.
Profile Image for Fiona.
133 reviews26 followers
October 5, 2025
Okay, was war das bitte für ein krank gutes Buch? Ich habe "Gym” innerhalb von zwei Tagen komplett inhaliert, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Danach hatte ich erstmal Redebedarf, denn so aufgewühlt und verstört war ich lange nicht mehr nach einem Buch 😮‍💨

🔖 darum geht’s:
Da sie dringend einen neuen Job braucht, bewirbt sie sich als Tresenkraft des MEGA GYM, ein Fitnessstudio der Extraklasse. Um den Job zu bekommen, behauptet sie sogar, gerade eben erst Mutter geworden zu sein.
Doch schon bald wird nicht nur ihre Notlüge mehr und mehr zum Problem, auch driftet sie immer tiefer ab in die Welt des Fitness-Wahns und der Selbstoptimierung. Von Ehrgeiz, Leistungsdruck und dem Wahn getrieben, die Beste sein zu müssen, pusht sie sich immer weiter an ihr Limit – bis ihre Obsession ein Eigenleben entwickelt…

Verena Keßler schreibt mit so viel Spannung und gleichzeitig so viel Witz. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, war fasziniert, belustigt und angeekelt zugleich. Das MEGA GYM ist ein symbolischer Ort der Extreme: Schleichend und unausweichlich erleben wir mit, wie sich die Protagonistin mehr und mehr an und über ihre Grenzen hinweg pusht und sich dabei in ein echtes Monster verwandelt.

Fazit: "Gym" zu lesen ist intensiv, verstörend und teilweise auch echt eklig. Ich finde es so schwer, dieses Buch – und vor allem, was es mit einem macht – zu beschreiben. Deshalb: Selbst lesen und erleben!!
Profile Image for Great-O-Khan.
469 reviews128 followers
August 18, 2025
"Gym" von Verena Keßler spielt vollständig in einem Fitnesscenter. Allein diese ungewöhnliche Idee hat mir gefallen. Dass die Geschichte dann auch noch mit soviel Tempo erzählt ist, hat mich geradezu durch die Seiten fliegen lassen.

Die 36 Jahre alte Ich-Erzählerin wechselt vom Büro-Job, aus dem sie entlassen wurde, zum Fitnesscenter MEGA GYM, wo sie als Tresenkraft arbeitet. Da ihr Körper nicht dem "Lifestyle" entspricht, lügt sie und erzählt, dass sie vor kurzem Mutter geworden ist. Die Formung ihres Körpers durch Training und Ernährung wird zu ihrem Projekt - "no pain, no gain". Die Ergebnisse lassen nicht lange auf sich warten.

Nach dreißig Seiten erfährt man außerdem, dass die Ich-Erzählerin eine Bewährungshelferin hat. Der Grund ihrer Entlassung hängt damit zusammen. Das bringt sofort eine weitere Spannungsebene in die Geschichte, die ich aus Spoilergründen nicht ausführe.

Die Ich-Erzählerin ist eine zynische, unsympathische Frau. Nebenfiguren wie Ferhat, Milli, Swetlana, Şeyda oder Vick sind interessant. Der Ex Johannis ist ein Schlaglicht in die Vergangenheit. Die Gesellschaftskritik ist durch die Vergleiche mit dem früheren Job der Protagonistin offensichtlich, aber die Symbolik wird nicht übertrieben. Man könnte die Ereignisse im MEGA GYM auch einfach eins zu eins lesen. Allerdings würde einem dann ein Aspekt des Romans entgehen, der einen großen Teil seiner Klasse ausmacht. Die Beschreibungen aus dem alten Job sind sehr stark (z.B. "Zweiter Satz", Kapitel 4).

"Gym" ist eigentlich ein deprimierender Roman. Doch aufgrund seiner Machart macht das Lesen trotzdem viel Spaß bis es in das letzte Drittel geht. Da heißt es dann: "Spaß", sagte ich schließlich, "ist hier nicht." Was dann folgt, kann man als Beleg dafür lesen.

