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Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

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Worpswas? – Worpswede! Moritz Rinke legt ein furioses Romandebüt vor
Ausgerechnet als Paul Wendland mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit In Worpswede drohen das Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung …
Mit seinem furiosen Romandebüt hat Moritz Rinke bereits unzählige Leser begeistert. Mit hinreißender Tragikomik erzählt er von unheimlichen Familiengeheimnissen, vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit, vom Lieben und Verlassenwerden und von einem Dorf im hohen Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land.

482 pages, Hardcover

First published February 1, 2010

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About the author

Moritz Rinke

33 books4 followers

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Community Reviews

5 stars
24 (15%)
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2 stars
15 (9%)
1 star
6 (3%)
Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews371 followers
December 16, 2016
Zu Beginn der Geschichte stolperte ich noch komplett orientierungslos durch dieses mir völlig fremde, mit sprunghaftem Erzählstil beschriebene, plattdeutsche Universum. Die sehr humoristische Art des Romans konnte ich anfangs auch nicht verstehen und genießen, denn ich kapierte einfach diesen nordischen Witz überhaupt nicht, wie auch diese fremde Sprache und die ortsansässige Bevölkerung sich für mich wie ein arabisch geschriebenes Buch mit sieben Siegeln darstellten.

Und dann passierte ein Lesewunder, wie bei einer gut geschriebenen Science Fiction oder Fantasy Story hat mich der Autor in diese fremde Welt hineingezogen und mich zu einem Teil der Worpsweder Dorfgemeinschaft gemacht. Die Figuren sind derart liebevoll entwickelt, dass es eine Freude ist, die Landschaft wird wundervoll gezeichnet, so als stünde der Leser selbst in den unendlichen Weiten des Moors, historische Tatsachen und erfundene Anekdoten aus der Künstlerkolonie wurden auch derart perfekt miteinander verwoben, dass die Trennlinie zwischen Fakten und Fiktion nahtlos verschwimmen.

Das folgende Zitat persifliert eigentlich den ganzen Roman und auch den etwas sprunghaften Erzählstil des Autors:

"Wie sich die Menschen im Nachhinein in die Geschichte und irgendwelche Weltenzusammenhänge hineinerzählten! Wie sie erzählten und erzählten, um den Glanz einer Zeit in ihr Leben hineinleuchten zu lassen. Eine Generation, die älter geworden dasaß und mit Tausenden von Geschichten an die Geschichte anbaute, sodass sich aus dem Dorf eine Stadt und aus der Stadt ein ganzer Moloch aus Legenden und Wahrheiten erhob."

Die Handlung dieses Werks hat mich fast am meisten begeistert. Paul Wendland-Kück, ein Berliner Business-Versager mit dem Kopf in den Wolken und massiven Mutter-Abnabelungsproblemen muss zurück in seinen Geburtsort, die Künstlerkolonie Worpswede, da sein Elternhaus droht, im Moor zu versinken. Im Zuge der Bauarbeiten und Grabungen, um dem Familienwohnsitz endlich ein solides Fundament zu verschaffen, tauchen nicht nur sprichwörtlich sondern auch real aus dem Moorgarten mehrere bestgehütete stinkende grausliche Familiengeheimnisse auf. Meine Güte! Was für eine innovative Doppeldeutigkeit, die das Haus und die Beziehungen in der Familie überaus grandios gleichsetzt – quasi Familienaufstellung und Baustelle. Paul und sein möglicherweise Nicht-Verwandter Nullkück, der seinen Spitznamen daher bekam, da seine Kück’sche Abstammung irgendwie fraglich ist und er außerdem an einer Behinderung leidet – was für eine hundsgemeine aber irgendwie auch schräge Interpretation – kämpfen wie Don Quixote an der Vertuschung nach außen und Aufklärung nach innen, der im Stakkato aus dem Moor aufpoppenden bösen Familiengeheimnisse. Dieser Plot hat etwas von einer sehr witzig satirischen aber auch unendlich traurigen Slapstick-Komödie.

Vor Rinkes Sprachfabulierkunst kann ich nur den Hut ziehen, sehr knackige Metaphern wunderschön beschrieben bringen uns Land, Leute und auch die Geschichte näher. In Worpswede trennt sich die Bevölkerung in zwei Gruppen von Bewohnern, „Leute mit Kühen bzw. inneren Kühen“, die das Moor und das Dorf nicht für einen Tag verlassen können, also die traditionelle Dorfbevölkerung und „Leute ohne Kühe“, denen die ortsansässigen Künstler zuzuordnen sind. Analog dazu fungieren auch die Vorhänge an den Fenstern.

