Restaurator Willibald Adrian Metzger ermittelt wieder – und steigt in die eisigen Höhen eines scheinbar idyllischen Skiörtchens, um einen Blick in die mörderischen Abgründe seiner Bewohner zu werfen.
Eisig ist es in dem Park. Trotzdem wird es Willibald Adrian Metzger heiß und kalt. Vor aller Augen droht ein Mädchen zu ersticken. Erst ein rotbärtiger Obdachloser rettet der Kleinen das Leben und verschwindet murmelnd mit den Worten »Jetzt geht das Sterben wieder los, es geht wieder los« zwischen den Sträuchern. Noch in derselben Nacht behält er mit seiner Prophezeiung recht: Eine Frau springt in den Abgrund, ein Mann erfriert in einer Busstation, und dem Metzger wird von seiner Danjela ein erholsamer Zwangsurlaub verordnet – klarerweise genau dort, wohin die einzige Spur führt: in ein kleines idyllisches Skiörtchen. Von Idylle kann allerdings keine Rede sein. Denn alles,was es für den Metzger dort zu holen gibt, ist der Tod ...
Nach seinem abgeschlossenem Studium der Mathematik und Sportwissenschaften unterrichtet Thomas Raab an einem Wiener Gymnasium.
Wird als Quereinsteiger im Literaturbetrieb 2007 mit seinem Debüt-Kriminalroman „Der Metzger muss nachsitzen“ bekannt und für seinen witzig philosophischen Sprachstil sowie seine Lese-Performances geschätzt. Raab lebt als freischaffender Buchautor und Musiker in Wien.
Ein Unfall auf dem Kinderspielplatz, ein lebensrettender Obdachloser, ein Sprung vom Klinikbalkon... und bei allem ist der Metzger scheinbar zufällig dabei. Was er natürlich keine Sekunde lang glaubt. Seine ermittlerische Neugier führt ihn samt Danjela und Halbschwester auf die Piste. Mit erstaunlichen Verwicklungen und noch erstaunlicheren Zusammenhängen...
Auf jeden Fall wieder deutlich besser als der vierte Metzger. Das Lesen macht bei Thomas Raab einfach Spaß - auch wenn ich seinen Gedankengängen (oder aber denen des Metzgers) teilweise nur schwer folgen konnte.
Thomas Raab hat es mit der Metzgerreihe geschafft in der deutschsprachigen Krimiszene ganz nach oben durchzustarten und das freut mich als Österreicherin sehr, auch angesichts der momentan vielen sehr guten deutschen Krimischriftsteller.
Die Kombination von Wortwitz, ironischer Weltbetrachtung, einer gewaltigen Prise Gesellschaftskritik mit einer hochspannenden Krimihandlung fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Er liebt seine Hauptdarsteller, die mit ihren zahlreichen Mankos: Übergewicht, mangelnde Deutschkenntnisse usw. so gar nicht den perfekten Romanfiguren einer Nele Neuhaus entsprechen sondern viel mehr dem ganz normalen Durchschnittsbürger von nebenan und versucht durch die Gedanken und Erfahrungen von Willibald Adrian Metzger mit jedem Buch eine unglaubliche Menge an Lebensweisheit an seine Leser weiterzugeben. Ich weiss inzwischen das die Geschichten rund um Willibald Adrian Metzger und seine Danjiela - und wie sie die Welt sehen - für mich auch ohne eine spannende Krimihandlung lesenswert wären. Die Krimigeschichten thematisieren jedesmal ein offensichtliches gesellschaftliches Problem wie in diesem Buch Fluch und Segen des Wintertourismus für unsere Alpendörfer und sind dann noch das "Gelbe auf dem Ei".
Die Geachichte über eine Vorzeigefamilie in einem Skigebiet, bei der doch alles aders ist und die in verschiedene Todesfälle verwickelt ist, ist eigentlich gut. Allerdings kann ich mich mit Thomas Raabs Schreibstil nicht wirklich anfreunden.
Welch eine Ehre, Willibald Adrian Metzger darf den Kinderwagen der kleinen Lilli durch den verschneiten Park schieben. Nicht nur für Lilli und ihre Mutter, sondern auch für seinen verstorbenen Freund, den Kommissar Eduard Pospischill, tut er das und es ist ihm eine Freude. Wären da nicht die minütlichen Kontrollanrufe seiner lieben Danjela, doch auch die nimmt der Metzger irgendwie gerne entgegen. Auf einer seiner Runden durch den winterlichen Park muss er bestürzt mit ansehen, wie ein kleines Mädchen einen Erstickungsanfall durchleben muss. Zum Glück eilt ein Obdachloser herbei, der die richtigen Griffe kennt und das Kind retten kann. „Nun geht das Sterben wieder los!“ murmelt dieser und ist bald selber tot.
Das Gedankengekreisel des liebenswerten Grantlers Willibald ist schnell in Gang gesetzt. Da kann doch etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Und gemeinsam mit seiner Danjela macht er sich auf in die Welt der Skipisten, der Seilbahnen und Touristen. Hei, wie lustig geht es dort daher, wie schön werden da die Fremden verschaukelt. Gemeinsam schauen der Willibald und die Danjela nach und nach hinter die Kulissen des harten Tourismusgeschäfts, durchschauen die Ränke, die in der Dorfgemeinschaft geschmiedet werden und die schließlich zu dem seltsamen Ausruf des Obdachlosen geführt haten.
Nach einer Pause mal wieder ein Besuch in der Welt des Metzgers, brummelnd, behäbig, geistig schnell, körperlich nicht ganz so. Mit seinem eisigen Abenteuer nimmt einen der Metzger gefangen, man möchte die bizarren Ideen, die hingegrummelten Sätze, die humorigen Auswüchse anstreichen, damit man ja nichts vergisst. Allerdings hätte man dann ein kunterbuntes Buch, so viele dieser Kleinode enthält es. Gleichzeitig mit diesem urigen Sprachwitz bekommt der Leser auch einen aufrüttelnden Fall geliefert, der die Auswüchse der Tourismusindustrie an den Pranger stellt, was wird da alles dem Gewinnstreben und der Gier nach mehr untergeordnet. Betroffen und beschämt könnte so mancher sein, bei Gedanken, dass hier Ressourcen verschwendet werden, die in anderen Regionen zum Überleben gut gebraucht werden könnten. Da scheinen wir den Scheichs in Nichts nachzustehen. Das Ganze ist eingebettet in eine tragische Familien- und Dorfgeschichte. Willibald Adrian Metzger at his Best.