Jump to ratings and reviews
Rate this book

Geschichten zur falschen Zeit. Kolumnen 1975 - 1978.

Rate this book
German

Paperback

Published September 1, 1998

1 person is currently reading
14 people want to read

About the author

Peter Bichsel

87 books55 followers
Peter Bichsel was a popular Swiss writer and journalist representing modern German literature. He was a member of the Gruppe Olten.
Bichsel was born in 1935 in Lucerne, Switzerland, the son of manual labourers. Shortly after he was born, the Bichsels moved to Olten, also in Switzerland. After finishing school, he became an elementary school teacher, a job he held until 1968. From 1974 to 1981 he was the personal advisor and speech writer of Willy Ritschard, a member of the Swiss Federal Council. Between 1972 and 1989 he made his mark as a "writer in residence" and a guest lecturer at American universities. Bichsel lived on the outskirts of Solothurn for several decades.
He started publishing short lyric works in newspapers. In 1960, he got his first success in prose as a private printer. In the winter of 1963–1964, he took part in a writing course in prose taught by Walter Höllerer.
One of his first and best-known works is And Really Frau Blum Would Very Much Like to Meet the Milkman. Published only in a modest edition in 1964, the book was quickly sold out. The reason was an enthusiastic review by Marcel Reich-Ranicki. Just as successful, Children's Stories, intended for adults, is written in the form of droll tales for children. Both books were translated from German by the English poet Michael Hamburger. A theme of Bichsel's works for younger readers is the stubborn desire of children to take words literally and wreak havoc on the world of communicated ideas. In the early 1970s and 1980s, Bichsel's journalistic work pushed his literary work mainly into the background. Only Der Busant (1985) and Warten in Baden-Baden appeared again with the Bichsel style that was so familiar to German readers. Peter Bichsel gave up being a professional teacher early in his lifetime, later he continued to teach his readers that the drudgery and banality of life are of our own making. He used often a simple sentence structure 'subject-predicate-object' and was a passionate observer of Switzerland.
In 1981, he was a member of the jury at the 31st Berlin International Film Festival.
Peter Bichsel's estate is archived in the Swiss Literary Archives in Bern.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
5 (19%)
4 stars
9 (34%)
3 stars
10 (38%)
2 stars
2 (7%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Nantiny.
103 reviews16 followers
August 16, 2017
ชอบงานเขียนของบิคเซลจากเล่มแรกที่ได้อ่านคือ โต๊ะก็คือโต๊ะ แล้วโดนใจ

จากนั้นตามอ่านมิสซิสบลูมอยากรู้จักคนส่งนม ก็ชอบแต่ยังไม่สุดเท่าไหร่ อาจเป็นเพราะเรื่องแต่ละตอนดูสั้นไป แต่ก็จัดว่าเป็นเอกลักษณ์ไปในตัว เพราะเป็นการเล่าเรื่องแบบแหว่งวิ่น แตกเป็นส่วนๆ แต่สุดท้ายก็จะรวมเป็นภาพเดียวกันได้อยู่ดี
เหมือนชีวิตของผู้คนบนโลกใบนี้


และที่สุดได้อ่านเล่มนี้ คือ เรื่องเล่าผิดเวลา
ที่จัดว่าเป็นวรรณกรรมใช้สอยได้อย่างลงตัวมากๆ ผสมผสานกันระหว่างบทความที่ออกแนววิชาการกับวรรณกรรมที่มาจากการเล่าและ แอบแซะวิพากษ์วิจารณ์สังคม การเมือง เรื่องโลกไปพร้อมๆกันได้


