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Es hätte auch anders kommen können: Wendepunkte deutscher Geschichte

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Was wäre geschehen, wenn die Römer 9 n. Chr. den Cherusker-Fürsten Arminius besiegt hätten? Wenn Karl Martell 732 den Arabern unterlegen wäre? Wenn der Bauernkrieg von 1525 Erfolg gehabt hätte? Wenn der Erste Weltkrieg vermieden und Hitler einem Attentat zum Opfer gefallen wäre? Was auf den ersten Blick als müßiges Gedankenspiel erscheinen mag, entpuppt sich rasch als überaus anregende, unterhaltsame Einführung in die komplexe und so schicksalhafte deutsche Vergangenheit.

Alexander Demandt unternimmt einen Parforceritt durch die 2000-jährige Geschichte der Deutschen, an dessen Ende man um viele Erkenntnisse reicher ist. Er zeigt Irrwege und 'Sonderwege' auf, beleuchtet ungenutzte Chancen und vermeidbare Katastrophen. Eine Reise in unsere Vergangenheit, die informiert, bildet, unterhält und zum Nachdenken anregt.

286 pages, Hardcover

First published September 29, 2010

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About the author

Alexander Demandt

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Alexander Demandt ist ein deutscher Althistoriker, der vor allem über Römische Geschichte und Römische Kulturgeschichte sowie über geschichtstheoretische Themen publiziert. Er lehrte von 1974 bis 2005 als Professor für Alte Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.

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153 reviews
March 8, 2011
Im englischen Sprachraum ist es ein beliebtes Spiel, die Frage nach dem „Was-wäre-wenn“ zu stellen, in Deutschland dagegen ist es, wenn nicht gerade verpönt, so doch mit einem Hauch der Unseriosität behaftet. Alexander Demandt, als Althistoriker und Kulturwissenschaftler prädestiniert, wagt dieses Unterfangen, und, dies vorgreifend gesagt, es ist ihm bravourös gelungen. Sein Buch bezieht sich zwar im Untertitel auf die deutsche Geschichte, dies jedoch in einem erweiterten Spektrum, das auch schon die Perserkriege im Altertum einschließt. Er geht in einer überzeugenden Art den geschichtlichen Wahrscheinlichkeiten nach, ohne sich im wilden Spekulieren zu verfransen. Er spannt den Bogen von den persischen Möglichkeiten nach einem Sieg Xerxes bei Marathon, über die Frage nach der Perspektive einer Hannibalschen Romeroberung und dem Sieg des Varus’ im Teutoburger Wald. Was hätte ein romanisiertes Germanien bedeutet, was ein islamisiertes Europa nach dem Sieg Abd er-Rahman bei Poitiers? Wie sähe Deutschland aus, wenn Karl der Große die Kaiserkrönung verweigert hätte, oder Karl V. bei seiner Wahl durchgefallen wäre, hätte der 30-jährige Krieg stattfinden müssen und was, wenn Friedrich der Große Maria-Theresia geheiratet hätte? Der Autor geht über die Zeit Napoleons, der Reichsgründung, dem 1. und 2. Weltkrieg bis in die neueste Geschichte. Er zeigt, daß das „Alternativlose“ der Politiker eine Schimäre ist und war. Gleichzeitig weist er darauf hin, daß eine andere Lösung zwar Opfer und Ressourcen vermieden bzw. geschont, kulturell aber vieles unmöglich gemacht hätte. Die Kultur ist heute so, weil die Umstände und die Entscheidungen so waren, sie würde unter anderen Umständen auch anders aussehen. Ohne Karl Martells Sieg z.B., hätte es nicht die Kathedralen, aber auch keine Reformation gegeben. Was wären die Folgen einer anderen Entscheidung des Pontius Pilatus gewesen? Ein freigelassener oder begnadigter Rabbi Josua hätte wohl kaum diese Ausstrahlung gehabt, er wäre als jüdischer Sektierer dem Vergessen anheim gefallen. Solche und weiterführende Gedanken machen den Wert dieses Buches aus, auch gibt es in geraffter Form einen geschichtlichen Überblick, der für jeden Leser nur ein Gewinn sein kann.
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