Erhellend und ernüchternd, wenn in einem dreißig Jahre alten Buch die Bildungschancen migrantischer Jugendlicher schlecht und Schulen unterfinanziert sind, die Bauern gegen die EU-Agrarpolitik demonstrieren und die Leute anfangen, den Front National zu wählen ohne genau benennen zu können oder zu wollen, wie das genau zu einer Verbesserung führen soll.
Das Buch überzeugt mit seinen gut kuratierten und konstrastreich gegenüber gestellen Interviews und Portraits, die verdeutlichen "die Hölle, das sind die anderen", oder viel mehr die sozialen Logiken und Zwänge in denen sie stecken. Einige der Schlüsse, die man als Leser aus dieser Gegenüberstellung zieht, wirken aber schon so wie Allgemeinplätze, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle ein paar Interviews weniger und dafür punktuell vertiefte Untersuchungen der angedeuteten Zusammenhänge gewünscht hätte.