"... dreht die Wurst auf dem Teller so, dass die gebogenen Enden nach oben zeigen. Wenigstens das Essen lächelt." - "Wenigstens das Essen lächelt." - der letzte Satz im ersten Absatz Ralf Husmanns Buch und letztlich der Satz, der mich zum Lesen von "Vorsicht vor Leuten" bewogen hat - denn eigentlich schrecken mich Superlative wie "Der lustigste Mann Deutschlands" (wie die Süddeutsche Zeitung sich auf dem Umschlagtext äußert) mehr ab, als dass sie Interesse in mir wecken würden. Und außerdem: wer ist der lustigste Mann Deutschlands? Der Autor? Oder Lorenz Brahmkamp - der Protagonist? Egal - Lorenz Brahmkamp ist offensichtlich nicht lustig bzw. ihm ist das Lachen vergangen, jetzt da seine Frau ihn verlassen hat. Seine Arbeit als Sachbearbeiter im Bauamt von Osthofen hatte ihn vorher bereits zynisch gemacht und ihm Charme und Witz abhanden kommen lassen, mit denen er seiner Frau ehedem näher gekommen war. Allein seine Fähigkeit zu Lügen, die er schon seit Kindesbeinen kultivierte, hat er sich bewahrt. Und diese Fähigkeit, die eigentlich dafür sorgte, dass er seine Frau verloren hat und er nun kurz vorm Rausschmiss steht, die er eigentlich auf seiner To-Do-Liste als abzustellen markiert (wenn auch nur auf Rang drei) wird ihn retten. Das Buch ist kein vordergründig lustiges Buch und Lorenz Brahmkamp ist kein lustiger Mann - obwohl ich während der Lektüre oftmals Lachen musste. Es ist eine trockene, meistens realistische Beschreibung eines kleinen Universums aus Arbeit mit kleinen Problemen der Handelnden, sowie den Versuchen derselben ihr Stück vom Kuchen zu erhaschen und nicht unterzugehen. Es ist ein Buch vom Lügen, kurzweilig erzählt und ohne moralischen Zeigefinger. Und weil man sich allzu oft wiedererkennt stellt sich ein befreiendes Lachen ein: "Siehst Du, die Anderen sind auch nicht anders." Am Ende bleibt der erhoffte Trost eines jeden Lügners - dass es immer irgendwie weiter geht, auch wenn sich die "dunklen" Wolken der Wahrheit am Horizont zeigen - "Und über Osthofen steht der blaueste aller Himmel."
Die Beschreibung klang vielversprechend, und ich glaube mich zu erinnern, dass ich schon mal von diesem Autor gehört habe... Egal. Und weil das Ganze von Christoph Maria Herbst gelesen wird, dachte ich, kann ja nur gut werden. Pustekuchen! Ein typisches Hipstergeschreibsel, bei dem es nicht sosehr um die Geschichte geht (die ohnehin mehr als dünn ist), sondern darum, möglichst viele Wortspiele, Witzchen und ulkige Vergleiche unterzubringen, und drumherum eine Handlung zu drapieren, so gut es eben geht. Da schwingt sich der kleine Verwaltungsangestellte zu einem "Kumpel" eines Hochstaplers auf, es geht über Osthofen nach Malle und wieder zurück, und die ganze Zeit versucht man, die losen Fäden irgendwie zusammenzubringen, und dann hört urplötzlich die Geschichte auf. Als Film vielleicht ganz nett, als (Hör-)Buch belanglos und öde. Und das reißt auch Herr Herbst nicht mehr raus.
Ist ein bißchen "Der talentierte Mr. Ripley" im Ruhrgebiet und auf Mallorca und mit mehr Bürokratenmief und Kleinbürgertum. Außerdem kam es mir zumindest beim Hörbuch so vor, als würden einige Szenen fehlen. Trotz mehrmaligem Suchen habe ich nie die Szene gefunden, in der der Hauptdarsteller Teresa unter der Dusche trifft? Fazit: Ganz amüsant, aber das Ende kam mir etwas zu abrupt.
Ein sehr schöner Antiheld - und am Ende ist auch nciht alles Friede Freude Eierkuchen, auch nicht alle Lügen sind aufgedeckt und alle Schurken entlarvt. Das Buch ist realistisch und sehr unterhaltsam. Man amüsiert sich köstlich und fiebert mit Lorenz mit.
Es war nett, eine leichte Lektüre. Aber das war es auch schon. Durchaus gab es lustige Stellen, allerdings auch einige fragwürdige Passagen. Für zwischendurch war es aber gut geeignet um den Kopf frei zu halten.
Sicherlich kein literarisches Meisterwerk, aber als Hörbuch ganz unterhaltsam und gut nebenbei zu hören. Christoph Maria Herbst als Sprecher ist super. 3 Sterne.
Mein Vater hat dieses Buch vor zwei Jahren zum Geburtstag bekommen und ich wollte es seitdem unbedingt mal lesen, weil mich der Titel so angesprochen hat und die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken auch sehr lustig klang.
Jetzt habe ich es gelesen und muss sagen: Ich fand es nicht lustig. Ich fand es wirklich so gar nicht lustig. Und eigentlich hatte ich schon erwartet, dass ich zumindest mal grinsen müsste, schließlich hat das der von „Stromberg“ geschrieben. Vielleicht ist es einfach nicht mein Humor, aber ich musste nicht ein Mal schmunzeln. Im Gegenteil, der Hauptcharakter tat mir das ganze Buch über einfach nur leid, weil er sich ständig in noch blödere und verzwicktere Situationen katapultierte, aus denen er so leicht nicht wieder rauskam. Bei mir hatte das dieselbe Wirkung wie Bücher von Patricia Highsmith sie auf mich haben: Ich möchte die Personen im Buch anschreien, sie sollen das bleiben lassen, was sie gerade tun, aber natürlich tun sie es trotzdem und ich bin dann frustriert. Die Bücher von Patricia Highsmith mag ich sehr, da gibt es auch eine spannende Krimihandlung drum herum, aber die gab es bei diesem Buch natürlich nicht.
Es geht um Lorenz. Der ist gerade von seiner Frau Katrin verlassen worden. Zusätzlich hat er noch das Problem, dass er ein notorischer Lügner ist, das schon immer war. Als Sachbearbeiter in Bausachen bei der Stadt ist Lorenz auch eher unerfolgreich und von seinem Vorgesetzten und seinen Kollegen, denen er auch regelmäßig Lügengeschichten auftischt, eher geduldet als geschätzt. Doch dann soll er einen Termin mit einem Herrn Schönleben wahrnehmen, da alle anderen Sachbearbeiter krank im Bett liegen. Und das verändert Lorenz’ Leben völlig.
Ich fand das Buch wie gesagt nicht witzig und Lorenz auch nicht sonderlich sympathisch. Meiner Meinung nicht empfehlenswert.
Wunderbar. Wer frühe Tom Sharpe-Romane (das gute Zeug wie: Tohuwabohu / Mohrenwäsche, Familienbande, die ersten Henry Wilt-Romane) mag, wird hier mehrfach laut brüllen vor Lachen.
RalfRalf Husmann ist allerdings subtiler und baut manche Lacher längerfristig auf.
Die vielen Stromberg-Verweise in anderen 'Rezension' kann ich nicht nachvollziehen, ebensowenig die Kritik, Husmann könne keine Romane schreiben.
Ich werde Husmanns nächsten Roman blind kaufen und würde von ihm wahrscheinlich sogar die Interpretation des Telephonbuchs von Bielefeld lesen.