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Im Schatten der Königin

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Am 8. September 1560 wird Amy Robsart tot am Fuße einer Treppe aufgefunden. War es ein Unfall, Mord oder gar Selbstmord? Schnell verbreitet sich das Gerücht, ihr Mann Robert Dudley habe sie umbringen lassen, um Königin Elizabeth I. heiraten zu können, mit der er seit Jugendzeiten eng verbunden ist. Dieser Verdacht bringt nicht nur Robert sondern auch Elizabeth in Gefahr, die nach nicht einmal zwei Jahren auf dem Thron noch dabei ist, ihre Stellung zu konsolidieren. So ist beiden daran gelegen, möglichst schnell die Wahrheit über Amys Tod herauszufinden.

Tanja Kinkel rollt den historisch belegten Skandal um Amy Robsarts mysteriösen Tod neu auf und erzählt, wie es gewesen sein könnte. Der Roman spielt in einer einzigen Woche nach Amys Tod und wird aus der Perspektive von zwei Figuren erzählt, die in der Geschichtsschreibung nur am Rande erwähnt werden: Auf der einen Seite Thomas Blount, enger Freund und Vertrauter von Robert Dudley, der an den Unglücksort in Oxfordshire reist, um den tödlichen Treppensturz aufzuklären. Auf der anderen Seite Kat Ashley, die Gouvernante der Königin, die ihre Spitzel entsendet. Doch beide sind emotional enger in den Fall verwickelt, als es nach außen hin scheint.

Gekonnt zieht Kinkel die Fäden in diesem Ränkespiel um Liebe, Eifersucht, Rache und Macht und hält sich dabei eng an die historischen Fakten, die blendend recherchiert sind. Der Leser bekommt einen interessanten Einblick in die frühen Jahre von Elizabeths Herrschaft, auch wenn die Königin eigentlich nur eine Nebenfigur des Romans ist. Am Schluss des Buches findet man die Genealogien der drei beteiligten Familien und ein Nachwort der Autorin, in dem sie nochmals auf ihre Quellen verweist. Ein hervorragend geschriebener, atmosphärisch dichter und spannend zu lesender historischer Roman, der nicht nur Fans des elisabethanischen Zeitalters zu empfehlen ist.
- Alexandra Plath

432 pages, Hardcover

First published January 1, 2010

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About the author

Tanja Kinkel

57 books51 followers
Mit acht Jahren begann Tanja Kinkel, Geschichten und Gedichte zu schreiben. 1978 gewann sie einen Jugendliteraturpreis und 1979 schrieb sie ihren ersten Roman.

Ab 1988 studierte sie Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1991 bekam Tanja Kinkel ein Stipendium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München; Ausbildung zum Drehbuchautor. 1992 folgte ein Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Schriftsteller. 1995 hatte sie einen Förderaufenthalt des deutschen Innenministeriums in der "Casa Baldi" in Olevano Romano bei Rom und erhielt 1996 ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles.

1996 erfolgte die Berufung der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in das Kuratorium des Internationalen Künstlerhauses "Villa Concordia", Bamberg. 1997 promovierte sie mit einer Arbeit über das Werk Lion Feuchtwangers. 2000 erhielt Kinkel den Kulturpreis der Oberfränkischen Wirtschaft. 2001 war sie im Beirat des Bertelsmann Buchclubs; bis zu dessen Auflösung Ende 2002. Sie war 2001 Gründungsmitglied der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft in Los Angeles. 2006 kam sie in die Auswahl zur Initiative "Deutschland - Land der Ideen - 100 Köpfe von morgen".
Kinkel ist Mitglied im PEN Deutschland und im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA).
Sie lebt in München.

