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Im Wortlaut der alten Übersetzung von Johann Sporschil (1862) sind diese Kapitel nun in Enzensbergers Die Andere Bibliothek erschienen, ergänzt um einen Essay des Orientalisten Reinhard Schulze zum geistesgeschichtlichen Hintergrund von Gibbons Historiografie. Ein tieferes Verständnis des Islam als Religion darf man sich bei der Lektüre jedoch nicht erwarten: Als Zeitgenosse von Voltaire und Hume war Gibbon von der Philosophie der Aufklärung geprägt. Sein empirisch-säkularer Blick galt deshalb ausschließlich den "harten Fakten": Eroberungen, Schlachten, Lebensdaten usw.
Heute mag das manchmal langatmig und trocken wirken. Doch gerade sein kritischer Umgang mit den Quellen -- Gibbon, der selbst nie in Arabien war, konnte sich bei der Arbeit nur auf die unzuverlässigen Berichte anderer Autoren stützen -- hat den Engländer zu einem Pionier der heutigen Geschichtsschreibung gemacht. Lesenswert ist das schön ausgestattete Buch deshalb vor allem als Dokument der Wissenschaftsgeschichte.--Bernhard Wörrle
340 pages, Hardcover
First published January 1, 2003