****1/4
Profile Image for Manuel.
65 reviews10 followers
October 27, 2025
Die Protagonistin legt so eine spannende Entwicklung hin und das Ende omg
Profile Image for Phoenix Fawkes.
283 reviews22 followers
December 16, 2025
4.5

damn. this was actually very very good.

the first part was kinda meh. the writing isn‘t gorgeous, which means, i didn‘t have to use any stickers really. it was also a bit too popculture-y for me, a bit too many current catchphrases like „your body, your choice“ etc.

but then came the last 50 pages and DAMN. this is exactly how i want a book to end. no notes. absolutely fabulous. it shook me, disgusted me, left me in awe and confusion. it was so absurd but also so complex and interesting. psychology, female rage, queer obsession, aggression and so many more brilliant topics were covered - and none of them felt unfitting. they were integrated so beautifully, made so much sense.

it made feel so many emotions, some paragraphes i had to skip because it made me nauseous and disgusted. it made me reflect some things, try to find parallels, more hidden meaning. even brought some memories up.

brilliant. highly recommend. i also read this in a day, it‘s the perfect length, fastpaced and so interesting. also writing about the gym is such a great topic! loved it, i‘m obsessed. actually a highlight of my year.
Profile Image for Doris.
35 reviews
September 7, 2025
Hm. Dieses Buch wird vielfach sehr gut besprochen, grundsätzlich fand ich es auch gut. Supergute Beschreibung von Passion zu Obsession, psychologischen Themen, es ist absolut zeitgeistig. Den Witz habe ich allerdings nicht wirklich gefunden, ab zwei Drittel wurde es mir sehr unangenehm, weiter zu lesen. Die Entwicklung der Protagonistin nimmt Züge an, die an ein Horrorszenario erinnern. Das ist natürlich alles gewollt und stilistisch mega umgesetzt. Allerdings hinterlässt es bei mir im Moment ein verstörendes Gefühl und ein paar Fragezeichen.
Profile Image for Soeph.
170 reviews1 follower
May 29, 2025
Hatte ne extrem gute Zeit! Vor allem der erste Satz hat mich abgeholt, wie kann man so witzig schreiben?

Warnung allerdings, dass es schon sehr brutal wird, gehört eigentlich irgendwo in der Beschreibung angedeutet. Mir hats aber total gefallen.

Mein alternativer Titelvorschlag wäre "Basilikum"
Profile Image for Natascha.
778 reviews100 followers
October 19, 2025
Um ihren nicht ganz so fitten Körper zu rechtfertigen und den Job in einem Fitnessstudio zu bekommen erfindet die Protagonistin in Verena Kesslers Roman Gym ein gerade erst entbundenes Baby und somit nimmt der Wahnsinn seinen Lauf.

Ich fand diese Geschichte großartig. Hinter den vielen wirklich absurd witzigen Szenen steckt extrem viel Wahrheit und Kritik, denn Selbstoptimierung in allen Lebenssituationen wird heute geradezu erwartet und dabei soll alles auch noch ganz leicht und selbstverständlich wirken. Arbeit, Familie, Fitness. Alles kein Problem. Der Tag hat doch 24 Stunden.

Ich mochte es sehr wie Verena Kessler aufzeigt was diese Art von Leben mit einer Person machen kann und wie immer mehr Druck, egal ob von außen oder selbst gemacht, schnell zu einer Art Wahn führen und einen Menschen auf Dauer zerstören kann.
Profile Image for Anne Dietrich.
188 reviews
August 23, 2025
Schockierend und humorvoll zugleich

Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin geschildert. Sie ist Mitte 30 und gerade ein wenig aus der Form gekommen. Um das zu beheben, möchte sie in die Fitnessbranche wechseln und beginnt dort mit einer dicken Lüge, der viele weitere folgen. Mehr über die Handlung möchte ich an dieser Stelle lieber nicht verraten.
Es geht um Selbstoptimierung, Körperkult, Lifestyle, Fitness und gesunden Lebensstil, der schnell ins Gegenteil umschlägt. Die Protagonistin ist in allem was sie tut sehr konsequent und setzt ihre Ziele ohne Rücksicht auf Verluste durch, egal, ob es gegen sich selbst geht oder ob sie dafür andere ausnutzt. Sie weiß aus Erfahrung, dass Einsatz belohnt wird und zum Erfolg führt. Sympathisch ist sie nicht, aber dennoch wollte ich mehr über sie erfahren.
Das Buch ist wirklich anders als alles, was ich bisher gelesen habe und ich finde es unglaublich gut geschrieben. Es ist sehr ehrlich, faszinierend, abstoßend und schockierend zugleich. Dennoch musste ich immer wieder lachen, eine Kombination, die ich mag.
Profile Image for Wandaviolett.
470 reviews67 followers
September 16, 2025
Gym - eine eigene kleine Welt
Kurzmeinung: Die Handlung in einem Sportstudio ist knackig.