(Adapted from Wikipedia.de)

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Community Reviews

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13 (14%)
1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
124 reviews16 followers
March 27, 2010
Ich bin ziemlich enttäuscht von Tanja Kinkels neuestem Buch. Die Geschichte, die um den skandalreichen Tod Amy Dudleys herum aufgebaut ist, finde ich schwach; besonders der erste Teil wirkt unstrukturiert, die Zeitebenen sind schlecht miteinander verflochten, die Charakterisierung der beiden Erzähler nur unzureichend herausgearbeitet. Im zweiten Teil verändert sich dies zumindest, und vor allem Frobisher als eine der Nebenfiguren wächst einem sehr ans Herz, aber insgesamt finde ich, dass die Autorin ihr Talent, drei-dimensionale Menschen zu zeichnen, in diesem Kriminalroman vor historischen Hintergrund leider nicht so gut ausspielen kann, wie sie durchaus dazu fähig ist. Die Auflösung der Todesursache ist für mich persönlich unglaubwürdig. Dazu kommt, dass es für mich bei einem historischen Roman besonders wichtig ist, ein Gefühl für die Zeit zu erhalten; hier versagt das Buch für mich völlig. Andauernd liefen die Figuren in meinem Kopf in Kleidung des 19. Jahrhunderts herum anstatt in der des 16. Jahrhunderts.

Im Moment bin ich noch zu sehr von meiner Enttäuschung in Beschlag genommen, als dass ich eine augewogenere Review zum Buch schreiben könnte. Man möge es mir verzeihen; ich werde mich später dran versuchen, auch positive Aspekte zu nennen.

In short: I'm disappointed with this new book from an author I love.
Profile Image for nettebuecherkiste.
707 reviews183 followers
January 11, 2012
England, 1560. Elizabeth I sitzt seit Kurzem auf dem Thron. Robert Dudley ist der Jugendfreund und Vertraute von Elizabeth, oder ist da mehr? Dann stirbt dessen Frau Amy plötzlich – und ganz England munkelt, dass Dudley seine Frau loswerden wollte, um die Königin heiraten zu können. Dudley schickt seinen Verwandten Thomas Blount an den Ort des Geschehens, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

Wieder einmal überzeugt Tanja Kinkel mit einem historischen Roman, der nicht nach dem üblichen Strickmuster abläuft und sich damit deutlich von der Masse abhebt. Hauptperson ist keine der üblichen Frauenfiguren, die sich ja zurzeit in inflationärer Form in Historienschmökern tummeln, sondern eine Person, die wirklich gelebt hat. Tanja Kinkel hat, wie man es von ihr gewohnt ist, hervorragend recherchiert und liefert in diesem Roman ihre eigene Interpretation der Ereignisse in unterhaltsamer Form, ohne irgendwelche Fakten zu verdrehen. Die Geschichte erstreckt sich nur über ein paar Tage und wird von Thomas Blount als Ich-Erzähler wiedergegeben. Dazwischen gibt es sogenannte „Zwischenspiele“, in denen Elizabeths Hofdame und frühere Gouvernante Kat Ashford zu Wort kommt, denn auch sie möchte herausfinden, was der Favorit ihres Schützlings mit dem Tod seiner Frau zu tun hatte.

Aufgrund des Romanthemas hat dieser historische Roman natürlich einen gewissen Krimicharakter, und generell bin ich ja nicht so ein Krimifan. Aber das Geschehen wird von Tanja Kinkel so geschickt in Szene gesetzt, dass mir das Buch doch sehr gefallen hat. Der Glaubenskonflikt spielt natürlich eine wichtige Rolle und wird schön dargestellt. Auch die Charaktere sind eine Stärke von Tanja Kinkel, meine Favoritin in diesem Buch ist Edith Odingsell, die für die nötige Portion Humor sorgt.

