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Das Landleben

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In einer Zeit zunehmender Verstädterung brauchen wir eine neue Sicht auf das Landleben. Es ist keineswegs Ausdruck überholter Verhältnisse, es ist vielmehr Grundlage für die Dynamik und Spezialisierung in den Städten und Zentren. Der bekannte Geograph und Alpenforscher Werner Bätzing hält das Land mit seinen Traditionen und Kulturlandschaften für unverzichtbar. Daher mündet sein so fundiertes wie nachdenkliches Buch in Leitideen für die Zukunft des Landlebens.

Gibt es heute noch ein Leben auf dem Land, das nicht städtisch geprägt ist? Und brauchen wir in der modernen Welt überhaupt ein Landleben? Oder ist es nur noch ein romantisches Relikt aus der vergangenen Zeit? Wer das Landleben verstehen will, so der bekannte Geograph und Alpenforscher Werner Bätzing, muss Landwirtschaft, bäuerliche Kulturlandschaften, Dorfleben, Traditionen sowie die engen Verflechtungen zischen Ihnen kennen. Da das Land aber stets in einem engen Austausch mit der Stadt steht, muss er auch verstehen, welche Auswirkungen die Industrielle Revolution, die Entdeckung des Landes als "schöne Landschaft", der wirtschaftliche und demographische Wandel, die Entstehung der Konsumgesellschaft und das Erstarken des Neoliberalismus auf das Landleben besitzen - andernfalls besteht die Gefahr, das Land zu stark als Idylle wahrzunehmen. Bätzings breit angelegte und historisch fundierte Darstellung steht quer zu den üblichen Sichtweisen und lässt das Landleben in einem völlig neuem Licht erscheinen.

Hardcover

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Werner Bätzing

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438 reviews11 followers
March 30, 2020
Ein sehr gutes, aufschlussreiches Werk, das das Landleben erst in der historischen Perspektive betrachtet, anschließend die Situation in der Postmoderne, seit Beginn der 1980ger Jahre, analysiert und zum Schluss mögliche Antworten auf einige Fragen über die Zukunft des Landlebens bietet uvm.
Das Buch ließ sich sehr angenehm lesen. Wie ein reichhaltiges Gespräch mit einem alten Freund, der sehr gut über das Landleben und seine Entstehungsgeschichte Bescheid weiß und eigene Meinung zur Gegenwart und Zukunft dieser Lebensform mit seinen Lesern teilt.
Die Leser, die nicht vom Fach, keine Geographen, sind, werden sich hier prima zurechtfinden können. Der Stoff ist sehr gut strukturiert und in einer klaren, griffigen Sprache dargeboten. Die Kommentare, Quellen, Anmerkungen findet man hinten, nach Kapiteln aufgeteilt.
Gerade die letzten zwei Kapitel: Kap. 7 mit den Unterthemen „Neue politische Zielsetzungen für den ländlichen Raum“, „Der ökologische Wandel: Agrarwüsten, Wildnisgebiete und der neue Umweltschutz“ uvm. und Kap. 8 über die Zukunft des Landlebens, fand ich sehr lesenswert: reichhaltig, überzeugend, bereichernd. Sie bieten einen sehr guten Boden für Diskussionen mit Freunden, Familie etc. Gerade die Szenarien der möglichen Entwicklung des Landlebens mit anschließend dargestellten Leitideen, Kap. 8, wären den zuständigen Politikern eine gute Hilfe bei ihren Entscheidungen. Aber auch für die Menschen, die auf dem Land leben, wären sie eine Bereicherung, ggf. Stütze bei politischen Aktivitäten, Diskussionen, eigenen Entscheidungen uvm.
Hier stecken jede Menge reichhaltiger Überlegungen und Vorschläge, die nicht von heute auf morgen entstanden sind. Man sieht den Ausführungen an, dass sich der Autor Werner Bätzing Zeit genommen hat, um sich mit diesen Aspekten gründlich auseinander zu setzen.
Man kann noch lange über dieses Buch referieren: Besser, Sie lesen selbst.
Das Buch ist hochwertig gestaltet: Festeinband in Ockergelb, Umschlagblatt aus festem, glattem Papier. Passt alles toll zusammen. Schön als Geschenk.
Fazit: Sehr lesenswert. Reichhaltig. Wer nach einem guten Buch zum Thema Landleben sucht, kann hier gut zugreifen.
Und ich nehme mir vor, den Vorgänger „Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft“ (2015) von Werner Bätzing zu lesen.
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