Die namenlose Protagonistin ergattert durch eine Lüge einen gut bezahlten Job in einem Gym. Der Besitzer und Betreiber ist skeptisch, passt doch die Bewerberin nicht wirklich ins Bild eines Gym, in dem die durchgestylten und gestählten Körper aller Mitarbeiter eine indirekte Reklame für das Sportstudio sind. Aber er hat sich positiv in der Neuen getäuscht, der er trotz aller Bedenken eine Chance gibt: sie hat Biss und nach recht kurzer Zeit hat sie sich den neuen Bodyregeln, die in der neuen Umgebung gelten, angepasst: ihr Körper verwandelt sich in eine Maschine.

Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Mit „Gym“ hat Verena Keßler ein kleines, heftiges Romänchen verfasst über Besessenheit. Aber nicht nur. Da es sich um einen schmalen Roman handelt, ist es völlig legitim, dass die Autorin eng fokussiert. Zunächst ist es sehr vergnüglich zu lesen, wie Madame sich von einem Couchpotato allmählich in eine Leistungssportlerin verwandelt. Dann tut sie des Guten zuviel …
Zunächst lese ich einfach vor mich hin ohne größere Ansprüche und bin sehr angetan, die Handlung hat selber Biss, liest sich flott und man ist gespannt, wos hingeht. Ja, aber wo geht es hin und was habe ich gelesen, außer einer unterhaltsamen Verwandlungstory?
Ist „Gym“ eine Satire auf die Bodybuildingsszene? Ganz gewiss ist es das. Die Protagonistin verfällt schließlich allem, was die Szene hergibt. Schade, dass die Autorin ihre Protagonistin nicht auch noch auf Schönheitsbody-Shows geschickt hat.

Ich denke nach, als das Buch aus ist und alles mal wieder in die Brüche geht. Es handelt sich bei „Gym“ um eine Geschichte um den Punkt herum, der kurz vor dem Scheitern steht, nämlich dem sich aufbäumen gegen das vermeintlich unvermeidliche Schicksal. Diese Einstellung ist im Grunde keineswegs verkehrt, solange sie nicht in Besessenheit ausartet. Was es hier tut.
Die Verfasserin hat durchaus in sehr kurzer, aber ausreichender Andeutung die Lebensgeschichte der Protagonistin mitgeliefert, es ist eine Geschichte von Aufstieg, Konkurrenz und von Verrat. Insofern wieder eine korrekte Abbildung der Leistungsgesellschaft. Die Erklärung für das Verhalten der Antiheldin ist mir freilich zu unkonkret und zu lahm; irgendwas in der Kindheit. Ist es nicht immer irgendwas in der Kindheit? Wer hat seine Kindheit schon ganz und gar unbeschadet überlebt?

Fazit: Die Geschichte macht Spaß und endet folgerichtig. Sie hat mich gut unterhalten. Trotz alledem ist es eine Geschichte darüber, dass Scheitern schwer ist, aber irgendwie dazu gehört zum Leben, kaum einer wird davon verschont. Man sollte es erlernen, richtig damit umzugehen. Vielleicht indem man mal wieder ins Gym geht?

Kategorie: Gute Unterhaltung
Verlag: Hanser Berlin, 2025
Profile Image for Alexa.
159 reviews15 followers
September 15, 2025
Wow, was für ein Leseerlebnis! Ich war einerseits komplett abgestoßen von dem Verhalten der Protagonistin und andererseits in einem regelrechten Lesesog gefangen. Es ist eine tolle Leistung der Autorin, dass sie es schafft, solche intensiven Emotionen wie Ekel, Wut und Mitgefühl bei mir auszulösen. Und der Schreibstil ist super, eine geschliffene Sprache, kurze prägnante Sätze, passend zum Inhalt des Romans. Ein tolles Buch, warum steht dieses Buch nicht auf der Longliste des Deutschen Buchpreises?
Profile Image for Alina_liest07.
132 reviews6 followers
August 24, 2025
Knallig, originell, fesselnd
Eigentlich scheint der neue Job im „MEGA GYM“ perfekt – vom (selbsternannten) feministischen Chef zu den vergleichsweise guten Arbeitsbedingungen und überdurchschnittlichen Bezahlung. Doch leider beruht ihre Einstellung auf einer Lüge zu der die geheimnisvolle Protagonistin sich im Vorstellungsgespräch hat hinreißen lassen. Anstatt die Sache aufzuklären, verstrickt sie sich immer weiter in Lügen und, zunehmend, in ganz neuen Obsessionen….