Ich gebe diesem Buch 4 von 5 möglichen Sternen, es hat mich nicht so mitgerissen wie „Die Puppenspieler“, aber ansonsten rundum überzeugt.
Profile Image for Alina.
126 reviews4 followers
August 26, 2023
Ich gebe Büchern sonst wirklich sehr, sehr selten nur einen Stern, denn natürlich siebe ich wie wohl die meisten Leser/innen vor dem Lesen schon alles aus, was mich sowieso nicht anspricht. Aber hier möchte doch deutlich machen, wie enttäuscht ich von der Autorin diesmal bin.
Tanja Kinkel kann gut schreiben. Gerade ihre ersten Werke fand ich für die damals so junge Autorin wirklich beeindruckend. Stilistisch ist Kinkel eigentlich z.B. Rebecca Gablé, bei der wirklich jedes Buch im gleichen Stil bis hin zu haargenau den gleichen Phrasen geschrieben ist, überlegen. Aber bei "Im Schatten der Königin" frage ich mich ernsthaft, was die Autorin "geritten" hat: Man lernt Amy nicht einmal richtig kennen, bevor man lapidar erfährt: "Meine Gemahlin ist tot", sagte Robert Dudley.
Vielleicht würde so etwas noch bei einem englischen Publikum "funktionieren", das die Geschichte kennt. Bei einem deutschsprachigen Publikum wäre es auf jeden Fall angebracht, die Figuren erstmal einzuführen, den Konflikt, in dem sich Dudley befand, darzustellen und bestenfalls Sympathien aufzubauen. Das alles geschieht hier nicht. Stattdessen hetzt die Erzählung innerhalb weniger Tage erzählter Zeit durch zig Nebensächlichkeiten und historische Schnipsel, die am Ende fast nichts mit der sehr lahmen erfundenen "Auflösung" zu tun haben.
Zudem ist das Buch insgesamt in einem seltsam verquasten Stil geschrieben, der zwischen moderner Sprache und wohl der Nachahmung einer altertümlichen Ausdrucksweise schwankt, was ingesamt schlicht merkwürdig klingt. (Und da gefällt mir Rebecca Gablés ungehemmter "heutiger" Erzählstil dann wieder besser, denn immerhin ist alles "aus einem Guss".) Tilman Röhrig neigt in einigen seiner Bücher auch zu so merkwürdigen Stil-Experimenten (die meistens, sorry, einfach nur seltsam und befremdlich und überhaupt nicht "künstlerisch" klingen), aber von Tanja Kinkel habe ich bislang ehrlich mehr erwartet.
Alles sehr bedauerlich, denn die historische Vorlage wäre eigentlich ein "Selbstläufer", wenn man so will: Die schwer kranke Ehefrau des "Favoriten" der englischen Königin wird tot in ihrem eigenen Heim aufgefunden, scheinbar ist sie die Treppe heruntergestürzt. Natürlich geht damals genau wie es heute wäre die Gerüchteküche los, ob es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord war. Daraus hätte Kinkel einen spannenden historischen Krimi schaffen können, der Stoff schreit regelrecht danach. Übrigens hat schon Sir Walter Scott den Fall in "Kenilworth" verarbeitet, ein Roman, der heute zumindest außerhalb Großbritanniens so gut wie vergessen ist, damals aber sehr erfolgreich war.
Kinkel dagegen hat diesmal leider unter ihrem Niveau abgeliefert, es ist mir persönlich sogar unerklärlich, wie das Buch dermaßen misslingen konnte.
Profile Image for Val.
171 reviews1 follower
October 19, 2025
I‘m disappointed. I‘m very interested in the Elizabethan era, but this book didn’t satisfy my expectations. Upon reading the blurb, I bought it second hand, because I have never known the story about Amy and Robert Dudley. But I didn’t like the book.
Profile Image for Nicole.
41 reviews5 followers
February 3, 2012
Zitat
"Ja, eine Frau, die ihrem Herzen folgte – und die Macht hatte, zu töten, was ihr dabei in den Weg kam -, die war das Gefährlichste, was man sich vorstellen konnte."

Inhalt
England 1560. Thomas Blount. Staatsmann, Ehemann und Vater. Seit seiner Kindheit ist er eng verbunden mit der Familie Dudley. Zusammen mit den Söhnen seiner Base Jane zog er in den Krieg gegen Frankreich und überlebte diesen, genauso wie den tiefen Sturz der Familie Dudley. Statt sich nach dem Tod Königin Marys aber zurückzuziehen und bei seiner Frau und den beiden Kindern zu bleiben, bleibt er an der Seite seines Vetters Robert, der hoch im Ansehen der neuen Königin Elizabeth steht. So hoch, dass man ihm eine Affäre mit der „Ketzerkönigin“ nachsagt. Angeblich sollen beide heiraten wollen, doch da gibt es ein Problem. Robert ist bereits verheiratet und plötzlich ist Amy Dudley tot. Thomas muss sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben, um den erneuten Sturz der Familie Dudley zu verhindern und dabei tief in den Abgrund seiner eigenen Seele blicken. Das alles muss er tun, ehe die Untersuchungskommission ihr Urteil über Robert fällt. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Feinde der Dudleys beginnt.

