Ava ist eine erfolgreiche Architektin und lebt glücklich mit ihrem Freund Will in der High Society von London. Das ist zumindest der Zustand, den Ava die anderen gerne sehen lassen möchte. In Wahrheit geht ihre Karriere den Bach runter und Will betrügt sie. Sie erkennt, dass sie ihre Lebensweise nicht das ist, was sie will, aber was will sie eigentlich genau? Kurzerhand erhält sie einen Auftrag in Schottland, der Umbau eines Schlosses könnte ihr den Auftrieb geben, den sie braucht und das nicht nur jobtechnisch, den sie lernt dort Colin kennen. Colin lebt in Kiltarf bei Loch Ness und versucht sein Leben, trotz Chaos daheim zu managen. Eigentlich gelingt ihm das irgendwie, aber diese Lady aus London bringt sein Leben dann doch mehr durcheinander, als sie sollte...
Direkt zu Beginn der Geschichte wird man mit Ava und Will bekannt gemacht. Es ist von Anfang an klar, der Kerl ist nicht sympathisch, Ava dagegen würde ich gerne schütteln, damit sie schnell aufwacht. Sie ist anfangs etwas oberflächlich, was wohl oder übel an London und den dort regulären Erwartungen einhergeht. Mit ihrem Umzug nach Kiltarf ändert sich ihr Charakter jedoch oder besser, sie traut sich, wieder sie selbst zu sein. Auch Colin ist am Anfang eher der mürrisch anstrengende Typ, er mausert sich mit der Zeit. Ich fand ihn und seine „Startschwierigkeiten“ zu Ava jedoch sehr anstrengend, da sie sich mehr oder weniger bis zur letzten Seite ziehen und mir dann doch auch mal auf die Nerven gingen.
Die anderen Charaktere, wie Ellie und Kenneth sind von Anfang an sympathisch und passen sehr gut in die Story.
Die Kulisse des Loch Ness hat wirklich gut gepasst und war auch anschaulich beschrieben. Ich habe mich heimisch gefühlt und konnte mir sehr gut vorstellen, auch in Kiltarf zu leben.
Der Schreibstil war angenehm und flüssig. Gut gefallen haben mir bestimmte schottische Ausdrucksweisen, sie lockerten auch die Gespräche zwischen den Charakteren angenehm auf und passten mühelos rein.
Ganz besonders gefallen hat mir, dass in diesem Buch auch die Message steckt, dass man nicht zu schnell urteilen sollte. Niemals den Vorurteilen oder bereits gemachten (schlechten) Erfahrungen folgen, sondern erstmal wirken lassen. Die Liebesgeschichte ist heimelig und somit für gemütliche Lesestunden zur Weihnachtszeit genau das Richtige!