Die Ketzerbraut ist zu Beginn des 16. Jahrhunderts angesiedelt. Die Münchner Bürgerstochter Genoveva, genannt Veva, reist gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder voller Vorfreude und gespannter Erwartung nach Tirol, wo sie heiraten soll. Doch sie erreichen ihr Ziel nicht: Der Brautzug gerät in einen Hinterhalt und wird überfallen, der geliebte Bruder wird ermordet, und Veva fällt in die Hände der Räuber. Das Mädchen wird zwar nach wenigen Tagen auf freien Fuß gesetzt, doch jetzt beginnt das eigentliche Drama: Vevas Verlobter kann trotz ihrer Beteuerungen nicht glauben, dass die Räuber sie unberührt gelassen haben, und löst die Verlobung – ein Mädchen, das keine Jungfrau mehr ist, eine Frau ohne Ehre, die will er nicht. In dieser ausweglosen Situation ergreift Vevas Vater die Initiative: Ohne sie zu fragen, verheiratet er sie kurzerhand mit dem Augsburger Ernst Rickinger, der nicht nur durch die Verbreitung von Ketzerschriften des „Pfaffenfeindes“ Martin Luther für Unruhe sorgt, sondern auch als Weiberheld berüchtigt ist...
Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Autorenehepaar.
Elmar, Iny Lorentz' Ehemann und Co-Autor, stammt aus Bayern und wuchs in einem kleinen Bauerndorf mit fünf Höfen auf. Sein Interesse für Literatur wurde von seiner Religionslehrerin schon früh erkannt und nach Kräften gefördert. Ebenso wie seine spätere Ehefrau begann er bereits als Schüler zu schreiben. Nach einer durch die Umstände bedingten beruflichen Umorientierung, die ihn im Lauf der Jahre in verschiedene Firmen führte, kam er 1981 nach München und erhielt dort eine Stelle im selben Versicherungskonzern wie Iny, die er bereits seit mehreren Jahren kannte und ein Jahr später heiratete. Schon früh entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, die sich später auf alle weiteren Projekte auswirkte.
Iny Lorentz wurde 1949 in Köln geboren und besuchte dort die Volksschule. Nach dem Schulabgang arbeitete sie in verschiedenen Berufen, bevor sie das Abitur auf dem Abendgymnasium nachholte. Das darauf folgende Medizinstudium musste sie mangels finanzieller Reserven nach drei Semestern an den Nagel hängen und sich beruflich neu orientieren. Zunächst arbeitete sie als EDV-Operator und besuchte nebenbei eine zweijährige Samstagsschule, die sie als Organisationsprogrammiererin abschloss. 1980 zog Iny Lorentz nach München und arbeitet seitdem in einer großen Versicherung als EDV-Spezialistin. Schon früh begann sie zu schreiben, zunächst nur für sich, doch dann bot sich ihr die Gelegenheit Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien zu veröffentlichen. Ein gemeinsam mit ihrem Ehemann Elmar verfasstes Kinderbuch sowie mehrere Bücher zu Fernsehserien markierten den weiteren Weg als Autorin, bis schließlich 2003 mit "Die Kastratin" der erste historische Roman erschien.
Es folgten im Jahr 2004 "Die Goldhändlerin" und „Die Wanderhure“, die sie schlagartig berühmt machten, sowie 2005 "Die Kastellanin" - der Fortsetzungsband der "Wanderhure" - und "Die Tatarin" und im Jahr 2006 „Das Vermächtnis der Wanderhure“ (Teil 3 der Wanderhuren-Saga). Bevor 2008 mit „Die Tochter der Wanderhure“ der vierte Band über die Wanderhure Marie folgte, erschienen „Die Löwin“, „Die Pilgerin“ und „Die Feuerbraut“. 2009 folgten „Die Rose von Asturien“, ein Roman aus der Zeit Karls des Großen, die „Ketzerbraut“ und ihre Lore-Trilogie - „Dezembersturm“, „Aprilgewitter“ und Juliregen" -, die im 19. Jahrhundert spielt. Mit "Töchter der Sünde" ist 2011 der fünfte Band der Wanderhuren-Saga erschienen, deren ersten drei Teile mittlerweile äußerst erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt wurden.