Zum Buch
Wie so oft war es auch bei diesem Roman mal wieder die Frage zwischen Top oder Flop. So oft steht in den Regalen mit historischen Büchern das eine genau neben dem anderen.
Die Zeit der Tudors ist meine absolute Lieblingszeit in der Geschichte und ich verschlinge sozusagen alles was sich dazu bietet. Doch deshalb sind die Bücher längst nicht alle gut.
Tanja Kinkel war mir bisher nur aus den Erzählungen einer Freundin ein Begriff, die „Das Spiel der Nachtigal“ gelesen hat. Ihr persönlich gingen dort die Charaktere auf die Nerven, entsprechend glaubte ich mich auf der sicheren Seite.
Die Charaktere sind von Kinkel weitgehend gut getroffen und lebendig beschrieben. Sie besitzen ein eigenes Leben und eigene Geschichten, die sich zu einem engen Geflecht in die Gesamthandlung einbinden. Auch ihr Schreibstil an sich ist durchaus gut. Was mich störte, war vor allem die Tatsache, dass die knapp über 400 Seiten nur die Handlung von 5 Tagen beschreiben. Entsprechend ziehen sich einige Bereiche wirklich in die Länge. Die Gedanken der Charaktere können so zwar ausführlich dargelegt werden, es erscheint an mancher Stelle allerdings etwas langatmig.
Auch die Kapitel sind ziemlich lang und es ist schwer mal eben noch ein Kapitel weiter zu lesen, da dann gut 30 Seiten auf einen warten, die in der Taschenbuchausgabe klein und voll beschrieben sind. Die Handlung wirkt durch die ständigen Gedanken immer wieder unterbrochen.
Außerdem fehlt es dem Buch an Romantik, die in den meisten historischen Romanen doch eingebaut wird. Der Hauptcharakter verliert sich in seinen endlosen Schleifen von Gedanken um immer die Selben Erinnerungen. Die Handlung ist des Weiteren weitgehend vorhersehbar. Nicht nur die historischen Tatsachen, die sich natürlich schlecht anders darstellen lassen, auch der Freiraum bleibt recht offen und schnell aufdeckbar. Spätestens auf der Hälfte weiß man wie die junge Amy zu Tode kam und aus welchem Grund es ebenso kommen musste. Auch das Ende des Buches ist leicht vorherzusehen.

Fazit
Alles in Allem ein netter historischer Roman im elisabethanischen Zeitalter, der mit Kriminalarbeit im Mittelalter aufwarten kann und einigen nett ausgestalteten Charakteren. Es handelt sich allerdings nicht für leichte Lektüre für zwischendurch und auch Fans von Elizabeth I. werden zu kurz kommen. Sie taucht nur am Rande auf und das auch nur in den Kapiteln aus Sicht ihrer Gouvernante Kate Ashley.

Ausgabe: ♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥
Spannung: ♥♥
Humor: /
Schlüssigkeit: ♥♥♥
Gesamt: ♥♥♥
Profile Image for gardienne_du_feu.
1,464 reviews12 followers
February 13, 2018
Als Amy Dudley auf dem Landsitz eines Verwandten, wo sie derzeit wohnte, tot am Fuße einer Treppe aufgefunden wird, gerät ein ganzes Königreich in Aufruhr. Amys Ehemann Robert gilt als Geliebter der „jungfräulichen Königin“ Elizabeth I., und böse Zungen behaupten ganz offen das vermeintlich Naheliegende, nämlich dass sich Robert absichtlich seiner Gattin entledigen wollte, um die Frau heiraten zu können, die er wirklich liebt.

Thomas Blount, Roberts „rechte Hand“, reitet im Auftrag seines Herrn nach Cumnor, um herauszufinden, was sich dort wirklich zugetragen hat, und stößt auf einige merkwürdige Fakten, Schweigen an unerwarteter Stelle und bald auch noch einen toten Ex-Bediensteten des Herrenhauses. Kann es sein, dass Amy das Unvorstellbare getan und Selbstmord begangen hat? Oder ist es genau das, was man glauben soll, während sie in Wahrheit die Treppe hinuntergestoßen wurde?