Diese mir anfangs so fremden Menschen werden folgendermaßen sehr treffend beschrieben:

"Ja, hier in diesem flachen Land schnäuzte man grundsätzlich alles weg, was unangenehm zu beantworten war. Die Zeit, in der man hätte antworten oder Dinge ansprechen können, wurde weggeschnäuzt und zwar solange, bis das Leben längst weitergegangen war.“

Fazit: Eine absolute Leseempfehlung von mir. Wenn man den etwas zähen Beginn und das Fremdeln überwunden hat, das quasi jeder Tourist zu Beginn seiner Reise erlebt, und es vermag, in den Roman und in Land & Leute einzutauchen, dann kommt restlose Begeisterung auf.
Profile Image for Burak Kuscu.
574 reviews128 followers
January 13, 2022
Muhtemelen okumaya beklentim düşük başladığım için bayıldım kitaba. Beni şoke edecek kadar iyi bir eserdi. Yazar aslında bir oyun yazarı, kitabın kurgusu da bana bir sahneler bütünü havası verdi. Başlıklara ayrılmış hali ve karakterlerin o başlıkların olduğu kısımlarda sahneler arasında çok yer değiştirmemesi vesaire, bana o tiyatro hissini yaşattı.

Yazar Rinke'nin kaleminde biraz Hans Fallada, biraz Alfred Döblin esintisi yakaladım ancak ikisinden de çok azar azar. Benziyor bile diyemem. Sadece bende yarattığı ufak bir hatırlama hissinden fazlası değil.

Konu, kurgu ve bunun işleniş şekli başarılı. Karakter yaratımı da ilgi çekici. Johanna, Paul, büyük Paul, Nullkück, Peter ve daha niceleri.

iyiydi yani. Biraz uzun bir kitap ama değiyor. Tavsiye ederim.
Profile Image for Sabrina.
48 reviews6 followers
July 16, 2014
Das Buch ist eine herrlich skurrile Lebensgeschichte einer nicht oder doch typischen Worpsweder Künstlerfamilie. Man lernt einiges über das reale Worpswede und zwar nicht nur das, was den Touristen gerne verklickert wird, sondern auch so manch Wahres, was den Ort aber nur sympathischer macht.

Was mir nicht gefallen hat, war die Handlung an sich, die ich an manchen Stellen etwas durchschaubar fand, so dass bei mir nicht jede überraschende Wendung auch tatsächlich überraschend ankam. Allerdings bezweifel ich, dass es in diesem Fall wie sonst an einer grundsätzlichen Schwäche des Buches liegt, sondern daran, dass ich (warum erläutere ich nicht) eine besondere Beziehung zu dem Buch habe, die nicht nur darauf beruht, dass ich viel in Worpswede bin.

Zu gerne würde ich mich mal mit dem Autor unterhalten und ihn Fragen, ob so manche Parallele zwischen seinem Buch und meinem Leben nicht auch ihn überrascht.
Profile Image for Jenni.
23 reviews2 followers
December 6, 2010
Ein unterhaltsames Buch mit einigen Längen in der Mitte, das mit viel Detailverliebtheit Leben und Leute in Norddeutschland beschreibt.
856 reviews11 followers
May 8, 2014
In seiner Familiengeschichte der Kücks aus Worpswede zeichnet Moritz Rinke liebevoll seine Charaktere, vom sprachbehinderten Nullkück bis hin zu seiner dominanten Mutter, die die Hauptperson des Buches, ihren Sohn Paul Kück, auch aus der Ferne per Telefon immer noch unter der Fuchtel hat. Alleine sich das mutmassliche Anwesen der Familie Kück vorzustelen, das langsam im Worpsweder Moor zu versinken droht, zusammen mit diversen, von Grossvater Kück geschaffenen lebensgrossen Statuen im Garten, macht viel Spass und gibt der Geschichte einen gelungenen Rahmen. Auch andere Charaktere aus dem Dorf haben ihren Auftritt und bereichern das Familienproträt um meist witzige Facetten. Ist gut zu lesen, zum Teil etwas langatmig, macht aber auf jeden Fall Spass.
Profile Image for Andrea.
3 reviews
September 19, 2012
Das Buch hat so seine Längen. Es ist teilweise quälend sich durch die Geschichte zu kämpfen.
Profile Image for gardienne_du_feu.
1,456 reviews12 followers
April 6, 2020
Paul ist Anfang 30 und versucht mehr schlecht als recht, in Berlin eine Kunstgalerie zum Laufen zu bringen, als ihn ein Hilferuf erreicht: sein Elternhaus in der Künstlerkolonie Worpswede droht im Moor zu versinken, wenn nicht schleunigst Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Und da seine Mutter seit langer Zeit auf Lanzarote weilt und sonst keiner mehr da ist, der sich kümmern könnte, macht sich Paul eher widerwillig auf den Weg, um nach dem Rechten zu sehen.

In seiner früheren Heimat erwartet ihn nicht nur ein vom Untergang bedrohtes weitläufiges altes Haus, sondern auch eine unerwartete Konfrontation mit der Vergangenheit seiner Familie. Wie stand es um die Gesinnung seines Großvaters und Namensvetters Paul Kück, eines bekannten Bildhauers, zur Zeit des Dritten Reiches? Was passierte tatsächlich mit seiner Großtante Marie, die angeblich wegen kommunistischer Neigungen von der Gestapo abgeholt wurde? Und wer ist nun wirklich der Vater von Maries Sohn, dem leicht minderbemittelten Cousin, der heute noch auf dem Hof lebt und den der Opa bissig "Nullkück" zu nennen pflegte, um seine ungeklärte Abstammung hervorzuheben?