Nachdem Iny und Elmar ihre Romane viele Jahre neben ihren normalen Brotjobs geschrieben haben, leben sie seit 2007 als freie Schriftsteller in einem Ort in der Nähe von München und haben Ideen für noch viele weitere Romane.
Die Ketzerbraut ist für mich einer der schwächeren Romane von Iny Lorentz. Die Geschichte wirkt sehr gehetzt und der Titel ist auch recht irreführend. Veva wird von Räubern entführt, ihr Bruder wird bei dem Überfall ermordet. Daraufhin wird sie gegen ihren Willen mit Ernst, einem Freund ihres Bruders, verheiratet. Nachdem die beiden am Anfang beide nicht begeistert von der Ehe sind, verlieben sie sich dann doch innerhalb kürzester Zeit (sie verbingen nur wenige Wochen miteinander)offenbar schwer ineinander. Das Glück wird jedoch gestört von einem Wiedersacher, der mit den Räubern im Bunde ist… Das Buch hat ein paar schöne Ansätze, die werden leider nicht ausgeführt und die Geschichte rast so dahin. Dadurch wirken manche Szenen mehr als komisch. Die Charaktere sind für mich etwas halbherzig und farblos. Um Ketzerei geht es eigentlich gar nicht, die ganze Luther Geschichte ist eher Nebensache. Ich war leider enttäuscht.
Leider sehr stark gekürzte Lesung, die bestimmt die wesentlichen Handlungsstränge zusammenfasst, der man aber anmerkt, dass sie sehr gerafft ist. Die Geschichte muss viel zu schnell entwickelt werden und wirkt dementsprechend gehetzt und verweilt zu kurz an den Bildern der einzelnen Personen. Iny Lorentz sind nicht wirklich berühmt für Charakterentwicklung, aber durch die stark gekürzte Lesung verlieren die Figuren ihr letztes bisschen Tiefgang und die Geschichte leidet mächtig.
Adjektive in Hülle und Fülle, hölzerne Dialoge, flache Charaktere, und der Titel ist auch noch irreführend, denn um seine Ketzerei geht es nur GANZ am Rande.
Nach langer Zeit habe ich mal wieder zu einem Buch von Iny Lorentz gegriffen und wurde sofort daran erinnert, warum ich ihre historischen Romane früher so geliebt habe. „Die Ketzerbraut“ führt tief hinein in die Zeit rund um Martin Luther, das Evangelium und die damals herrschenden Machtstrukturen. Ich habe unglaublich viel über diese Epoche gelernt – sehr vieles, von dem ich vorher keine Ahnung hatte. Genoveva ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten, als sie überfallen und entführt wird. Ihr Bruder stirbt, und für eine unverheiratete Frau bedeutete das damals nichts Gutes. Ernst, der Mann, den sie schließlich heiraten soll, hat selbst einen zweifelhaften Ruf und sorgt für einige Enthüllungen gegenüber der Kirche. Wir begleiten die beiden über Jahre hinweg – getrennt und verheiratet – und erleben nicht nur ihre Entwicklung, sondern auch die vieler Nebenfiguren. Die Geschichte ist fesselnd, wenn auch mit ein paar Längen, aber dafür voller historischer Details, die mich neugierig gemacht haben und die ich später sogar weiter recherchiert habe. Ein spannender, lehrreicher Roman im typischen Stil des Autorenduos.
München zu Beginn des 16.Jahrhunderts: Die schöne Bürgerstochter Genoveva soll nach dem Willen ihres Vaters den Sohn eines Geschäftspartners aus Innsbruck heiraten. Doch auf dem Weg nach Tirol geschieht das Unfassbare: Der Brautzug wird überfallen, ihr Bruder ermordet und das Mädchen selbst von den Räubern entführt. Zwar gelingt es nach wenigen Tagen, Genoveva zu retten, doch nun glaubt ihr keiner mehr, dass sie noch unberührt ist. In den Augen der Welt ist sie »beschädigte Ware«, und ihr Vater beschließt, sie an den als Weiberheld und Pfaffenfeind berüchtigten Ernst Rickinger zu verheiraten. Nach Liebe werden die beiden nicht gefragt …