"Wir würden immer am Rande stehen, einander Kuchen schenken, die Hermann hießen, und zusehen, wie die flotten Mädchen das wahre, das lohnende Leben führten. Atemlos würden wir ihren Geschichten lauschen und uns damit trösten, dass wir die besseren Klassenarbeiten schrieben."
Nur ein Satz von vielen, weswegen ich das Buch an einem Tag weggelesen habe. Vielleicht weil ich selbst lange Zeit so ein Mädchen war, das stets unglücklich verliebt war, sich in ihrem Körper nie so richtig wohlfühlte, lange nirgends dazugehöre und stets unglücklich und unerwidert verliebt war. Die Protagonistin Anne erinnert sich daran in Etappen auf einer Reise zu einem dieser Männer. Zwar ist ihr vergangenes Leben ziemlich deprimierend, aber es wird auf eine oft sehr komische und nie kitschige Weise beschrieben. (Den Stern Abzug gab es nur für den Part im therapeutischen Workshop, den ich als sehr bemüht und zäh empfand.)
Die Zeit, in der in meinem Leben nichts so richtig passte, am wenigsten ich selbst, habe ich inzwischen lange hinter mir gelassen. Ich wünsche es allen anderen "Annes" da draußen, dass es ihnen ähnlich geht.