Ich werde jetzt erstmal ein paar Rezensionen lesen und angucken, derer ich habhaft werden kann. Die großen Literaturshows haben darüber leider noch nicht gesprochen, sehr sehr schade, ich würde ja gerne der Diskussion von Scheck und Wilke dazu lauschen.
Ich bin confused und kann nicht so recht believen, dass Gewalt, Vorverurteilung und Sexismus den advanced freshen Feminismus 2022 auszeichnen sollen. Aber what do you know, Penis-Boomer!
Helene begeht Suizid und hinterlässt drei Kinder und einen Ehemann. Die Gesellschaft habe sie kaputt gemacht, vermuten Tochter Lola und Freundin Sarah, die bald für Helene einspringen und den Schmerz des Verlusts verarbeiten müssen. Sarah, kinderlos, wird die Mutterstelle für die beiden kleinen Söhne übernehmen, Lola wird einen aktiven Feminismus übernehmen.
Es ist mein erster Roman von Fallwickl. Ich schätze feministische Literatur sehr, ob historische oder aktuelle. Besonders Anke Stellings Geschichten mag ich. Es gefällt mir, wenn Texte den ungleichen sozialen Bedingungen und Chancen von Männern und Frauen nachspüren, ich weiß um die lösende Kraft von Provokationen in Satzform. Es gefällt mir, wenn Autorinnen, die klüger und lebenserfahrener sind als ich, meinen eigenen Sexismus herausstellen, so dass ich beim Lesen kleiner werde. Mich aber danach ändern kann, weil ich etwas verstanden habe, weil mir etwas verdeutlicht wurde. Das mag ich.
Unsere Gesellschaft ist sexistisch. Das ist sie.
Zuletzt habe ich in den Kommentaren auf meinem YT-Kanal mit jemandem diskutiert. Als ich ihm -es war natürlich ein Mann- am Ende der Diskussion nicht sagen konnte, was er hören wollte, nämlich warum die gegenwärtige Literatur „degeneriert“ sei, da hat er geschrieben, ich solle „ein Tampon in meine Muschi schieben“. Im Jahr 2022 ist die max(imale) Beleidigung für einen Mann, er sei eine Frau. Unsere Gesellschaft ist sexistisch. Wir müssen für diese Erkenntnis nicht die Gehalts-Unterschiede analysieren. Ein Blick in die unmittelbare Umgebung reicht.
Ich bin sexistisch. Das bin ich. Leider.
Zuletzt habe ich einen schönen Tag mit meiner Schwester und mit meiner Baby-Nichte Pauli verbracht. Weil Pauli braune Sachen trug, sagten Fremde, „er“ sei ein süßes Baby. Als wir dann wieder unter uns waren, habe ich meine Schwester gefragt, warum die Leute denn nicht sehen würden, dass Pauli ein Mädchen sei. Die Wimpern seien doch mädchenhaft lang. Meine Schwester hat mich einfach nur angegrinst und gesagt: „Wirklich?“ Zu Hause habe ich im Internet nachgeguckt und festgestellt, dass es keinerlei Beziehung zwischen Wimpernlänge und Geschlecht gibt. So bin ich aber aufgewachsen: Männer sind so. Frauen sind so. Sexistisch. Leider.
Natürlich sind das anekdotische Ereignisse. Natürlich wähle ich für meinen eigenen Sexismus eine letztlich harmlose Unwissenheit. Ich könnte euch andere Dinge erzählen: Was ich einer Exfreundin in der Wut an den Kopf geworfen habe, wie Alex und ich die Elternzeit aufgeteilt haben. Aber ich glaube, ihr habt verstanden: Ich weiß, dass Sexismus existiert und ein Problem darstellt. Meine direkte Lösung ist es meist, offen für Erläuterungen zu sein. Erklärungen durch Autorinnen und Autoren (auch viele Männer sind große Feministen), meine Schwester oder Alex. Vielleicht muss ich manchmal darauf hoffe, dass mein Sexismus akzeptiert wird, weil wir alle geprägt sind durch die Erziehung und Erlebnisse der Vergangenheit. Und weil sich Werte ändern können. Weil wir Fehler machen.