ส่วนตัว ถ้าให้ลองเปรียบเล่มนี้ก็คือ เหมือนอ่านมายาคติของโรล็องด์ บาร์ตส์ ผสมกับ
วิธีเดินทางกับแซลมอนของอุมแบร์โต
เอโค (แต่ยังไม่เคยอ่านเล่มของเอโคนะ
แต่ดูลาดเลาน่าจะได้อยู่ แต่ของเอโคน่าจะฮากว่านี้มาก)
ซึ่งเรื่องเล่าผิดเวลาของบิคเซลจะมีมุมเศร้าๆ ติดมาด้วยในตอนจบ เหมือนกับชีวิตคนเราที่คำตอบในตอนจบสำหรับแต่ละคนไม่เหมือนกัน บิคเซลจะเปิดพื้นที่ตอนจบของเรื่องให้เรากลับไปคิดใคร่ครวญต่อเอง

โดยเฉพาะตอนชื่อเรื่อง ระลึกถึงตัวเอง. เสรีภาพยังมีราคาค่างวดสักเท่าไร. มนุษย์จริงกับมนุษย์ไม่จริง. และฉันไม่อยากให้เธอตาย.
4 ตอนนี้ชอบมากๆ สมกับการเรียกว่าเป็นวรรณกรรมใช้สอย(คือเป็นได้ทั้งเรื่องเล่า บทความ และวรรณกรรม ครบในตัว...ตามความรู้สึกที่ได้อ่านไปนั้นแล)
Profile Image for Klaus Mattes.
743 reviews10 followers
January 26, 2025
Man wird den Schweizer Autor Peter Bichsel für seine lakonische, vorgeblich simple Kurzprosa aus den sechziger Jahren kennen müssen. Doch eigentlich sind seine journalistischen Vernehmlassungen, die Kolumnen, die er seit Jahrzehnten schreibt, längst zum Hauptwerk geworden. Die Bucheditionen der Kolumnen starteten seinerzeit mit diesem Band, „Geschichten zur falschen Zeit“. Das sind 44 Beiträge zum Magazin der großen Zürcher Regionalzeitung „Tagesanzeiger“ aus den Jahren 1975-1978, also einer uns mittlerweile sehr fern und friedlich erscheinenden Epoche des Wohlstands-Nachkriegseuropas. Weitere Kolumnen kamen danach mit „Irgendwo anderswo“, 1980-1985, „Im Gegenteil“, 1986-1990, „Gegen unseren Briefträger konnte man nichts machen“, 1990-1994, „Alles von mir gelernt“, 1995-1999, „Doktor Schleyers isabellenfarbige Winterschule“, 2000-2002, „Heute kommt Johnson nicht“, 2005-2008, „Im Hafen von Bern im Frühling“, 2008-2011, „Über das Wetter reden“, 2012-2015. Schließlich erschien noch ein Rückblick auf die Anfängerjahre mit „Auch der Esel hat eine Seele“, 1963-1971.

Oft sind diese mehr oder weniger nicht-fiktionalen Texte nur vier Taschenbuchseiten lang? Und wie sind sie so?
Sie sind schein-privat.

Bichsels Frau, Schauspielerin, tritt niemals auf. Auch nicht die Tochter oder der Sohn. Eher schon mal der „bekannte Schweizer Schriftsteller F.“, das ist Max Frisch. Über Jahrzehnte haben Frisch und Bichsel sich gut verstanden, der ehemalige Architekt und der ehemalige Grundschullehrer, beide weltanschaulich in Nachbarschaft zur Sozialdemokratie zu verorten. Ständig erzählt er uns etwas, was er vor einiger Zeit erlebt habe, was allerdings, wie sich schnell zeigt, üblicherweise des Erzählens oder gar einer literarischen „Geschichte“ nicht für wert befunden worden wäre. Einen Spaziergang machen, sich langweilen, ein Glas Wein trinken in der Bahnhofwirtschaft, mit einem Durchreisenden ins Gespräch kommen. Oder aus New York, dort wäre er öfter. Bichsel verschweigt, dass, nachdem er sehr früh dann kein Schullehrer mehr war, er auch nicht den Rest des langen Lebens von zwei frühen Longsellern, „Kindergeschichten“ und „Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen“, hätte leben können, sondern es faktisch, neben den Kolumnen, als Literaturdozent im Ausland tat, mehrfach in Amerika. Die Amerikaner, sagt er, hätten über die Schweizer merkwürdige Bilder in ihren Köpfen. Wir umgekehrt allerdings auch. Überall wären die Menschen gar nicht so, wie man sich vorgestellt habe.