Über den rätselhaften Tod von Amy Dudley wurde schon viel geschrieben und noch mehr gemutmaßt, wirklich aufgeklärt wurden die Geschehnisse nie.

Am Ende von Thomas‘ Nachforschungen steht eine Auflösung, die eine von vielen möglichen wäre und glaubhaft hergeleitet wird, natürlich nicht ohne dass sich der ermittelnde Edelmann zuvor zahlreichen Gefahren und Verwicklungen stellen muss.

Die große Stärke der Autorin liegt darin, dass sie eine interessante historisch belegte Geschichte zum Leben erweckt, ohne in die geringste Klischeefalle zu tappen. Bei Tanja Kinkel gibt es keine Frauen in jahrelang unentdeckt bleibenden Hosenrollen, keine schmalzige aufgepfropfte Liebesgeschichte und auch keine Figuren, die aus dem 21. Jahrhundert in die Vergangenheit gereist scheinen. Thomas Blount ist nicht nur, was seine Einstellung zu Frauen betrifft, ganz ein Kind seiner Zeit, und auch wenn es durchaus zu Handgreiflichkeiten kommen kann, serviert uns die Autorin auch keinen Haudrauf-Krimi im historischen Gewand.

Vielmehr erzählt sie die skandalöse Episode um Amy und Robert Dudley mit leiser Spannung und viel Sachkenntnis (über ihre detaillierten Recherchen und die geschichtlichen Hintergründe berichtet sie in einem aufschlussreichen Anhang), so dass man gerne zu glauben bereit ist, es könne sich genau so zugetragen haben. Die Personenfülle bereitet manchmal etwas Kopfzerbrechen, aber zumindest für die Tudors, Dudley und Blounts helfen hier die Stammbäume im Anhang. Viel Spaß hingegen hatte ich an Thomas‘ Wortgefechten mit diversen Beteiligten, insbesondere einer kratzbürstigen alten Bekannten, und an einigen schillernden Persönlichkeiten.

Ein erfrischend unplakativer, fundierter und gelungener Roman aus einem Genre, das ich eigentlich wegen zu viel Klischee-Schrott weitestgehend ad acta gelegt habe. Ein wenig schade ist nur der recht fade und nichtssagende Titel.
Profile Image for Moorlicht.
17 reviews2 followers
November 18, 2012
Sich in den Schatten der Königin reinzufinden, war kein Leichtes. Zum Einen ist es mein erstes Buch aus dem Elisabethanischen Zeitalter und dann erzählt es die Ereignisse aus der Sicht eines eher unbedeutenden Höflings heraus – Thomas Blount.

Blount bekommt von seinem Vetter Robert Dudley den Auftrag, den unerwarteten Tod an dessen Frau Amy Robsart aufzuklären.
Der zu einem denkbarst ungünstigen Zeitpunkt gekommen ist – wie beide Männer für sich im Stillen befinden.

Gerade jetzt – Elisabeth I ist endlich an die Macht gelangt, aber eben noch keineswegs gefestigt und sicher auf dem Thron des krisengeschüttelten Englands. Ganz zu schweigen von den unzähligen Intrigen und hinter vorgehaltener Hand geflüsterten Behauptungen, dass es die Herrscherin und ihr Günstling Dudley kaum erwarten können, bis dessen Frau endlich verstirbt und er frei ist für den Platz an der Seite der Königin.

Sollte aber auch nur der allergeringste Verdacht offen bleiben, dass Dudley etwas mit dem Tod seiner angetrauten Ehefrau zu tun hat, dann ist diese Hoffnung hinfällig. Niemals könnte es sich Elisabeth leisten, einen des Mordes Verdächtigten auf den höchsten Platz in England zu erheben.

Also ist es tunlichst angeraten, die Hintergründe aufzuklären und dabei auch noch jeden Verdacht auf Beweisvernichtung zu vermeiden.

Die Hintergründe sind gerade zu Anfang mehr als nur ein wenig verwirrend. Nicht nur für den Leser, sondern auch für Thomas Blount selber und zeichnen damit ein recht deutliches Bild der Gesellschaft des damaligen Englands, wo man – und das nicht nur bei Hofe – sehr schnell zwischen sämtlichen Stühlen sitzen konnte.