Natürlich lebt jeder von uns im Feminismus, jeder hat seine feministischen Erfahrungen gemacht. Ich könnte euch von meiner coolen Mutter erzählen, die alleinerziehend und arbeitend zwei Kinder großgezogen hat, die mir als Jugendlichem den Lappen in die Hand gedrückt hat und mir befohlen hat, das Klo zu putzen. Meine Schwester stand in der Zeit im Wohnzimmer und hat die Dübellöcher für den Schrank in die Wand gebohrt.
Anekdotisch, klar. Aber wir alle leben im Feminismus, er gehört zu Deutschland wie der Islam, und das ist auch gut so.
Was ist der Feminismus? Ich weiß es nicht mit Bestimmtheit. Er verändert sich, hat Variationen und zeittypische Schwerpunkte. Ein Teil seines Erfolgs liegt in seiner Anpassungsfähigkeit bei stabilem Kern. Aber ich vermute, die „grundlegende gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Gleichberechtigung der Frau gegenüber dem Mann“ dürfte eine Wortsammlung sein, die nicht ganz verkehrt ist und dem – eigentlich ja einfachen – Anliegen nahekommt.
Was ich gelernt habe durch Fallwickls Roman „Die Wut, die bleibt“, ist der Umstand, dass es einen modernen Feminismus gibt, der den Weg der letzten 70 Jahre als kraftlos und erfolglos sieht. Es gab nie einen richtigen Kampf, der beginnt jetzt. Denn Lola, die 15jährige Tochter, wird Sarah als Stellvertreterin einer älteren Generation erklären, dass nun endlich neue Zeiten des Frauenkampfes anbrechen.
Ist das denn notwendig?
Ja, absolut! Denn Marlene hat sich umgebracht, weil im lieblos hingeklatschten Satz des Ehemanns, „Haben wir kein Salz?“, alles steckt, was in dieser Ehe und in diesem Mutterleben falsch läuft:
Gib mir Salz! Bist du zu blöd, das Salz auf den Tisch zu stellen? Ich stehe nicht auf, um meinen Wunsch zu befriedigen. Es enttäuscht mich, mit dir verheiratet zu sein.
Aus den 4 Seiten der Kommunikation sieht Helene nur einen Fluchtweg – nach unten. Sie stürzt sich vom Balkon.
Das ist ein starker Beginn und es geht stark weiter: Nach der Beerdigung wird sich Sarah breitschlagen lassen, den Haushalt und die Kinderpflege zu übernehmen. Die Frau, die keine Kinder hat, und mit ihrem verantwortungslosen Loverboy Leon wohl auch keine haben wird, versinkt bald im Chaos der Mutterschaft. Das ist ein cleverer Kniff von Fallwickl: Weil Sarah ganz plötzlich alles übernehmen muss, prasselt die unglaubliche Fülle der Aufgaben auf sie wie auf den Leser ein. Dass man das alles nicht alleine schaffen kann, fühlt man als Leser richtig mit. Toll! (Rückblickend habe ich den Eindruck, dass diese wenigen Stellen - die detaillierten, tagesgenauen Beschreibungen der Überforderung Sarahs - die besten des Buches waren und ich es hier hätte zuklappen können: 4 Sterne. Aber leider kommen noch 200 Seiten.)
Fallwickls Stil und Erzählweise unterstützen in diesem ersten Abschnitt die Geschichte der überforderten Sarah. Denn in einer bedrückt-bedrückenden Innenschau lotet sie die Psyche ihrer Protagonistin Sarah aus, die bald nicht mehr kann und Unterstützung von Helenes Ehemann Johannes braucht. Aber der hilft nicht. Und hier beginnt das Problem:
Fallwickls Ehebild ist ein Klischeebild, das bis zum Schluss keine Variation erhält, keine Veränderung. Johannes zieht sich aus jeder Pflicht, er kann im Haushalt keinen Schritt unternehmen, ohne das Chaos zu vergrößern, er kümmert sich nicht um die Kinder, schützt seine Arbeit vor, um abzuhauen. Eine Kommunikation findet nicht statt. Wer sich über das Ausbleiben der Kommunikation zwischen Sarah und Johannes (oder Helene und Johannes) nicht wundert, projiziert vielleicht schon eigene Erfahrungen in den Roman und ist ab diesem Zeitpunkt vermutlich schon restlos vom Buch überzeugt. Mein Problem beginnt hier allerdings erst.