Seine faktisch wohl immer bestehende Verwobenheit in den west-deutschen Kulturbetrieb erwähnt der Kolumnist fast nie. Irgendwo schon mal, dass das Goetheinstitut ihn als Repräsentant des deutschsprachigen Schreibens auf eine große Tournee nach Asien und Australien geschickt hat. Aber nie was über die gerade aktuellen, durch die Feuilletonseiten von „Spiegel“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „FAZ“ und „Titel, Thesen, Temperamente“ getriebenen Debattensäue. Nichts zur allgegenwärtigen Suhrkamp-Kultur jener Tage. Wobei Bichsel von Luchterhand verlegt wurde, ins Haus Suhrkamp kam er erst später, als Luchterhand aufgeteilt wurde, mehrheitlich an Bertelsmann fiel, Bichsel da nicht mitging.

Der Schweizer sozialdemokratischen (Regierungskoalitions-)Partei SP hat Bichsel von 1957 bis 1995 angehört, war hin und wieder auch mit Würden der Partei versehen, vor allem allerdings für seine Wanderungen mit dem Bundesrat (Minister) Willi Ritschard (in der Regierung in Bern 1974 bis 1981) bekannt. Man merkt den „Geschichten zur falschen Zeit“ deutlich an, dass Bichsel Wert darauf legt, als nachdenklicher, widerspenstiger, aber nicht nörgelnder, nicht hasserfüllter Normal-Schweizer zu wirken. Aber eben nicht wie ein intellektueller Großschriftsteller oder Internationalist. Die seinerzeit die Schweizer Öffentlichkeit enorm umtreibenden politischen Streitfälle, (die heutzutage in Deutschland keinen Menschen mehr interessieren dürften), kommen kurz mal vor, klarer politischer Standpunkte enthält der Autor sich in aller Regel. Es liest sich eher als Plädoyer für eine lebenslange Grundeinstellung des „Räsonierens“. (Tops der siebziger Jahre waren die fast bürgerkriegsähnlichen Aktionen für die Abspaltung des Kantons Jura aus dem Kanton Bern und die Weigerung des ebenfalls französisch sprechenden Bezirks um Moutier im Jura, dem katholischen Norden zu folgen. Die Plebiszit-Initiative des Rechtsradikalen James Schwarzenbach, der „Überfremdung“ der Schweiz einen Riegel vorzuschieben. Die Person des stramm konservativen Chefs der Bundesregierung, Kurt Furgler, den kaum jemand mochte, der von den Rechten aber mehrfach wiedergewählt wurde.)

Die Texte sind oft so versponnen und unklar in ihrer Intention, dass man sich einen Durchschnittsbürger und Tagesanzeiger-Abonnenten vorstellen kann, der irgendwann das Lesen dieser Rubrik grundsätzlich verweigert oder schmunzelnd bemerkt: „Do het de Bichsel wiädr es bizzli gschpunne.“

