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156 pages, Paperback
First published January 1, 1991
Fleischmann: Und die Sexualität?
Bernhard: Und die Sexualität, mit der entsteht dann erst dieses Körperliche - allerdings ist das dann ja die Lust, nicht -, und vorher ist ja nur ein Schwebezustand. Sexualität war bei mir insofern sehr eingeschränkt, weil in dem Moment, wo sich das gerührt hat, nicht, und ich irgendwie g’merkt, aha, da sind ja ganz geheimnisvolle Kräfte, die dich selbst jetzt auf einmal in Bewegung bringen und so, auf bestimmte Objekte hin [lacht], da bin ich irgendwie sterbenskrank g’worden. Und dadurch war das jahrelang eher sehr, sehr eingedämmt und eingeschränkt. Was eigentlich schad‘ ist, weil grad‘ in der Zeit, in der die Sexualität wahrscheinlich den größten Reiz hat, nämlich wenn sie quasi erwacht und wenn das Schwanzerl sich rührt, auf deutsch g’sagt, nicht, also da war ich dann im Spital. [Genauer gesagt: im Alter von 19 Jahren.] Da ist ja alles abgeschlafft, mehr oder weniger, und man liegt drinnen und ist einfach niedergehalten. Wie ich dann herausgekommen bin, war ich eher müd‘ und a bißl schwach. Aber, so zwischen zweiundzwanzig und dreißig war das dann schon alles, glaub‘ ich, ganz richtig und normal da, nicht. Auch mit großem Genuß und allem Auf und Nieder, wörtlich und bildlich gesprochen - Sie dürfen sich da nicht genieren! Am Meer geniert man sich ja über gar nichts. Oder haben Sie ein Schamgefühl jetzt?
Fleischmann: Nein, nein.
Bernhard: Ja, eh nicht, sehn S‘, das ist ja irgendwie ein Blödsinn.
Fleischmann: Haben Sie manchmal ein Schamgefühl?
Bernhard: Naja ich meine, sicher hat man hie und da ein Schamgefühl, allerdings, nachher denkt man sich, warum hast eigentlich eins g’habt, also es hebt sich dann immer wieder auf.
Chjristian Moeller: Er spricht mir aus der Seele wie kein Zweiter. Alle hatten immer gesagt: Thomas Bernhard. Ich kannte ihn nicht und bis heute eigentlich nur alle wenigen Videos von ihm hier auf youtube. Wären es tausende, kein einziges wäre zuviel.
HellDunkel: Wer ehrlich ist muss zugeben, dass wahrscheinlich ist keines seiner Bücher so lustig ist wie die Monologe auf Mallorca.