Wem konnte man trauen?
Wer versuchte, aus den Geschehnissen seinen eigenen Vorteil heraus zu schlagen?
Was blieb alles ungesagt – selbst unter den ältesten Vertrauten oder gar Verwandten?
Bei wem konnte man wirklich sicher sein, dass er nicht doch heimlich ein Papist oder Anhänger der reformierten Kirche war?

Das sind nur einige wenige Fragen, die im Laufe der Geschichte aufkommen. Neben der Frage, wurde Amy Robsart jetzt ermordet, erlag sie ihrem Leiden oder hatte sie am Ende doch die unverzeihliche Sünde des Selbstmordes begangen?

Je weiter man beim Lesen in die Tiefen der Geschichte vordringt, desto mehr nimmt sie einen auch gefangen. Bis hin zu einer recht unerwarteten Auflösung, die nochmal ein völlig neues Licht auf die vielen Beteiligten wirft.
Und für mich auch noch einmal sehr deutlich aufzeigt, wie groß der Unterschied zwischen den nach außen gezeigten Gesichtern und dem dahinter verborgenen Wesen damals war.

Nachdem ich das Buch eine Weile ruhen lies, gibt es einen völlig anderer Blickwinkel auf die Elisabethanische Zeit. Die Königin selber tritt nur sporadisch und am Rande in Erscheinung, spielt also eher im Hintergrund der Begebenheiten mit. Das tut dem Buch keinen Abbruch. Im Gegenteil weckt es Interesse, sich mehr mit der Geschichte um die Tudors zu beschäftigen – über das Maß hinaus, dass im Allgemeinen bekannt ist.
33 reviews1 follower
January 22, 2012
„Die Menschen glauben immer nur das, was sie wollen, unabhängig davon, wie die Wahrheit ist, my lord.“

Im September 1560 wird die junge Amy Robsart tot am Fuß einer Treppe aufgefunden. Das ganze Königreich ist sich sicher, dass sie von ihrem Ehemann Robert Dudley ermordert wurde. Schon lange ging das Gerücht um, dass er und Königin Elizabeth ein Verhältnis haben und Amy im weg steht. Robert Dudley schickt seinen langjährigen Vertrauten Thomas Blount zu dem Anwesen, auf dem seine Frau verunglückte. Thomas soll für ihn die Wahrheit herausfinden. War es vielleicht nur ein Unfall? Oder doch Mord?

Auf spannende Weise gelingt es Tanja Kinkel mit diesem Roman den mysteriösen Tod der Amy Robsart in unser Gedächtnis zurückzurufen. Dabei begleiten wir den durchaus sympathischen Thomas Blount bei seinen Ermittlungen. Parallel dazu bekommen wir Einblicke in das Leben von Königin Elizabeth, erzählt durch ihre Hofdame. In diesem ständigen Wechsel nähert sich der Leser langsam der Auflösung an. Eine Auflösung die Überraschen mag und doch logisch erscheint. Wie Amy wirklich ums Leben kam ist bis heute übrigens ungeklärt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser Fall immer wieder in der Literatur auftaucht. Schon Walter Scott verfasste 1821 mit Kenilworth einen Roman über das traurige Schicksal der jungen Lady Robsart.

Was mir an diesem historischen Roman gefallen hat, sind die vielen gut recherchierten Details. Es gelingt Tanja Kinkel besonders gut den religiösen Konflikt herauszuarbeiten, mit dem sich die Bevölkerung unter der Herrschaft der Tudors auseinandersetzen musste. Je nachdem wer an der Macht war, wurde der Katholizismus oder Protestantismus bevorzugt. Danach musste sich auch die Bevölkerung richten. Aus Katholiken wurden plötzlich Protestanten und umgedreht – wie Fähnchen im Wind. Aber wer sich zu dem einen oder anderen Glauben bekannte, lebte gefährlich.

