Billy war früher am Broadway erfolgreich, jetzt ist er durch Agoraphobie in seiner Wohnung gefangen und bemerkt das Mädchen, das jeden Tag vor dem Wohnhaus, in einem sozialen Brennpunkt, sitzt.
Die 9-Jährige Grace ist aufgeweckt und immer ein bisschen zu laut, trotzdem wird sie meist überhört und übersehen.
Ihre Mutter Eileen kämpft mit ihrer Drogensucht, schläft zu oft, zu lange. Grace kann sie nicht wecken. Sie ist auf sich allein gestellt, bis die Nachbarn sie bemerken. Und erkennen, dass Grace genauso einsam ist, wie sie selbst.
Eine Geschichte, die zwischen den Zeilen wahnsinnig viel vermittelt.
Alle Bewohner des Hauses sind so verschieden, alle sind einsam.
Sie sind teils stereotyp, teils überraschend, alle authentisch und ausgefeilt, haben Probleme und Schicksalsschläge haben ihr Leben verändert. Wie im echten Leben.
Die Dynamik die sich im Haus entwickelt, wie sie alle von Grace lernen, zusammenhalten und sich helfen ist einfach schön. Und beeindruckend. Wie sie sich nicht nur um das Mädchen sondern auch umeinander kümmern, jeder auf seine Art.
Rayleen, die es gleich zur Aufgabe gemacht hat das Mädchen im Haus zu halten, Billy der aus sich herauskommt, Mrs. Hinman, altersschwach und kaum in der Lage. Felipe, der schon draußen auf der Treppe bei ihr saß.
Bis der übellaunige Mr. Lafferty, auch wenn er sich für die Kleine erwärmt, verdeutlicht, dass man die Sucht der Mutter nicht unterstützen darf.
Und Grace sich ihrer Mutter selbst wegnehmen will.
Da sind die Probleme, die jeder hat aber auch Themen wie Suizid, Sucht, Ängste und Vernachlässigung. Und trotzdem ist das Ganze so hoffnungsvoll, Verständnis, Toleranz und Hilfsbereitschaft stechen hervor.
Grace ist entschlossen, tut alles um ihrer Mutter zu helfen, bis die Rollen fast vertauscht sind. Sie ist zerrissen aber klug und noch immer ein Kind.
Aber Eileen hat mich wirklich wütend gemacht. Teils kann man sie nachvollziehen. Aber eine Frau, die tagelang zugedröhnt schläft, nicht mitbekommt wo ihr Kind ist, was es macht, ob und was es isst.
Und als sie dann - etwas zu plötzlich - clean wird, bleibt sie unsympathisch und egoistisch. Es ist authentisch, man kann herauslesen, dass sie wütend ist ihrer Tochter nicht zu genügen, was ihre eigene Schuld ist, aber ihre Art ist falsch. Das macht wütend.
Wie sich die Geschichte für alle entwickelt ist schön und gleichzeitig traurig. Weil Billy alleine in seiner Wohnung zurückbleibt. Und das Ende ist nicht schlecht aber irgendwie unbefriedigend. Dafür realistisch und nicht kitschig - das passt.
Der Stil ist einfach und passend und wenn man die Geschichte wirken lässt, stören auch kleinere Unstimmigkeiten nicht.