Der Ansatz ist gut, aber dem Buch hätte es sehr gut getan, wenn der Autor sich bei der Polemik und subjektiven Meinung, besonders der subjektiven schlechten Meinung, ein wenig zurückgehalten hätte. Schade, aber wiederholte Seitenhiebe in Richtung des Französischen und konstantes Belächeln anderer Länder und Sprachen verführen sicherlich nicht zum Weiterlesen, genauso wie hämische Bemerkungen über Schriftsteller, die dem Autor des Buches nicht gefallen. Und zwar behauptet Steinfeld, als er fünf Seiten lang Elfriede Jelinek kritisiert "darüber will man nicht richten", fällt mit seinen kleinen Gehässigkeiten aber doch sehr eindeutig einen in seinem persönlichen Geschmack begründeten Richterspruch und das mit einer Hartnäckigkeit und einem Überzeugungswillen, die höchstens in einer Rede angebracht wären und selbst dort einen fahlen Beigeschmack behielten. Polemisch eben. Auch ein paar handfeste nachprüfbare Fakten statt vagen Anekdoten hätten der allgemeinen Glaubwürdigkeit nicht geschadet - insbesondere wenn durch die Unklarheit der Aussagen Fakten verdreht und ein falscher Eindruck vermittelt werden, siehe lettische Sprachpolitik.