Gottsched was los? Ich meine klar, kann man viel besser lesen, als alles was Gryphius oder Lohenstein je gemacht haben, aber c'mon... Gefühle? Ich habe zero gefühlt dabei! Und dann diese Plotholes und unfassbar schwachen Beweggründe der Charaktere. Wieso soll mich interessieren, dass Catos Sohn Marcus während des Stücks (wird berichtet) im Kampf heldenhaft stirbt, wenn ich bis dato nichtmal wusste, dass es Marcus gibt??? Portius, Catos anderer Sohn Portius hätte sterben sollen. Den kannte ich. Und dieser ganze "Du bist garnicht die Herrscherin des fremden Königreichs, sondern eigentlich meine ewig verschollene Tochter" Arc? Viel zu schlecht delivered. Kauf ich nicht ab. Die erste Hälfte war nett zu lesen, aber als die Geschichte dann zum Ende kommen sollte, wars größtenteils nur platt (may change my mind later). War ok, könnte besser sein.
Versdramen sind einfach nicht so ganz mein Fall, aber Cato war da noch ganz erträglich. Als exemplarisches Stück für Gottscheds Regelpoetik funktioniert es aber ganz gut.
dafür das er sich in der einleitung (seitenlang, hab irgendwann übersprungen) über die damalige lage des "deutschen" theaters und des dramas ingesamt beschwert, war sein werk im endeffekt doch sehr einfallslos. gottsched hat sich die haupthandlung halt noch nicht mal selber ausgedacht, sondern einfach nur teile anderer stücke zusammengefügt und eigenen stuff noch dazu geschrieben. aber cato also figur war eigentlich ganz cool! ist halt dramen-theorie und dafür ziemlich ok, deshalb stabile 3.
Gottsched hat aus den französischen und englischen Fassungen abgeschrieben und das alles in einen Alexandriner gepresst. Heraus kommt ein sogenanntes Originaldrama, das außer des zugrunde liegenden historischen Themas weder inhaltliche noch sprachliche Glanzlichter vorzuweisen hat.