Wobei dem alemannischen „gesponnen“ leicht auch ein gewisser Respekt untergemischt sein kann, den das deutsche „dieser Spinner“ nicht kennt. Der senkrechte Schweizer (Ausdruck keine Eigenschöpfung meinerseits, sondern ein traditionell sehr wichtiger Bestandteil schweizerischer Selbsterklärungen) war sich wohl sicher, er selbst würde nie zwei Arbeitstage am Schreibtisch hocken, um so ein Textli, die Geschichte ohne Inhalt hervorzubringen. Bichsel sagte nichts Bedeutendes, er sagte nichts, was man nicht selbst auch mal hätte denken können, vielleicht schon öfter sich gedacht hatte. Und es las sich nicht mal schlecht und er bekam Geld dafür, von einer großen Zeitung. Etwas musste wohl dran sein. Meist sind es Essays, die zu Beginn gerne tun, als kennten sie ihr eigenes Thema noch nicht. Und oft tun sie dann auch so, als würden sie aufhören, wenn sie ihren Punkt noch gar nicht erreicht haben. Irgendwie mittendrin. Es sind ja auch Kolumnen in einem Tages-Medium gewesen, hatten dort allerdings eher ihren Lebensraum als Jahrzehnte später gesammelt in Büchern. (Viele Autoren schrieben mal was für „Merian“ oder „Trans-Atlantik“ und vor der Werke-Gesamtausgabe kam es nie zwischen Buchdeckel. Aber vom Bichsel konnte man keine Romane verlegen, keine Hörspiele im Radio senden, keine neuen Stücke auf die Bühne bringen, keine Gedichte lesen. Er ist, auf seine Art, ein beispielloses Gerücht eines Schriftstellers geblieben.)

Bei einigen dieser Texte witterte ich dann auch so etwas Unangenehmes wie Eigendünkel, eine verdeckte Herablassung gegenüber der Masse oder ihren Problemfällen. Hin und wieder kehrt der Schriftsteller Peter Bichsel, der, wie schon gesagt, sich einer Haltung der Schein-Privatheit befleißigt, sein faktisches professionelles Leben und seine nächsten menschlichen Kontakte stramm wegblendet, bei „sozusagen fast Freunden“ ein. Er möchte uns was von Ausgestoßenen, Losern, Übergeschnappten erzählen, um die wir sonst im Alltag einen Bogen machen, sobald wir sie auf der Straße oder am Bahnhof als solche erkannt haben. Diesen Typ Volk verklärt Bichsel dann immer etwas. Aber stimmt das denn? Ist das nicht ein wenig Show? Nächsten Monat ist er wieder in New York und referiert im College in englischer Sprache über die Unmöglichkeit abgeschlossener Romane im späten 20. Jahrhundert. Und der „Süffel“ hockt noch immer bei Bahnhofswirtschaft und wartet auf einen, der ihm ein Zweierli spendiert.

Natürlich ist er auch ein armer Hund. Er wird darauf beharren - und das mit Recht -, daß er es nicht leicht hat. Geschunden, geschlagen, von Staatsanwälten gedemütigt, von Pflichtverteidigern mit Formeln verteidigt. Von ihnen hat er auch gehört, daß er nicht so sei, sondern so gemacht worden sei.

Er sagt mir - und was er mir sagt, sagt er allen Kunden -, daß, wenn alle so wären wie ich, die Welt gut wäre, aber sie sei es nicht, und er müsse sich auch wehren. Er hält sich selbst für schlecht, schämt sich und beklagt es, und er wird sehr schnell zum Aufschneider, wenn man ihn über Geld oder Frauen befragt.

Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews55 followers
February 15, 2017
Der Einstieg in diese Kolumnensammlung war etwas zäh, da Peter Bichsel vor allem Themen behandelte, die in der damalig aktuellen Inlandpolitik der Schweiz zu sprechen gaben. Dies ist in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr aktuell. Mehr und mehr steigt er dann aber um und behandelt kleine Fragen des Lebens, erzählt kurze Anekdoten aus seinem Alltag und schildert bestimmte thematische Auseinandersetzungen mit der Kultur. Es bleibt abwechslungsreich und wenn man sich an den etwas speziellen Stil von Bichsel gewöhnt hat, macht das Lesen echt Spass.
Dass die Welt sich teilweise stark verändert hat merkt man besonders bei seinen Berichten über die Aufenthalte in Amerika oder anderen Ländern.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.