Sehr illustrativ für das damalige Frauenbild fand ich übrigens folgendes Zitat:

„Das ist lächerlich [...] Jede Frau will heiraten. Das ist ihre natürliche Bestimmung, zu heiraten und Kinder zu gebären. Eine gekrönte Frau muss erst recht heiraten, denn jedes Königreich brauch einen Erben und einen Mann, der es regiert.“

Fazit:
Im Schatten der Königin von Tanja Kinkel ist ein unheimlich spannendes Buch – eine tolle Mischung aus gut recherchierten Historischen Roman und Krimi. Wer also Lust auf viel historisches Wissen hat und dabei gut unterhalten werden möchte, der sollte sich diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen.
Profile Image for Claudia Marina.
13 reviews
January 30, 2016
Historische Romane und ich - das ist so eine Sache. Keine wirkliche Liebesbeziehung, aber ab und an wagen wir es doch, einander näher zu kommen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Dieses Mal leider mit weniger Erfolg und Vergnügen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Tod von Amy Robsart, die von ihren Dienstboten mit gebrochenem Genick am Fuße der Treppe gefunden wurde. War es ein Unfall, Selbstmord oder wurde sie gar ermordet? Um diese Frage dreht sich von nun an alles - und leider ist der spannendste Teil damit auch schon erzählt.

Tom Blount, ein Freund von Amys Mann Robert Dudley, versucht, hinter das Geheimnis zu kommen; er spricht mit Menschen, die Amy gekannt haben und wundert sich nebenbei, warum Robert nicht mehr an der Aufklärung des Todes seiner Frau interessiert ist. Ob es daran liegt, dass man ihm eine Affäre mit der Königin, Elizabeth I. nachsagt und ihn des Mordes verdächtigt?

Viel an Handlung wird jedenfalls nicht geboten, und der Einblick in das Leben zur Zeit Elizabeths I. ist mir auch zu begrenzt, als dass es mich wirklich interessieren könnte.

Auch wenn Im Schatten der Königin durchaus gut geschrieben ist - am Stil kann ich keineswegs rummäkeln - bleibt ein fader Nachgeschmack von Langeweile zurück - und die Hoffnung, dass beim nächsten (historischen Roman) alles besser wird.
Profile Image for Annie.
98 reviews38 followers
April 20, 2011
Ich fand den Roman recht seicht. Er war nicht so richtig schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Generell mag ich die Tudorzeit sehr gern und interessiere mich sehr dafür. Ich mag auch Romane aus dieser Zeit, aber dieser hat mich doch ein wenig enttäuscht. Die Geschichte schien recht unausgegoren zu sein und so wirklich spannend erzählt war sie auch nicht, wie ich finde. Die Charaktere waren recht flach und wirkten ziemlich blutleer. Frobisher gefiel mir recht gut, aber damit hat es sich auch schon. Auch ihre Auflösung fand ich nicht sehr überzeugend und eher enttäuschend.
Was mich außerdem immer ein wenig aus dem Lesefluss gebracht hab war die Tatsache, dass in meinem Buch aus Erzbischof Cranmer ständig Cramner gemacht wurde. Das war sicher kein Recherchefehler von Frau Kinkel sondern dürfte wohl eher auf einen allgemeinen Druckfehler meiner Ausgabe zurückzuführen sein, aber trotzdem fand ich es immer wieder aufs Neue irritierend.
Trotzdem fand ich es nicht schlecht genug um ihm nur 2 Sterne zu geben. Ich denke bei mir schwankt es so zwischen 2 und 3 Sternen. Generell fand ich, dass es eine nette Lektüre für zwischendurch war, die bei mir aber kaum Eindruck hinterlassen hat.
698 reviews7 followers
February 22, 2016
Interessante Krimihandlung um den Tod von Robin Dudleys Ehefrau. Eine wahre Begebenheit, ohne dass alle Details bekannt sind. Spannend parallel neben Rebecca Gables Palast der Meere zu hören. Kurzweilig, übersichtlich, nett. 3,5 Punkte. Von Tanja Kinkel werde ich mir sicher noch den Puppenspieler anhören.
Profile Image for Meria.
86 reviews
January 28, 2013
Es war nicht leicht für die Autorin, wie ein Mann zu schreiben. Jendenfalls, die Erklärung dieser Geschichte die die Autorin erzählt ist interessant.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews