Wussten Sie, dass 52% der Hochschulabsolventinnen und -absolventen weiblich sind, aber nur 32% der Professuren mit Frauen besetzt sind? Auch in Zeitungsredaktionen haben noch immer zu 80% Männer die Führungspositionen inne. Da wundert es nicht, dass nur 6% der verheirateten Frauen zwischen 30 und 50 Jahren über ein Nettoeinkommen von über 2.000 Euro verfügen – schockierend ist es trotzdem. Diese und viele andere spannende Fakten präsentieren Inga Blundell und Yvonne Hissel mithilfe von anschaulichen Grafiken und kreativen Illustrationen in ›Feministiken‹. Ein unterhaltsames und gleichzeitig nachdenklich machendes Buch, das eines deutlich zeigt: Unsere Gesellschaft hat noch immer einen großen Nachholbedarf in Sachen Geschlechtergerechtigkeit.
Beim ersten Durchblättern in der Buchhandlung bin ich durch Zufall auf einer der letzten Seiten im Band angelangt, wo es darum geht, dass beinahe ein Drittel aller Österreicher:innen Vergewaltigung "irgendwie okay" fänden, und der Rahmen die Handlung entschuldbar mache. Ab dem Moment wollte ich mich nicht mehr von dieser Flut von Statistiken trennen.
Letzteres ist aber auch der Grund, weshalb es schwierig ist, die Informationen als erinnerlich im Gedächtnis zu behalten: es sind schlichtweg zu viele Daten. Zumindest, sollte man nicht gewillt sein, kontinuierlich am eigenen Wissensstand zu arbeiten (mit Karteikarten oÄ, meine ich).
Den schier unbändigen Zorn, den die Feministiken angesichts der noch immer horrenden Situationen, denen Frauen sich ausgeliefert sehen, in mir ausgelöst haben, mag vielleicht ausreichen, um dem Buch Ausdruckskraft zu attestieren.
Mega Buch, um endlich mal Schwarz auf Weiss Zahlen, Daten und Fakten zu haben, die die strukturelle Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft zeigen.