Johannes ist nicht der einzige Mann, der ein Pappkamerad bleibt: Leon ist ein heißes Sexmonster, das den Intellekt eines Dildos hat, den Sarah nicht mehr braucht. Er ist dumm, reagiert grundsätzlich idiotisch und übergriffig. Lolas Erzeuger schickt nur Geld, um sein Gewissen zu beruhigen und ist ein Arschloch. Es gibt noch einen Direktor, der ein fauler Beamtenarsch ist. Die Männerfiguren sind hanebüchen, sind peinlich schlecht gezeichnet. Es ist mir unverständlich, wie Fallwickl sich dafür hergeben kann, diese Männer aufzubauen. Das ist Wettbewerbsverzerrung, Betrug! Natürlich sind das totale Saftsäcke, natürlich bringen die nichts zustande. Aber auch ich kann mich hinsetzen und EINERSEITS einen komplexen und realistischen Mann beschreiben, mit all seinen Wünschen und Widersprüchen etc. und ANDERERSEITS beschreibe ich eine Nazi-Hexe. Und dann lasse ich die zusammenwohnen und gucke mal, was passiert. WOW!
Das Buch ist selbstgerecht, es bewertet mit zweierlei Maß, was aber niemand zu bemerken scheint. Warum bemerkt das fast niemand? Ja, Sarahs häusliche Überforderung ist massiv, aber sie ist auch extrem konstruiert und Johannes ist eine Pappfigur. Aber das ist nicht das Schlimmste.
Sarah und Lola beziehen sämtliche Unsicherheiten, zum Beispiel körperliche Unzufriedenheiten, auf den Druck durch die patriarchalische Gesellschaft. Dass Sarah Angst hat, dick zu werden, alt zu werden, hässlich zu werden, liegt also an Leon. Dass Leon einen Haufen Energiedrinks im Kühlschrank lagert, liegt daran, dass er Sarah keinen Platz für deren mögliches Essen geben möchte.
Sie kann zu Haue auch keine Jogginghose tragen, weil Leon das nicht sexy fände, und dann wäre er vllt. Weg, der heiße Stecher und mögliche Vater der Kinder. Denn Kinder, genau das will Sarah. Und dafür lebt sie halt zu Haue wie im Gefängnis und externalisiert permanent ihre Unsicherheiten.
Und weil die Schuldzuweisung an die Männer vielleicht noch nicht deutlich genug war, folgen nun immer wieder eingeschobene Belehrungen über die -Ismen und Phobien der Gegenwart, unter denen die Frauen zu leiden haben. Lola, der diese Belehrungen in den Mund gelegt werden, ist so sympathisch wie Hermine Granger in ihren düstersten Momenten. Nur viel viel viel schlimmer.
Die Männer sind übrigens natürlich attraktiv, wachen auf und sind sexy verstrubbelt, sind schlank und müssen sich keine Gedanken um ihr Äußeres machen. HAHAHA! Was für ein Unfug! Dieses Ding mit dem Hübschseinwollen sei also eine reine weibliche Angelegenheit. Pssst, absolut, überhaupt gar nicht, ich und Millionen Männer stylen sich ausgiebig. Als meine Haare mit 18 ausfielen und sich riesige Geheimratsecken bildeten, saß ich auf dem Badezimmerboden und habe geheult. Als ich 20 Kilo zunahm, habe ich sämtliche mentale Phasen der Verspannung durchlaufen, die Sarah vermutlich auch durchlaufen würde, wenn ihre Psyche nicht nur ein oberflächliches Sammelsurium der "Psychologie Heute" wäre. Diese scheiße Ideale im Kopf sind völlig unabhängig vom Geschlecht. Dieser Sexismus ist unglaublich nervig!
