"Seit jeher waren Botschaften nicht nur für Absender und Empfänger von Bedeutung, auch „ungebetene“ Mitleser zeigten ihr Interesse. Dem wollte man bereits vor mehreren tausend Jahren vorbeugen, ob es veränderte Hieroglyphen waren oder die, im militärischen Gebrauch verwendeten Skytale. Bei letzteren wurde ein beschreibbarer Streifen spiralförmig um einen Holzstab gewickelt, nach der Beschriftung ergab der abgewickelte Streifen erst nach dem erneuten Aufwickeln auf einem gleich dicken Stab seine Botschaft preis. Caesar entwickelte eine eigene Methode, hierbei wurde das Alphabet aufgeschrieben, in einer 2. Zeile versetzte man es um einen oder mehrere Buchstaben nach rechts, und nahm diese neue Zuordnung dann für den zu schreibenden Text. Dieser Vorgang wird als chiffrieren bezeichnet, kommt es zum Austausch von Wörtern gegen andere, so ist vom Codieren die Rede. Die weitere Entwicklung zeigte ein immer stärkeres Bemühen der Kryptographen, eine sichere Nachricht verfassen zu können. Hilfsmittel wurden erfunden, von Schablonen zur Auflage auf Buchseiten, über die Verschlüsselungsscheibe von Leon Battista Alberti und der ENIGMA der deutschen Wehrmacht, bis zu den noch zu bauende Quantencomputer, alle haben den Nachteil, bis auf letztere natürlich, „geknackt“ worden zu sein. Die Kryptoanalytiker setzen den gleichen Ergeiz in die Entschlüsselung, wie die Kryptographen in die Verschleierung. Erst in der letzten Zeit zeigt sich ein kleiner Vorsprung der Kryptographen ab.
„Geheime Codes“, der Titel nimmt tautologische Züge an, ist eine kurze Einführung in die Welt der Kryptologie, es erhebt sicherlich nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Als erster Kontakt mit dieser Thematik ist es gut geeignet, die kleine Auswahl weiterführender Bücher am Ende unterstreicht es noch. Wer sich also einen schnellen Überblick verschaffen möchte, liegt mit diesem Buch nicht falsch."