Nun, dieses Buch hat irgendwie so viele Gedanken in meinem Kopf losgelassen und ich fand es gleichzeitig so schlecht, dass ich mich dazu entschieden habe eine ausführliche Rezension zu schreiben. Vor allem, weil ich mehrmals fast das Buch abgebrochen hätte und ich normalerweise schlechte Bücher trotzdem durchstehe. Ich hab immerhin alle Teile von After gelesen! Dieses Buch hat's mir allerdings nicht leicht gemacht um dranzubleiben, aber dazu kommen wir gleich.
Dazu muss ich sagen, dass es mein erstes Dark Romance Buch ist und ich glaube es ist wirklich nicht meins. Die Gewalt und der Sexismus ist mir zumindest in diesem Buch einfach too much aber tbh verurteile ich niemanden der solche Geschichten mag, ich verstehe den appeal.
Als erstes kurzer Recap der Handlung. Die Protagonistin des Buches, Madison, hat einen blinden Zwillingsbruder Cássio. Dieser schuldet den Dark Lords sehr viel Geld. Beide fahren auf eine Insel wo die Lords eine Party feiern. Der Plan ist, dass sie sich unter die Gäste mischen, an die Lords rankommen und dazu bringen, das Bargeld was sie in einer Tasche mithaben, als Schuldenabgleich anzunehmen. Der Plan geht jedoch schief da die beiden nicht damit rechnen, dass die Lords einfach skrupellos sind (shocker). Madison wird von nun als Sexsklavin festgehalten und Cássio ins Meer geworfen. Der ertrinkt jedoch nicht, sondern wird von einem gewissen Diabo geretten und vor den Lords versteckt. Diabo ist ein Killer, der an den Lords rache üben will und sie nach und nach abschlachten will.
So viel zu der Handlung, die meiner Meinung nach im großen Teil des Buches total in den Hintergrund gerät. Dieses Buch ist SEHR spicy und für mich ist es schon zu spicy. Damit meine ich, dass es viele Sex-Szenen gibt und meiner Meinung nach der Plot darunter leidet. Irgendwo im Hintergrund schwadroniert jemand von dem Killer oder Madison fällt ein, dass es ja noch ihren Bruder gibt aber das wird dann verdrängt weil es immer heißt: Zeit zum Vögeln! Dabei fand ich den Killer-Plot spannend und fand seine Kapitel interessant, sodass ich mich auch immer gefragt hab, wer das sein könnte. Aber das kam irgendwie immer zu kurz weil es für die Lords immer wichtiger war Madison zu bumsen. Männer lol.
Ebenfalls fiel es mir schwer, mich wirklich in die Geschichte reinzudenken, weil ich die Charaktere so oberflächlich beschrieben und dadurch flach fand.
Madison bildet noch eine Ausnahme, da sie eine vernünftige Backstory hat, aber 90% der Zeit besteht ihr Charakter nur aus "i'm not like other girls 🤪" und "ich muss mich gegen diese H-Söhne wehren". Das Letztere ist irgendwann auch einfach nur anstrengend und kommt mir auch manchmal nicht so schlau rüber (obwohl sie laut Joaquim ja so klug sein soll). Ich hab mir dann nämlich manchmal gedacht: wäre es nicht irgendwie schlauer das Vertrauen und die Gunst der Lords zu gewinnen, wenn sie auf dieser Insel quasi gefangen ist und von ihnen abhängig? Ich verstehe ja, dass sie sich nicht einfach so hingeben will und es ist ja auch bewundernswert mMn, aber müsste sie nicht irgendwann merken, dass es ihr einfach nichts bringt?
Die Lords: Joaquim und Plutao waren die einzigen die von ihnen hervorgestochen haben. Wobei Joaquim auch bisschen sich mit den anderen verblendet hat, aber zum Ende hin hat er durch seine Gespräche mit Plutao bisschen Form angenommen. Plutao ist für mich aus dieser Truppe auch noch am interessantesten weil es scheint als würde er an mehr denken als f*cken und böse sein in Gegensatz zu den anderen.
Insgesamt schienen die Charaktere nicht so viel nachzudenken. Ich fand ihre Gefühlswelt kam zu kurz und das fand ich schade. Beispielsweise, hätte ich mir bei Madison gewünscht, dass wir mehr von ihrer Verzweiflung sehen, da es ihren Charakter für mich sympathischer und realistischer gemacht hätte. Ebenso hätte ich mir gewünscht, dass das Buch mehr darauf eingeht, welche Gedankengänge hinter den Taten der Lords stecken, so bisschen deren villain origin story quasi. Es kommt nämlich in dem Buch rüber, als wären sie einfach nur Böse um Böse zu sein. Das hat die Story für mich bisschen langweilig und unspannend gemacht. So okay, die Lords vertrauen sich zu 100% so hart (hihi) dass sie sich Madison teilen, aber was schweißt sie zusammen? Woher kennen die sich alle überhaupt?? Und sind das wirklich deren Namen??? Und warum diese Namen?????? Vielleicht sind es Fragen, auf die in den nächsten Bändern mehr eingegangenen wird, aber dadurch dass man so wenig darüber in diesem Buch erfährt, hat es mich in dieser Hinsicht nicht wirklich gefesselt.
Dann gab's noch Sachen, die für mich wenig Sinn gemacht haben. Erstens, das Misstrauen von Joaquim gegenüber Madison, die vor allem zum Ende des Buches sichtbarer geworden ist als Madison mit Plutão connected hat. Brudi, sie wollte Neptuno das Leben retten, nachdem sie erfahren hat, dass er ihren Bruder töten wollte - glaubst du ernsthaft, sie würde auf Plutão losgehen, der ihr wirklich nichts getan hat? Misstrauen hin oder her, es ergab für mich wirklich keinen Sinn. Einfach Misstrauen um des Misstrauens willen, weshalb mich das so genervt hat. Aber das lag wahrscheinlich eben daran, dass die Charaktere so flach waren und die Lords außer Böse Sein keine anderen Charaktereigenschaften hatten.
Und noch eine Sache dir mir nicht aus dem Kopf geht: woher wusste Neptuno, dass etwas in seinem Whisky ist? Warum dachte er, dass es ausgerechnet DIESER Abend ist? Warum dachte er, dass es ausgerechnet IHN an DIESEM Abend trifft? Das ist für mich echt ein Rätsel und ich frage mich die ganze Zeit ob ich was überlesen hab oder ob es im nächsten Band mehr dazu gibt.
Insgesamt gibts es am Anfang und des Ende des Buches Handlung, dazwischen gibt's eigentlich nur Sex. Was nicht unbedingt schlecht ist, you do you, aber mir sind die ganzen Intrigen und Geheimnisse deshalb zu kurz gekommen.
Ob ich mir das nächste Buch durchlese? Keine Ahnung. Hat schon Spaß gemacht allein diese Rezension zu schreiben. Ich würde dem nächsten Band eine Chance geben mit der Hoffnung auf mehr plot development aber wenn es wieder zu 80% nur aus Sexszenen besteht, ist bei mir die Reihe leider unten durch.