Ich kann mir kaum eine Frau vorstellen, die im Zusammenleben so devot handelt wie Sarah und kaum einen Mann, der so strunzdumm wäre wie Leon. Die Beschreibung dieses Paares hat mich an seichteste Arztromane erinnert. (Ja, ich habe mal einen gelesen, Recherche sozusagen.)
Zur Einschulung eines der Kinder heißt es:
"Drei, vier Väter sind anwesend, stechen heraus in ihrer Vereinzelung, haben so ein selbstgefälliges Grinsen, das Sarah sauer aufstößt. Ansonsten nur Mamas."
Wollen wir uns die Struktur dieser Beschreibung von männlicher Kinderbetreuung mal genauer ansehen? Also: Männer kümmern sich nicht, weil sie egoistische Arschlöcher sind. Wenn sich Männer dann aber doch mal kümmern, sind sie "selbstgefällige" Arschlöcher, weil sie es nur aus Egoismus tun. So kann man sich sein Gesellschaftsbild auch aufbauen. (Genau dieses Argumentationsmuster hat mich übrigens zuletzt im Buch von Ahmad Mansour auf die Palme gebracht. Hier nicht weniger.)
Auch zum Thema der Gewalt gegen Frauen hat das Buch etwas zu sagen:
„Die Männer gehen locker, glauben: Sie sind die Angreifer. Nicht die Angegriffenen."
Was glaubt ihr, wie oft ich nachts voller Furcht und Vorsicht durch Neuperlach, Halle-Neustadt oder den Wedding gegangen, wie oft ich vor grölenden Männergruppen in Seitenstraßen ausgewichen bin, wie oft ich nachts ein gegröltes "Schwuchtel" oder "Hurensohn" runterschlucken musste? Wer ist hauptsächlich von männlicher Gewalt betroffen?
Natürlich sind auch Frauen betroffen und ich muss euch nicht sagen, wie schlimm das ist! Die Statistik für Deutschland im Jahr 2020 sowohl für Morde wie für Körperverletzung zeigt jedoch, dass Männer 70% bis 80% der Opfer ausmachen. Will mir Frau Fallwickl ehrlich erklären, dass Männer keine Angst haben müssen? Das ist doch genauso eine Form des Shamings! Brave-Shaming. Ein Mann darf nachts allein im Stadtpark keine Angst haben? Natürlich haben das viele Männer!
Natürlich sind besoffene, im Pulk torkelnde Yakuza-Atzen unangenehm, egal, ob ich einen Schniedel oder eine Vulva habe, meine Güte!
So, aber natürlich weiß Fallwickl, dass Sarah nicht modern und feministisch handelt und daher tritt nun Lola auf den Plan. Lola entwickelt sich zu einem emanzipierten Mädchen, das ihre Körperunsicherheiten und ihre Autoaggression ablegt. Sie wird sich durch Bücher zum Thema Feminismus, Queersein, Wokesein etc. weiterbilden, sie wird Kampfsport machen, viele Kilos zulegen und mit drei Freundinnen Männer überfallen und zusammenschlagen. Diese Gewalttaten sind durch Gerüchte und Hörensagen motiviert, Lola und die anderen brechen Kiefer, ritzen Wangen auf, weil sie vermuten, dass irgendetwas vorgefallen ist. Besonders deutlich wird das am Beispiel eines alten Lehrers, zu dessen Vorgeschichte wirklich gar nichts bekannt ist, was die Gang aber nicht davon abhält, ihn zu überfallen, sodass er einen Anfall erleidet und eventuell stirbt. Und weil das Buch ja irgendeine Begründung braucht, heißt es, dieser Lehrer sei sicher irgendwie abstrakt involviert in das Leben eines Mädchens, das unglücklich geworden sei. (Ich hoffe, ihr seid beeindruckt wie ich, der Büchner-Preis ist nahe!) Natürlich hat er Kinder zum Heulen gebracht, er ist Physiklehrer! Dann wünsche ich mir aber fairerweise bitte auch die Ausrottung sämtlicher Verkäufer im Einzelhandel und an Tankstellen, weil ich bei den Preisen mittlerweile auch leide!
