Ein Autor unterwegs mit dem eigenen Werk: Vor gerade einem Jahr hat Stuckrad-Barres Romandebüt "Soloalbum" für einiges Aufsehen gesorgt. Nur logisch nun der Titel der neuen Erzählung, die vom Lesereisen handelt: livealbum.
Possibly Germany’s most well-known young author of the past 15 years, von Stuckrad-Barre stands at the forefront of a new literary movement that moved from Germany’s wartime past and into the 21st century.
After working for Rolling Stone, von Stuckrad-Barre’s 1998 book Soloalbum (written when he was only 23) captured the emotions of young love to the soundtrack of Oasis and Pearl Jam. After the follow-up Livealbum, von Stuckrad-Barre embarked on various ambitious projects. His self-described goal has always been to reflect “what is going on [in the world]”, and he continues to do so in unconventional ways, sometimes being refered to as the ‘bad boy’ of the German literary scene.
With "Livealbum", the personification of German pop literature, Benjamin von Stuckrad-Barre, wrote a semifictional account about the tour he did after publishing his debut novel, which was of course called Soloalbum. It shows an author as a kind of pop star who performs under varying circumstances, and Stucki works whith common cliches of tour life and twists them into deadpan vignettes. Many narrative threads live off hyperbole and punchlines, Christian Kracht (or rather a caricature of Kracht) features as well, and while this isn't groundbreaking, the book is a light, breezy read.
Benjamin v. StuckradBarre auf einem Trip. Bzw. der Protagonist auf einem Trip, mit und ohne Drogen. Es fällt dabei schwer zwischen dem Protagonisten und dem Autoren zu unterscheiden. Unterhaltungswert = 95%. Zeigt offen die guten und schlechten Seiten des (kleinen) Showbussiness.
“Dann musste ich mein Buch in die Hand nehmen und erdulden, wie es ist, wenn Kultur im Fernsehen vin Frauen bearbeitet wird, die sich für nichts interessieren, aber prima aussehen, weshalb sie auch den Job gekriegt haben.” (S.28) bis hierhin und nicht weiter gelesen, sorry aber die Aussage ist egal wie fiktiv einfach misogyn. Hat dann auch meinen Blick auf das Buch sehr geprägt finde es jetzt langweilig bis trist mit wenig schönen sondern ausschließlich sarkastisch-negativen Details. (Hab aber auch nicht zuende gelesen, sorry Benjamin hoffe deine Tour ist vielleicht noch etwas spannender geworden und du konntest mehr Freude daran finden.
Ich 'durfte' das Buch im Rahmen eines Seminars über "Popliteratur" lesen und wurde trotz negativer Vorannahmen (der Vorgänger "Soloalbum" hatte mir überhaupt nicht gefallen) erst einmal positiv überrascht. Der Text zeichnet sich durch eine scharfe Beobachtungsgabe sowie sehr treffende und witzige Beschreibungen aus - ich musste beim Lesen häufig schmunzeln. Allerdings empfand ich das Buch trotz der schönen Formulierungen relativ schnell als langweilig, worunter das Lesevergnügen außerordentlich gelitten hat...
Will not read it again. It´s mainly contemporary and doesn´t work that much anymore today although it´s a reminder of the 90ies lifestyle therefore you could still enjoy it as a little memory sparking book.
Livealbum ist das erste Buch von v. Stuckrad-Barre, das ich gelesen habe und ich bin sehr froh, nun auch mal einen Text zu dem Autor zu kennen, von dem mir bisher nur sein Gesicht und seine Medianauftritte bekannt waren. Der Plot der Geschichte ist schnell erklärt: Ein Autor (der von "Soloalbum" nämlich) begibt sich auf Lesereise, um sein neues Buch vorzustellen. Wie ein Rockstar liest er sich von Show zu Show und lernt dabei etwaige Prominente und Vertreter:innen der Medienbranche kennen.
"In Buchhandlungen zu lesen würde nicht mein größtes Hobby werden. Das Ladenneonlicht blieb an. Und als sie es auf meine Anregung hin ausknipsten, sah es sogleich nach Weihnachtsfeier im Gemeindehaus aus. Las Vegas war weit weg - es gab nicht mal einen separaten Bühnenaufgang, der Künstler, der Autor, der Star, der vom Plakat, ich nämlich, mußte kurz vor Lesungsbeginn durchs Publikum hin zum Lesetisch gehen, und das ist dann recht unpop."
Die Erzählung hat mich - ganz getreu des Mottos - wahnsinnig gut unterhalten. Nicht selten haben mich die humorvollen Wortneufindungen und verschachtelten Satzkonstruktionen zum Schmunzeln gebracht. So richtig ernst nehmen konnte ich die Erzählung aber nicht - auch aufgrund der Kontroverse um den Autor als möglichen autofiktionalen Erzähler. Obwohl Themen wie Kritik am Literatur- und Medienbetrieb, Drogenkonsum und Esstörung eine zentrale Rolle spielen, kommt die Erzählung meiner Meinung nach nicht über eine oberflächliche Darstellung des Ich-Erzählers hinaus. Trotz oder gerade deswegen werde ich sicher noch weitere Romane von v. Stuckrad-Barre lesen und kann Livealbum als beispielhafte popliterarische Erzählung sehr empfehlen.
Zum Abschluss hier noch eine meiner Lieblingsstellen: "Ich hatte gelesen, daß man abschweifende Gedanken, die einen am Einschlafen hindern, beenden kann, indem man sich ein Stop-Schild vorstellt. Aber in mir raste es so, das Stopschild wurde glatt überfahren. Fenster auf, Fenster zu, lesen, Licht aus, Licht wieder an, ohne Decke, mit Decke, nur halb zugedeckt - auf der Digitaluhr am Fernseher sah ich es 02:00 werden, ich sah es 03:00 werden, und um 04:00 hängte ich dann eine Wolldecke drüber, um später die 5 nicht sehen zu müssen. - Guten Morgen, Sie wollten geweckt werden. Ja. Nein. Ich hätte ganz gerne geschlafen."
Ach, am Anfang wusste ich ja nicht so recht, aber das hat dann doch wieder sehr viel Spaß gemacht - hilft auch ungemein, wenn man in einer Bar Leute beobachtet und zuordnen will, welche Droge(nkombination) sie jeweils genommenen haben.