Moritz Rinke, der selbst in Worpswede groß geworden ist und hier sicherlich auch das eine oder andere aus seiner eigenen Geschichte einfließen lässt, gelingt in diesem Roman über Pauls unfreiwilliger Reise an den Ort seiner Kindheit und seiner Spurensuche in der Familienvergangenheit das Kunststück, auf skurril-witzige Art über ernste Themen zu schreiben. Was Paul da nach und nach zutage fördert, ergänzt um die Dinge, die Peter Ohlrogge, Exliebhaber von Pauls Mutter und die zweite Erzählstimme des Buches, im Laufe der Zeit herausgefunden hat, ist ganz und gar unerquicklich und eng mit den dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte verknüpft, doch die Szenen, die sich während Pauls Stippvisite oder auch in Ohlrogges Rückblenden abspielen, sind häufig brüllend komisch, auch wenn einem kurz danach schon wieder das Lachen im Halse steckenbleiben will.

Ein echtes Highlight des Buches war für mich Nullkück, der sich in all den Jahren seit Pauls Kindheit kein bisschen verändert hat und nur bruchstückhaft spricht, aber das Herz am rechten Fleck hat und auf seine eigene Weise durchaus clever ist, denn er wird nicht zur albernen Karikatur, sondern ist mit all seinen Unzulänglichkeiten und Besonderheiten liebevoll gezeichnet.

Das einzige, was ich nicht gebraucht hätte, war der Handlungsstrang um einen russischen Hochstapler, der sich als aufstrebenden Maler ausgibt, um Frauen zu bezirzen, denn dessen Kapitel haben aus meiner Sicht gar nichts zum restlichen Buch beigetragen außer vielleicht leiser Kritik an der Kunstszene und waren auch nicht besonders witzig.

Insgesamt aber ist das Buch eine schräge, ungewöhnliche und lesenswerte Auseinandersetzung mit der deutschen Zeitgeschichte, die mir sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht hat.
Profile Image for Terss.
660 reviews36 followers
October 6, 2024
Kesinlikle tuhaf bir kitap.
Aile mirasını restore ettikten sonra elden çıkarmak isteyen bir adamın restore sırasında aile tarihini hiç bilmediğini fark etmesinin hikayesini okuyoruz. Aile diye bildiği her şeyin sırlardan hatta yalanlardan ibaret olduğunu anlatıcıyla beraber öğreniyoruz.
Kimi yerde olay örgüsü yavaşlıyor yer yer kopup dağılıyor. Ama kimi zamanda nefesinizi tutup gözünüzü ayırmadan sayfayı çevirirken buluyorsunuz kendinizi.
Ülkemizden binlerce kilometre uzaktaki bir ülkede yüzyılın sanatçısı ödülünü alan, sanatçı bir dedenin gizemlerle, yalanlarla hatta ölümlerle dolu hayatını merak ettiyseniz okumanızı tavsiye ederim.
Profile Image for Michi.
567 reviews4 followers
June 5, 2017
The first word that came to mind after finishing this book was "heavy". It starts out rather slow; until about midway through the book, the only thing that kept me reading was how pathetic and yet thorougly relatable the protagonist's journey back into his childhood and his family's history is. But then everything starts to unravel and I found it increasingly hard to put down the book until I had to do so for a moment just to catch my breath when the horrible fate of Marie was revealed.
Profile Image for Franziska .
374 reviews
October 7, 2017
It took me a while to get through as there are various scenes. Was interesting reading and recommendable.
80 reviews
Read
August 19, 2022
? Hatte ich das aus der Bücherei? Nicht zu Ende. Wollte ich immer gerne, da Autor aus Worpswede kommt. War aber irgendwie nicht prickelnd.
12 reviews
July 25, 2011
Hervorragendes Buch, ein echter Überraschungstreffer und sehr mitreißend. Wenn nach und nach dunkle Familiengeheimnisse ans Licht kommen, leidet man richtig mit, und das Ende ist ein regelrechter Befreiiungsschlag.
Profile Image for Melt.
11 reviews
March 8, 2013
Streckenweise schwer zu lesen denn in den Humor muss man erst mal einsteigen. Aber nach hinten hin immer besser. Musste auch später noch oft an dieses Buch denken und es wurde quasi im Nachhinein als man das ganze so betrachten konnte richtig gut. Tolles Ende und insgesamt ein Volltreffer !
15 reviews
October 3, 2011
Familiengeschichte rund um die Worpsweder Künstlerkolonie, Faszinierend und tiefsinnig beschrieben.
Displaying 1 - 19 of 19 reviews

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