Diese Rächerepisoden der kahlrasierten, aufgepumpten jungen Frauen könnten lustig sein wie Tarantinos Filme oder historisch eingebettet in die Geschichte von Edith Garrud, die den englischen Suffragetten ab 1909 Jui-Jitsu beibrachte. Aber diese Szenen sind – wie fast das ganze Buch – in so einem bedeutungsschwangeren Stil der innerlichen Ausnahmesituation verfasst, dass hier nichts ironisch ist.
Lola wird dann auch noch ihre Sportlehrerin würgen, weil die ihren Job macht und dafür sorgen muss, dass die anderen Mädchen nicht durch Lola genervt werden. Sarah stellt sich nun völlig unmotiviert auf Lolas Seite, weil „die Schule ja schon immer falsch gewesen sei“. Boah, Alter! Was ist das denn für ein Niveau. Wieso ist denn jetzt plötzlich Gewalt, die Ablehnung von demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien ein Zeichen von Feminismus? Mich irritiert so hart, dass ein Buch, das alle Themen des Zeitgeists brav abhakt, ausufernde Gewalt und Vorverurteilungen völlig ironiefrei verwenden kann. Das stört den Leser offenbar nicht, wenn die Zugehörigkeit zum Zeitgeist ihm versichert, dass das Buch schon auf der richtigen Seite stehe. Dann kannst du offenbar Menschen foltern und liquidieren, Ottonormal-Leser und Annanormal-Leserin finden es fair.
Gib diesen Lesern aber jetzt Meisterwerke der sublimen Gewalt, "Das Herz der Finsternis" oder "Lolita", Werke, in denen es um die Manipulation unserer Werte geht, und sie werden sich über diese Werke entrüsten!
Ich glaube, ich irritiere euch nicht mehr, wenn ich ergänze, dass Lola zuvor ihren einstigen Schwarm in der Umkleidekabine sexuell belästigt und mobbt. Warum? An dieser Stelle muss ich -auch wenn es mir seelisch weh tut – diese furchtbare Mantra des Buches wiederholen: Wir tun das für alle Frauen, für alle Frauen, die waren und sein werden. Weil alle Frauen unter den Männern leiden.
Dieser dauerpathetische Ton geht irgendwann wie Nieselregen auf den Leser herab. Man wünscht sich, dass Fallwickl auch mal ablassen könnte von diesem sensiblen Befindlichkeitsstil, der alle Szenen gefühlig einbreit. Irgendwann werden dann auch zu viele englische Vokabeln in den Text gestreut und es fühlt sich an, als hätte die Autorin zu viel Zeit auf Insta und Twitter verbracht, um herauszufinden, was "authentische" Kids mit twenty-twentyone heute so wegtalken. Klappt semi, Diggi!
Häh? Haben hier alle Klebstoff geschnüffelt? Wieso ist dieses Buch voller oberflächlicher Charaktere und abstoßender Selbstjustiz und sexistischer Zeichnung der Männerfiguren so beliebt? Was soll das denn bitte?
Wisst ihr, was Fallwickls Buch jetzt antworten würde? „Dennoch verlässt er sich auf den Pimmel, der ihm zwischen den Beinen baumelt.“ Ja geil, wenn das die einzige Antwort auf jeden Einwand eines Mannes ist Top, läuft bei dir!
Ein Extra-Punkt, weil ich mich so tierisch aufrege und das ist ja auch selten der Fall. ;-) Und der erste Teil zu Sarah hat mich auch erschüttert.
Dieses Buch macht einen - in meinen Augen - gravierenden Fehler. Es fordert die Spaltung der Gesellschaft, die es selbst zuvor verzerrt, völlig verkürzt und selbstgerecht dargestellt hat. Damit fehlt ihm, was großer Literatur niemals fehlt: Aufrichtigkeit, Selbstkritik, Wärme gegenüber dem Menschlichen.
Dass hier ein Graben in der Gesellschaft aufgerissen werden soll, finde ich unangenehm. Ich werde weiterhin mit Männern und Frauen zusammenarbeiten.