Die vorliegende Einführung von Eco ist sehr gut lesbar geschrieben — ein weiterer Beweis, dass Eco wissenschaftliche Texte mehr liegen als Prosaliteratur — und gibt einen guten Überblick über das grundlegende Thema der Semiotik, nämlich das Zeichen. Wie der Titel schon sagt gibt es eine Einführung in den Begriff und vor allem die Begriffsgeschichte vor einem wissenschaftlichen Hintergrund.
Weniger gut ist das Alter des Werkes. Grundsätzlich wäre Alter nichts Negatives, wären im vorliegenden Fall nicht so viele Begriffe und andere Dinge, die heute für den Laien einfach unverständlich sind. Ich kenne keinen Linguisten, der heute noch anstelle von Morphemen als kleinste bedeutungstragenden Einheit das von Eco verwendete Moneme verwendet. Ebenso muss man beispielsweise wissen, dass der Behaviorismus damals in der Psychologie ein herrschendes Paradigma war. Behavioristisch ist also in dem Buch synonym mit psychologisch.
Das vierte Kapitel um die „philosophischen Probleme des Zeichens“ ist dann wiederum sehr komplex. Es werden Philosophen, Naturwissenschaftler und Linguisten von der Antike bis zur Moderne auf einen Haufen geworfen und zahlreiche Zeichenvorstellungen vorgestellt. Das ist ohne ein gesundes Vorwissen an Wissenschaftsgeschichte nicht wirklich gut lesbar.
Alles in allem drei Sterne, mehr gehen sich aufgrund der negativen Aspekte einfach nicht aus.