Hamburg ist grunge. Schamoni schildert hier eine Realität, welche für viele schwere, frühe Lebensphase
war oder für die, die zu spät geboren wurden verbotene Begehren sind.
Das Buch lässt sich gut lesen. Auf einen langen Satz folgen zwei kurze. Anstatt ständig neue Charaktere einzuführen, arbeitet Schamoni hier mit einer Handvoll spannender Charaktere, die oft nur oberflächlich beschrieben sind und die Story nicht weiterbringen - was nicht weiter schlimm ist, da es kaum eine gibt. Zum Glück.
Leserinnen und Leser, welche sich an den tollen Zitaten des Buches oder an den Beschreibungen von Gefühlen für andere Personen erfreuen oder das Buch ganz allgemein als „schön“ bezeichnen, sollten das Buch schnellstmöglich weglegen und wieder zu den Tributen von Panem oder Herr der Ringe zurückkehren.
Hier wird eine Lebensrealität beschrieben, die zum träumen einlädt. Am Sonntag verschlafen und dann voller Reue, Angst und Restalkohol bis Montag morgen wach im Bette liegen? Ja, natürlich! Eingehend beschrieben, selbst schon erlebt - und jetzt braucht es ein Buch wie dieses, um das mal in Worte zu fassen ? Herrlich.
Ich wurde überrascht - das Buch übertraf all meine Erwartungen. Vielen Dank an den Autor, für dieses so kalte, ehrliche und fühlbare Werk. Die meisten Sätzen stehen nicht im Buch, sondern ergeben sich aus dem geschriebenen.
Die Anzahl an schwer zu lesenden Szenen beschränkt sich zum Glück auf eine halbe Hand voll. In diesen überwiegt leider die Albernheit.
Auch die Geschichten einiger Charaktere sind sehr vorhersehbar, was leider einen Spannungsabfall auf den letzten 40-50 Seiten zulässt.
Gerne 5/5, aber das wäre spießig.