Ich frage mich ehrlich, warum ich diese Reihe überhaupt noch lese. Vermutlich aus reiner Neugier darauf, wie das Ganze irgendwann einmal enden soll – nicht, weil ich noch wirkliche Hoffnung auf Qualität habe.
Die Handlung wirkt über weite Strecken planlos. Konflikte tauchen plötzlich auf, ohne Aufbau, ohne Konsequenzen, und verschwinden genauso schnell wieder. Vieles fühlt sich willkürlich an, als hätte man dringend Seiten füllen müssen. Dieser Band hätte problemlos mehrere offene Punkte klären können, entscheidet sich aber stattdessen für ein Ende, das erneut nichts abschließt und eher genervt als gespannt zurücklässt.
Mable ist für mich das größte Problem dieser Geschichte. Ich habe selten eine Protagonistin erlebt, die mich derart frustriert hat. Sie handelt naiv, selbstbezogen und widersprüchlich, ohne dass es als bewusste Charakterzeichnung funktioniert. Ihre Entscheidungen sind für mich kaum nachvollziehbar, ihr Verhalten anderen gegenüber oft unfair, und trotzdem scheint das Buch sie permanent zu rechtfertigen. Je mehr Raum sie bekommt, desto anstrengender wird es. Und sie bekommt sehr viel Raum...
Auch die Kings verlieren zunehmend jede Glaubwürdigkeit. Was anfangs vielleicht noch als provokante Dark-Romance-Dynamik gedacht war, wirkt inzwischen einfach nur überzogen und merkwürdig. Besonders enttäuschend fand ich, dass selbst Charakterentwicklungen (I´m looking at you Zayn!) plötzlich und unvorbereitet passieren und dadurch komplett leer wirken. Das Einzige, was mir stellenweise noch gefallen hat, war sein Humor in einzelnen Dialogen.
Unterm Strich fühlt sich die Reihe für mich wie reines Rage-Reading an: Man liest weiter, nicht weil es gut ist, sondern weil man wissen will, wie tief es noch geht.