Huldigung einer gefühlskalten Dilettantin
Eine Art Gegenentwurf zu Ingrid Bergmanns „Autobiographie“, der sich aber darauf beschränkt die darstellerischen und charakterlichen Defizite der Leinwandgöttin aufzuzeigen. Eine ganze Reihe von mehr oder minder prominenten Liebhabern wird aufgezählt und wurde, so weit am Leben, auch vom Autor befragt. Folgt man Leamers Darstellung dann Ingrid Bergmann nicht besonders gut im Bett und auch sonst eine schrecklich egoistische Frau, die entsprechend kurzsichtige Entscheidungen fällte und in späteren Jahren mit ihren Sonderwünschen in Sachen Besetzung schon mal ganze Filme ruinierte. Ihr Unvermögen sich den dunklen Seiten zu Stellen und selbige, falls für die Rolle erforderlich, auch ins eigene Spiel einzubringen, führte zu weiteren ruinierten Filmen.
Bei aller Kritik an den Schwächen einer Frau, die anscheinend nicht mehr konnte, als gut vor der Kamera auszusehen, verfällt Leamon doch immer wieder der Magie seiner geschmähten Göttin, verfehlt es aber zu beschreiben, worin in den gelungenen Filmen, ihre Magie besteht, bzw. wie sie von Regisseuren oder Kameraleuten in Szene gesetzt wurde.
Auf der anderen Seite fehlt jede Würdigung der Qualitäten von Filmen wie „Viaggio in Italia“ für die weitere Entwicklung des Films, auch wenn der Hauptdarstellerin Ingrid Bergmann der Sinn dafür vollkommen abging. In der Sache Rosselini nimmt Leamon entschieden Partei gegen den Verführer der zeitweiligen Nationalheiligen, die ja schon mehrere Verhältnisse laufen hatte, ehe Frauenheld Roberto sein Vorhaben, die Bergmann binnen zwei Wochen flachzulegen, umsetzte. Der Beginn der Affaire gerät zur Geiselnahme einer willenlosen Frau, dabei zeigt Leamon sonst bei jeder Gelegeneheit, mit welchem Ehrgeiz die Bergmann sonst ihren Willen gegen jede Vernunft durchsetzte, auch bei Leuten, die es besser wissen mussten.
An der in einem anderen Post geäußerte Vermutung, Leamon sei vom ersten Ehemann Petter Lindström, der in der „Autobiographie“ von IB entsprechend schlecht wegkam, entsprechend munitioniert worden, ist sicher was dran, zumal der Autor bei den letzten Jahren eher in Verehrung verfällt, sofern es sich nicht um den letzten Betrug am armen Petter handelte,
der, wieder mal als Letzter mitbekam, dass ihn seine Ex mal wieder ausgetrickst hatte und ihren Biographen, den er eifrigst beliefert hatte, zum Ghostwriter ihrer Autobiographie umfunktioniert hatte.