Das zähle ich noch zum letzten Jahr dazu 🙂↕️
Leider nicht ganz das, was ich mir bei dem wirklich tollen Cover erwartet habe. Das liegt zum einen wahrscheinlich an dem Zeitpunkt, an dem ich es gelesen habe. Leute, die sich noch nicht viel mit Transidentität beschäftigt haben, sei es aus Innen- oder Außenperspektive, können hier bestimmt noch mehr mitnehmen.
Zum anderen finde ich das Konzept aber auch einfach nicht ganz gelungen.
Mein Hauptkritikpunkt ist die ständige Wiederholung, vor allem, wenn man mehrere Texte hintereinander liest. Klar überschneiden sich Erfahrungen und Gesellschaftskritik, aber hätte man daraus nicht etwas Verbindendes machen können, anstatt dass gefühlt jeder zweite Texte das Gleiche erzählt?
Ich würde es mir viel kraftvoller und auch interessanter zu lesen vorstellen, wenn die einzelnen Personen z. B. schreibend aufeinander hätten reagieren können. Oder wenn es ein Videoformat gewesen wäre, dann wäre sowas wie "(lacht müde)" oder "(spricht es enthusiastisch aus)" auch direkt spürbar gewesen.
Außerdem springen die einzelnen Texte immer wieder thematisch, als ob zwischendurch Fragen gestellt worden wären, die uns Leser*innen aber vorenthalten werden - warum?
Mal was Positives: Ich finde es schön, dass sowohl binäre als auch nicht-binäre trans Menschen zu Wort kommen. Ein paar Texte haben mir inspirierende, reflektierte Sichtweisen vermittelt.
Andere haben aber leider selbst Biologismus, Klischees oder schlicht Falschaussagen enthalten. Da kamen dann Sachen rum wie "Und das Testosteron musst du dein Leben lang nehmen." (sic)
(Es ergibt sich durch die verschiedenen Texte, dass das nicht der einzige Weg ist, aber ich finde sowas trotzdem unnötig und unreflektiert.)
Zudem hätte ich es spannender gefunden, verschiedene Generationen miteinander zu verbinden.