Einerseits hat mir das Hörbuch richtig gut gefallen - die Fälle, von denen Wilfling berichtet, spielten sich allesamt in der Umgebung von München, also nahe meiner neuen Heimat, ab. Besonders deshalb fand ich sie ziemlich spannend. Gleich beim ersten Fall wurden die Leichen sogar im Wald des Dorfes abgelegt, in dem ich arbeite. Diese örtliche Nähe hat auf jeden Fall meine Aufmerksamkeit erregt. Außerdem fand ich den Hörbuchsprecher super - dieser schöne, urbayerische Dialekt! Einfach angenehm anzuhören.
Andererseits kommt Wilfling einfach aus einer anderen Zeit. Die meiste Zeit konnte man das mit einem Augenverdrehen ignorieren, aber in den letzten 5 Minuten hat er dann nochmal richtig angefangen, über (in seinen Worten) "Gutmenschen" herzuziehen, dass ich das Hörbuch tatsächlich relativ angepisst beendet habe. Schade, dass grad die persönliche Meinung des Autors das Buch so doof beendet hat.
Four criminal cases which are kept short and sweet. Quite interesting. It's like reading a crime thriller - with the only difference that the things described in this (audio) book actually happened. What's also worth mentioning is that you get an insight into an investigator's way of working. I can recommend this book for true crime fans.
Ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Titel so zutrifft. Hier tun sich wirklich Abgründe auf. Warum ein Mord begangen wird, wie er ausgeführt wird und was für eine Person der Täter ist- die Realität hat nichts mit den Krimis gemein, die man kaufen kann. Manche Geschichte ist so unfassbar, dass ich einen Krimi mit einer solchen Handlung wahrscheinlich zur Seite gelegt hätte.
Um jahrelang diese Geschichten zu erleben, muss man entweder besonders abgebrüht sein man muss es geschafft haben, einen großen Abstand zwischen sich und seine Arbeit zu legen. Was bei Josef Wilfling der Fall ist, darüber kann ich nur spekulieren. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die sachliche Beschreibung der Taten. So schlimm sie auch gewesen sind, Josef Wilfling lässt nichts von seinen Gefühlen erkennen.
Aber die Aneinanderreihung so vieler grausamer Taten hat bei mir bewirkt, dass ich selbst ein bisschen abgestumpft wurde. Bei den ersten Kapiteln war ich noch entsetzt. Auch die späteren Kapitel haben mich berührt, aber nicht so sehr wie die ersten. Vielleicht wäre da ein weniger neutraler Stil hilfreich gewesen.
The first case was interesting, but I kind of lost interest gradually afterwards. There is no skill of storytelling, its just like reading a protocol no suspense, the fact that they are real cases does no make it much better, that people are weird and cruel I already knew before. I could have watched every third grade crime series instead, that would not have taken so long. I get that those cases are significant to the author because he has lived them, but there was no transfer to the reader. Also the way the author does portray himself is a bit arrogant and boring. Like he always knows right at the beginning who the murderer is. Desperation or any kind of emotions on his side would have made that book more interesting. Wilfried Klaus did make a good job by reading the audiobook though, very fitting hire also, as he is a major figure in german crime TV genre.
Beim Lesen selbst sind die Geschichten wirklich spannend, aber ich musste feststellen, dass sie sehr kurzweilig sind. Als ich bei der letzten Geschichte war, wusste ich schon nicht mehr was in der ersten passiert ist.
Trotzdem denke ich, dass es ein interessantes Buch ist, wenn man sich für True Crime interessiert.
Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es ist schon unglaublich, wozu Menschen fähig sind. Wilfling gibt sehr interessante Einblicke in die Arbeit der Mordkommission.
Ich habe das Buch geradezu verschlungen. Wilfling’s Art zu schreiben packte mich, ich konnte gar nicht aufhören. Selbst bei den brutalsten Fällen schafft es Wilfling mit einer kleinen humorigen Anspielung die Atmosphäre aufzulockern. Wenn er z.B. darüber schreibt, dass eine Frau vor ihm die Treppe hinauf geht und es dabei in ihrem Schritt bimmelt wie ein Glockenspiel, dann könnte man glatt vergessen das er kurz vorher geschildert hat, dass sich der Ehemann dieser Dame gerne einen Trichter in den After einführen lässt, damit ihm die Ehefrau Reißzwecken reinschütten konnte.
Sehr interessant fand ich auch eine kurzes Kapitel zu der Frage, ob Frauen anders morden als Männer. Wilfling bringt es auf einen einprägsamen Punkt. Männer morden um jemanden zu behalten (Nebenbuhler umbringen, damit die Ehefrau bleibt oder Frau und Kinder umbringen, damit sie niemand anders bekommt), während Frauen meistens morden, um jemanden loszuwerden.
In diesem Kapitel zeigt Wilfling das er durchaus differenzieren kann. Natürlich gehört er nicht zu den weichgespülten Gutmenschen und fordert harte Strafen für Mörder, aber er führt auch ein paar Mörderinnen an, die erst auf Grund ihrer Erziehung oder Lebenslage dazu wurden.
Eine Sache ärgert mich allerdings, wobei Wilfling selber gar nichts dafür kann. Wenn es um ein Thema geht, bei dem man sich selber nicht auskennt, dann bekommt man gerne Infos von Experten. Doch 2 verschiedene Experten haben meistens 2 völlig konträre Meinungen. Nehmen wir als Beispiel die Eurokrise. In der ARD erklärt ein Experte eine Viertelstunde lang mit Fakten, dass man Griechenland unbedingt retten muss. Dann schaltet man um und im ZDF sagt ein anderer Experte, dass man Griechenland kaputtgehen lassen muss. Auch er nennt Zahlen und Fakten. Als unwissender Zuschauer sitzt man dann vor dem Fernseher und weiß nicht was man glauben soll / kann.
Ähnlich verhält es sich bei der Frage, was “lebenslänglich” nun in Deutschland bedeutet. Erst vor kurzem habe ich von Joe Bausch in seinem Buch “Knast” gelesen, dass “lebenslänglich” nicht wie allgemein vermutet nur eine Strafe von 15 Jahren bedeutet. In Wirklichkeit läge der Durchschnitt bei 22 Jahren. Nun schreibt Wilfling aber anklagend, dass viele Mörder nach 6 Jahren freikommen, der Durchschnitt klar unter 20 Jahren liegt. Was stimmt denn jetzt?
Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen, denn es ist von vorn bis hinten spannend. Ich war überrascht davon, wie oft die Polizei auf Zufälle oder das “Bauchgefühl” angewiesen sind, trotz aller wissenschaftlichen Möglichkeiten. Aber trotzdem gibt es den perfekten Mord wohl nicht. Und das ist auch gut so. (4,5 / 5)
Unglaubliche Einblicke in wahre Begebenheiten, von denen man meinen möchte, dass sie sich nicht so zugetragen haben können. Josef Wilfling hat einen einzigartigen Stil die Ereignisse aus einer Distanz zu schildern, die kaltherzig und doch mitfühlend wirkt. Jeder kann sich über die Ereignisse gedanken machen, ohne von seinen Emotionen oder Werten beeinflusst zu werden. Rundum ein zu empfehlendes Buch!