Wer versinkt nicht gern in fremden Welten und läßt sich auf einer Woge der Phantasie treiben? Mit ihrem jüngsten Zyklus "Das Erbe der Runen", den die Sängerin Anna Kristina mit mystischer Musik begleitet, gelingt es Monika Felten, der deutschen "Queen of Fantasy", den Erfolg ihrer preisgekrönten "Elfenfeuer"-Saga zu übertreffen.§Auch dieser zweite Roman des Zyklus "Das Erbe der Runen" ist wieder ein Gesamtkunstwerk von einzigartiger Kraft. Diesmal führt das Schicksal die junge Halbelfin Ajana ins Herz eines gewaltigen Gebirges. Hier regiert Vhara, die Priesterin des Bösen. Mit einem Heer von Feuerkriegern plant sie einen blutigen Angriff auf Sanforan, die Stadt der Freigläubigen. Einzig die Magie der Runen vermag die tödliche Bedrohung abzuwenden. Im entscheidenden Kampf um das kosmische Gleichgewicht stehen sich Ajana und Vhara schließlich gegenüber. Wird es der jungen Frau gelingen, den dunklen Gott und sein Gefolge zu bezwingen?
Ajana hat ihre besondere Mission im Land Nymath erfüllt und die Nebel entlang des Anand-Flusses wieder hergestellt, die die Vereinten Stämme Nymaths von den feindlichen Uzoma trennten.
Doch schon bald regen sich in ihr Zweifel, ob sie das Richtige getan hat, denn die Errichtung dieser undurchdringlichen Schranke bedeutet auch, dass die noch in Nymath befindlichen Uzomakrieger nicht mehr zu ihren Familien heimkehren können und die Feindseligkeiten zwischen den beiden Fronten so schnell nicht erlöschen werden.
Die Feuerpriesterin Vhara hegt inzwischen einen düsteren Plan, um sich nicht nur die Uzoma, sondern auch ganz Nymath zu unterwerfen und vor allem Ajana in ihre Gewalt zu bekommen, und schickt Feuerkrieger aus, die bald ganze Landstriche in Schutt und Asche legen.
Für Ajana und ihre Gefährten ist die Gefahr also noch lange nicht ausgestanden, und ein langer, mühsamer und risikoreicher Weg liegt vor ihnen ...
An diesem zweiten Band der "Erbe der Runen"-Trilogie gefiel mir ganz besonders, dass sich die Schwarzweißmalerei der verfeindeten Völker immer mehr verwischt, dass Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Nebelwand aufkommen und dass man allmählich erkennt, dass auch die Uzoma ein Recht auf Leben und Freiheit haben. Selbst Vhara, die listige, böse, machtgierige Priesterin, erscheint zumindest kurzzeitig in einem anderen Licht, als man mehr über ihre Vergangenheit erfährt.
Dieses Buch erschien mir auch noch phantasievoller als der erste Teil, die Autorin gestaltet die Welt von Nymath mit originellen Details aus und schafft durch zahlreiche Ortswechsel und damit entstehende Cliffhanger eine große Spannung. Aufgrund der zahlreichen Namen erfordert das Buch jedoch auch einige Konzentration beim Lesen.
Schönes Fantasy-Lesefutter, das Appetit auf den letzten Teil der Trilogie weckt, übrigens auch wieder sehr schön gestaltet mit perlmuttfarbenem Einband und dunkelrotem Vorsatzblatt.