Zukünftige*r Liebhaber*in bitte diesen Text aufmerksam lesen! Das ist die Anleitung zum Glück mit der Schriftstellerin. Denn alles was hier steht, ist autobiografisch. Ist wahr, ist echt, ist real. Oder? Oooops. Jetzt wird’s geil: Doppelter Boden. Changieren zwischen einer fiktiven Person (Cis-Frau, Autorin, Anfang dreißig, weiß, bisexuell, verheiratet, auf der Suche nach einem Liebhaber, einer Liebhaberin) und mir. Eine Verschmelzung, eine Auflösung, ein Spiel. Denn werden weibliche Schreibende nicht sowieso mit ihren Figuren verwechselt? Warum sich also die Mühe machen und eine Protagonistin erschaffen, die möglichst weit weg von der Verfasserin ist? Eben. Pure Zeit- und Energieverschwendung. Dabei sind Zeit und Energie neben Geld wichtige Einheiten in so einem Leben. Im Kapitalismus. Im Patriarchat.
muss mit jemandem darüber reden! Ich fand das erste Drittel dahingehend toll, weil Jovana Reisinger zeigt, wie patriarchal weibliche Scham eigentlich ist und wie Gedanken von beispielsweise gebrochenem Stolz weiblicher selbstbestimmter Lust negativ entgegenwirken und uns in alten Ketten halten. Stilistisch bewegt sich der Text in ständigem Wechsel zwischen angerissenen (gesellschafts-)politischen Ausführungen und persönlichem/ autofiktionalem Schreiben. Für mich hat sich das alles immer ein wenig gezwungen angefühlt. Die Figur im Buch wirkt unstetig und was sie macht und denkt immer irgendwie performativ, so als müsse sie ständig jemandem etwas beweisen, Kritiker*innen, Expartner*innen die gar kein Teil des Lebens mehr sind etc. Ich habe irgendwie Passmann vibes bekommen beim Lesen, vielleicht weil beide für mich diesen Mädchenchefinnen Feminismus vertreten beziehungsweise nach männlichen Idealen die Welt zu bestreiten scheinen. Enjoy Schatz wird bald in der Schaubühne inszeniert und Jovana Reisinger „spielt sich selbst“, bold move weil sie sich generell stark dagegen ausspricht, dass in Buchbesprechungen weiblicher Autorinnen stets deren Erzählfigur mit der Autorinnenperson vermischt wird.
Habe Enjoy Schatz nicht so enjoyed, Schatz. Es geht viel um den Prozess des Schreibens, was auf so einer vermeintlichen Meta-Ebene behandelt wird, dabei aber keinen Tiefgang aufweist, sondern sich liest wie uneditiertes Rambling getreu dem Motto "Ich schreibe ein Buch darüber, dass es mir schwerfällt, ein Buch zu schreiben", und dann sage ich halt, dass es deep ist. Ein Buch größtenteils über Inaktivität, aber sie ist nicht Hamlet, sondern eine schwammige Mischung aus Autorin und Romanfigur, die, obwohl diese Vermischung bewusst eingesetzt wird, mir nichts gegeben hat. Die Kapiteltrenner in Form von "funny relatable tweets🤣🤣💯" haben mir auch nichts gegeben außer den Rest. Die Hundebilder waren ganz cute.
Sehr gut, intim, inspirierend schnell und überraschend. Stream of consciences der tatsächlich funktioniert und schön umgesetzt wird 🌸 Unterscheidung von Protagonistin und Autorin fand ich interessant, mich haben die persönlichen Passagen jedoch mehr abgeholt…
Schönes escapism Buch im vorbelasteten Familienurlaub 🌊🏊♂️
Ich struggle Monate damit ein Buch zu lesen / auch ich lese ein Buch in 2 tagen Out of spite Ich mochte die Bilder von Begierde und Verliebt sein sehr der Rest hat sich so etwas verlaufen ig wie im echten Leben
Mir gefällt das Spiel zwischen erster und dritter Person: Wer ist Autorin, wer Erzählerin? Zwischen diesem Meta-Gemetzel passiert auch auf den ersten Blick einiges, auf den zweiten Blick bleibt wenig davon übrig.
Viele Themen (gute Alltagsbeobachtungen, Buzzwords und feministische Binsen) werden auf die Seiten gezerrt, aber nicht bearbeitet. Die einfache, repetitive Satzstruktur verunmöglicht Tiefe, sprachlich kommt kein Rhythmus auf. Der Stil ist mir persönlich zu erratisch. Selbstreflektion, Ironie und Gesellschaftskommentar verknoten sich ineinander.
Was also bleibt? Einige gelungene Formulierungen, interessante, aber nur angerissene Gedanken. Ansonsten Redundanz. Und trotzdem Neugier auf Reisingers andere Werke.
Wildes Leseerlebnis. Ich mochte die Ehrlichkeit und Direktheit. Manche Abschnitte haben mich tief bewegt oder laut zum Lachen gebracht. Insgesamt war es aber eher ein holpriges Mosaiknarrativ