Wilhelm Genazino was a German journalist and author.
In the 1960s, he studied German, philosophy and sociology at Johann Wolfgang Goethe University in Frankfurt am Main. He worked as a journalist until 1965. During this time, he worked, inter alia, for the satirical magazine Pardon and co-edited the magazine Lesezeichen. Since 1970 he has been working as a freelance author. In 1977 he achieved a breakthrough as a serious writer with his trilogy "Abschaffel". In 1990 he became a member of the Academy for Language and Poetry in Darmstadt. After living in Heidelberg for a long time, Genazino moved to Frankfurt in 2004. That same year he was awarded the Georg Büchner Prize, the most prestigious award for German literature.
Ich habe nur den ersten Teil der dreiteiligen Abschaffel Trilogie gelesen. Das reicht. Insgesamt ist der Roman nicht unwitzig und ein guter Stoff für eine Kurzgeschichte. Allerdings wiederholt sich alles nach ca. 20 Seiten und damit setzt dann auch die Langeweile ein. Die späteren Werke von Genanzino sind weniger gestelzt und damit eingängiger.
Sind Sie Deutschlehrer? Wollen Sie nette, kluge, spontane, lebenslustigen Schüler bestrafen dafür, dass sie so anders sind, als Sie, der/die Sie vor ihnen stehen um ihnen was auch immer beizubringen? Prima, nehmen Sie dieses Buch und lassen diese SchülerInnen ein Referat darüber erstellen - nur körperliche Folter oder Mord wären noch schlimmer ... Der Inhalt in Kürze: Mitdreißiger, Angestellter, Selbsthasser und Held des Buches (das sich selbst "Roman-Trologie" nennt), zergrübelt sich selbst, jeden Gedanken, jedes Wort, jede Tätigkeit so weit, dass vom Spaß nichts übrig bleibt - alles um ihn herum und er selbst werden zum Objekt vernichtenden Darübernachdenkens, selbst der sexuelle Akt (wenn überhaupt, dann in wenigen Wörtern beschrieben) wird Anlass zu seitenweisen Gedanken, die alle nur ein vernichtendes Urteil zum Ziel haben. Und die Wirkung auf mich: auch wenn ich eigentlich ein "guter Leser" bin und Literatur von Arostophanes über Walter von der Vogelweide, Lessing, Goethe, bis hin zu zeitgenössischen deutschen oder internationalen Autoren regelrecht verschlingen kann, kann ich mich einfach nicht dazu zwingen, dieses Machwerk zu Ende zu lesen. Spätestens nach zwei Seiten steckt mich der Tenor "ich bin unwürdig, wenn ich das mache" oder "ich bin unwürdig, weil ich das mache" an und ich brauche einfach etwas Besseres zum Lesen.