„Gym“ ist ein lauter, fast skurriler Roman voll bissigem Humor und popkultureller Anspielungen, der einen ganz eigenen Sog entwickelt. Verena Keßler hat einen großartigen Stil, einen originellen Blick auf aktuelle Themen und vor allem schafft sie das Kunststück eine Geschichte und Protagonistin zu schaffen, der man zugleich voller Faszination und Abscheu gegenüber steht.
Dieser Roman ist eine wunderbar humorvolle und bitterböse Abrechnung mit unserer Leistungsgesellschaft und dem schönen Schein. Und er zeigt die Gefahr, sich vor lauter Streben nach einem ganz bestimmten (Selbst-)Bild in Obsession zu verlieren auf bildhafte Art und Weise.

Fazit: Ein kurzer, aber knalliger Roman, der nicht nur großartig unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt – große Leseempfehlung!
Profile Image for Halber Kapitel.
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August 19, 2025
Ein kleiner dreckiger Spaß. Die Ich-Erzählerin heuert im Fitness-Studio an und erfindet ein Baby. Dann packt sie die Lust auf Muskulatur. Also ein Roman über Lüge und Wahrheit, auch über Konkurrenz und Leidenschaft (und Mimikri…) , die keine Grenze unangetastet lässt. Schnell kippt das Buch aus der cozy Comedy ins Pathologische, Drastische. So fühlt sich der schnelle Read am Ende wie ein schräger Indie-Film an.
Es gelingt der Autorin, dem teutonisch-lässigen Millenial-Insta-Stil, der grad Mode ist, etwas Amerikanisches beizufügen, dass ich bisweilen dachte, das könnte auch von Boyle oder King sein. Und prompt hatte ich noch mehr Spaß.
Profile Image for Mona.
44 reviews1 follower
December 30, 2025
Krass. Das Ende hat mich sprachlos hinterlassen. Ich hatte etwas völlig anderes erwartet. Die Geschichte ist spannend und intensiv, und man checkt zunehmend, dass etwas nicht stimmt und die glänzenden Oberflächen Fassade oder auch Theaterkulisse sein könnten. Viel mehr will ich vom Inhalt gar nicht verraten, man muss es selbst lesen und wird auch sofort in die Geschichte reingesogen. An manchen Stellen scheint böser, schwarzer Humor durch, leider wird der Roman auf dem Buchdeckel mit den Attributen "hoch amüsant", "witzig" und "unfassbar lustig" angepriesen, was völlig irreführend ist aus meiner Sicht. Trotzdem große Leseempfehlung, der Text hat mich sehr berührt und war mal was völlig Neues.
Profile Image for malena.
89 reviews1 follower
January 3, 2026
crazy einstieg ins jahr, wilde lektüre.
Profile Image for Johanna.
159 reviews38 followers
October 6, 2025
erfrischende sprache, das worldbuilding im gym hat mir so viel spaß gemacht und insgesamt ein super kurzweiliges buch. einziges manko war für mich, dass der zweite satz doch etwas zu vorhersehbar und ähnlich zu vielen filmen, die man zuletzt im kino gesehen hat (z.b. the substance, love lies bleeding, ...), ablief. würde es aber jeder person in meinem umfeld als lektüre für den herbst empfehlen!
Profile Image for Helene.
40 reviews2 followers
November 18, 2025
an einem abend durchgelesen und mir ist bisschen schlecht. die protagonistin ist einfach UNHINGED, was für ein fiebertraum - lässt mich völlig verstört zurück (but in a good way?).
Profile Image for Isabelle.
82 reviews3 followers
December 29, 2025
An einem Nachmittag quasi inhaliert, aber gar nicht unbedingt, weil es so grandios war, sondern sich aufgrund des Schreibstils sehr gut verschlingen ließ.

Man kann das Buch auch als Mensch lesen, der „Gyms“ nicht bevorzugt aufsucht; diese obsessive (in diesem Fall körperliche) Selbstoptimierung ist gar nicht meins — darum geht es aber auch nicht nur.
In Teilen und aus unterschiedlichen Gründen hat es mich an Caroline Wahls „die Assistentin“ oder Daniela Dröschers „junge Frau mit Katze“ erinnert.

Der Roman spielt mit Themen wie Fitnesswahn, Schönheitsidealen, Leistungsdruck und Identität, und zeigt, wie aus dem Wunsch nach Anerkennung und Kontrolle eine selbstzerstörerische Spirale werden kann. Die namenlose Frau gerät in Keßlers kurzem Roman weiter in den Abwärtsstrudel ihrer Lügen und Obsession. In kurzen Fragmenten erfahren wir mehr über die Gründe, warum sie ihren vorherigen Job aufgeben musste und diesen angenommen hat.

