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208 pages, Paperback
First published August 23, 1997
„… genau das kann der Teufel am besten: trennen, teilen und Gemeinschaft zerstören. Nachdem er sich selbst unwiderruflich von Gott getrennt hatte, wurde Satan zum finsteren Verfechter der Trennung. Was Gott vereint, trennt er; was Gott versammelt, treibt er auseinander.“ (S. 48)
"Sich dagegen dem Heiligen Geister unterzuordnen hat den gegenteiligen Effekt. Der heiligende Einfluss des Heiligen Geistes ruft Haltungen und Verhaltensweisen hervor, die sich nicht nur auf die eigene Persönlichkeit positiv auswirken, sondern auch die Grundlage für eine stabile und harmonische Gemeinschaft bilden. Jedes dieser Elemente, die als "Frucht" oder Ergebnis des Wirkens des Heiligen Geistes im persönlichen Leben eines Menschen bezeichnet werden, ist in einem Beziehungsrahmen eingebettet: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22-23). Jede dieser "Früchte des Geistes" kann ihren Ausdruck nur im Kontext von Beziehungen zu anderen Menschen finden."
"Es ist tragisch, dass viele Christen dieser Tatsache entgegenarbeiten und eines seiner beiden Elemente beiseite lassen. Manche betonen ausschließlich den Segen der persönlichen Erlösung und die Notwendigkeit einer persönlichen Beziehung zu Gott durch Christus. Sie kultivieren ihr geistliches Leben durch Gebet, Bibelstudium, Meditation, Tagebuchschreiben und verschiedene geistliche Übungen, die zur Zeit gerade in Mode sind. Aber sie haben kein entsprechendes Interesse daran, sich um Menschen in Not zu kümmern und das Gesetz der Nächstenliebe zu erfüllen, indem sie ihnen opferbereit dienen. Sie er-höhen egoistisch die vertikale Dimension des Kreuzes, treten aber die gleichermaßen wichtige horizontale Dimension, das Gebot der Nächstenliebe, mit Füßen. Ihre Religion degeneriert zu einem fruchtlosen, egozentrischen, konsumorientierten geistlichen Narzissmus." (S. 54)
"[...] wenn Pastoren und Evangelisten alle Christen in der Gemeinde darin schulen, persönlich Zeugnis zu geben, werden sie erleben, dass sich das Evangelisationspotenzial der Gemeinde exponenziell steigert. Laien sind am besten dazu geeignet, kirchendistanzierte Menschen zu erreichen. Sie begegnen ihnen Tag für Tag in zahlreichen »natürlichen« Umgebungen: in der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Schule und beim Sport. Sie sprechen dieselbe Sprache und leben in derselben Welt wie ihre kirchendistanzierten Freunde und Verwandten. Sie können an Orte gehen und ein authentisches Zeugnis abgeben, an denen ein professioneller Evangelist niemals durchdringen, geschweige denn Gehör finden würde. [...]
Die Bibel schlägt einen Ansatz vor, der für jeden Christen umsetzbar ist, auch für diejenigen, die nicht die Gabe der Evangelisation besitzen. Hierbei geht es darum, authentische, unvoreingenommene und nichtmanipulative Freundschaften zu suchenden Menschen aufzubauen und dem Heiligen Geist zu erlauben, diese Freundschaften zu seiner Zeit und auf seine Weise als Mittel für ein Glaubenszeugnis zu nutzen. Nachdem Levi ein Nachfolger Jesu geworden war, lud er seine Kollegen und Freunde zu einer Party ein, auf der sie die Gelegenheit hatten, Jesus persönlich kennen zu lernen (Lk 5,27-29). Auch Andreas und Philippus lernten Jesus kennen und gaben ihren neu gefundenen Glauben in ihrer natürlichen Umgebung an ihre Familie und ihre Freunde weiter (Joh 1,40-49)." (S. 136)