Ich kann sowohl die guten als auch die mittelmäßigen Bewertungen nachvollziehen. Verena Keßler wollte nach eigenen Angaben mit GYM keinen Roman über Fitness oder Schönheitswahn schreiben, sondern zeigen, wie Menschen nach persönlichen Brüchen nach Kontrolle, Erfolg und Besonderheit streben. Das Fitnessstudio diente ihr dabei bewusst als Milieu, um Leistungsdruck, Ehrgeiz und das Ausreizen von Grenzen sichtbar zu machen und das ohne moralische Botschaft oder Anleitung.

3,5 bis 4 Sterne für mich.
13 reviews1 follower
September 4, 2025
„Gym“ von Verena Kessler hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Gemäß des Titels und des Covers hatte ich vielleicht erwartet, dass es um Schönheitsideale und den Trend zur ständigen Selbstoptimierung geht. Und das stimmt auch irgendwie, aber diese Beschreibung greift viel zu kurz. Verena Kessler schreibt leichtfüßig und doch mit Sprachgewandtheit, die Geschichte ist rasant und nimmt trotz der wenigen Seiten mehrere für mich unerwartete Wendungen. Ich war während des Lesens amüsiert, schockiert, angeekelt. Die namenlose Protagonistin ist von Beginn an keine Sympathieträgerin. Aber gerade das macht es so spannend. Einziger Kritikpunkt: die Zeitläufe in der Geschichte sind mir bis zuletzt nicht klar. Es fühlt sich alles ein bisschen gehetzt an. Aber vielleicht ist das auch Absicht - zu Protagonistin und Geschichte passend ist es allemal. Für Fans von „Die Augen sind das Beste“ von Monika Kim oder „Boy Parts“ von Eliza Clark.
Profile Image for ellie.
85 reviews2 followers
November 27, 2025
lowkey vom schreibstil UND vom inhalt so wie ich selbst auch schreibe (glaube ich zumindest lol) was cool war und gleichzeitig etwas frustrierend. fand aber an manchen stellen waren mir sachen zu on the nose übererklärt und der plot zu gewollt… außerdem verstehe ich zwar die idee den job im gym mit der corporate welt zu kontrastieren aber iwie finde ich es auch blöd?? idk muss mal mit wem in person drüber sprechen
Profile Image for Greta Bunjes.
9 reviews1 follower
September 17, 2025
Ich kann nicht beschreiben was mir so gut gefallen hat. Ehrlicherweise fühle ich mich auch ein bisschen erschlagen von der Wucht mit der dieser Roman Fahrt aufnimmt und plötzlich endet. Wirklich, wirklich gut geschrieben. Wird sicherlich noch eine Weile in mir rumoren.
Profile Image for Pia.
11 reviews
October 14, 2025
In „Gym“ wird der psychische Zerfall der Hauptfigur begleitet, die einen Job in einem Fitnessstudio annimmt, obwohl sie weder sportlich ist noch dazugehört. Um den Job zu bekommen, lügt sie und behauptet, sie habe gerade ein Kind bekommen. Aus dieser kleinen Lüge entwickelt sich allmählich eine Obsession, die zunehmend außer Kontrolle gerät.

Durch Rückblenden erfährt man, dass sie früher als Consultant gearbeitet hat, was sie letzendlich in den Burnout getrieben hat. Jetzt jagt sie demselben Perfektionsideal nach, nur in neuer Form: am eigenen Körper. Man merkt, wie sehr sie sich von Perfektionsdruck und ständigen Vergleichen mit anderen Frauen auffressen lässt: Nie ist sie gut genug, nie stark genug, nie schön genug. Dieser permanente Konkurrenzkampf, der früher im Job stattfand, verlagert sich jetzt in den Fitnessraum.

Bis zum ersten Drittel fand ich das Buch nicht besonders spannend. Es wirkte etwas flach und es war unklar, wohin die Geschichte führt. Aber irgendwie konnte ich es trotzdem nicht aus der Hand legen und habe es letztlich in ein paar Stunden durchgelesen. Es war seltsam, verstörend und gleichzeitig faszinierend. Hab glaub seit "Die Vegetarierin" nichts mehr gelesen, das mich so verstört hat, aber would recommend!
Displaying 1 - 30 of 329 reviews

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