Jump to ratings and reviews
Rate this book

Der Pesthof

Rate this book
Hamburg 1619Im Niemandsland zwischen Hamburg und Altona liegt der Hamburger Pesthof, eine mildtätige Stiftung für mittellose Kranke und geistig Verwirrte. Außer dem Husten und Klagen der von Schwindsucht oder Gliederschwund geplagten Patienten eigentlich ein Ort düsteren Friedens.Bis ein grausamer Mord in den Kellergewölben des Hofs die Bewohner erschüttert. Nur kann die geistig verwirrte Täterin sich nicht zu der Tat äußern. Doch wie ist es ihr gelungen, zu nächtlicher Stunde ihre versperrte Unterkunft zu verlassen und in das unterirdische Gewölbe zu gelangen?Weitere mysteriöse Todesfälle und Vorkommnisse werfen neue Fragen auf. Sind die Schuldigen im angeschlossenen Tollhaus zu finden, oder gibt es eine andere Erklärung für die Verbrechen? Handelt es sich lediglich um unglückliche Zufälle, wie Pestmeister Möhring meint?Der Hamburger Kaufmann Merten Overdiek beschließt, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Kein einfaches Unterfangen, denn es ist schwierig, unauffällig zu ermitteln, wenn man seine Anwesenheit von Rechtswegen mit einer Lepraklapper kundtun muss. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von der Pflegefrau Maria, deren Argwohn gegenüber den Vorkommnissen auf dem Hof ebenfalls erwacht ist.

Paperback

Loading...
Loading...

About the author

Albrecht Sommerfeldt

5 books3 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
9 (81%)
4 stars
2 (18%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
592 reviews5 followers
June 10, 2022
Faszinierende Erzählung über Leben und Sterben auf einem Pesthof in Hamburg

Buchmeinung zu Albrecht Sommerfeldt – Der Pesthof

„Der Pesthof“ ist ein historischer Kriminalroman von Albrecht Sommerfeldt, der 2022 independently published wurde.

Zum Autor:
Albrecht Sommerfeldt wurde 1974 in Hamburg geboren, die auch bis heute seine Heimat geblieben ist. Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete er als Berater und Manager in der IT-Branche. Schon früh begann er unter verschiedenen Pseudonymen im Bereich der Phantastik zu schreiben. Geschichtsbegeisterung und seine Liebe zur Stadt Hamburg führten ihn schließlich 2020 zu seinem ersten historischen Kriminalroman „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“.

Zum Inhalt:
Hamburg 1619
Der Hamburger Kaufmann Merten Overdiek leidet an Lepra, auch wenn man es ihm nicht ansieht. Er musste deshalb auf den Pesthof ziehen, eine Einrichtung für Schwerkranke aller Art. Nach einem mysteriösen Todesfall beginnt er zu ermitteln und nach einem weiteren Todesfall erhält er Unterstützung von der Pflegefrau Maria.

Meine Meinung:
Die Hauptfigur Merten Overdiek ist ein weitgereister und weltoffener Kaufmann. Er geht sehenden Auges durchs Leben und hat kaum Berührungsängste. Die Kombination von Pesthof und Tollhaus nutzt der Autor zur Beschreibung der Zustände im Gesundheitswesen und der nur ansatzweise vorhandenen sozialen Sicherungssysteme. Merten kann sich einen gewissen Luxus leisten, aber insbesondere im Tollhaus herrschen unsägliche Zustände. Einer der Insassen schreit seine Fantasien zur Entwicklung des dreißigjährigen Krieges und dem entstehenden Leid heraus. So ist der historische Rahmen deutlich abgebildet. Merten wirkt sympathisch und hat sich mit seiner Krankheit abgefunden, auch wenn er kaum körperliche Beeinträchtigungen verspürt. Als nach den Todesfällen keine offiziellen Ermittlungen eingeleitet werden, wird Merten aktiv. Er führt Gespräche mit anderen Insassen und Mitarbeitern und sein Verdacht verstärkt sich. Während Mertens Ermittlungen bekommt der Leser einen ungeschminkten Einblick auf das alltägliche Leben in dieser Zeit. Aber auch hier gibt es romantische Beziehungen. Der Kriminalfall kommt langsam in Fahrt und das Tempo erhöht sich kontinuierlich, bis sich die Ereignisse gegen Ende nahezu überschlagen. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Die Charakterisierung der meisten Figuren ist knapp aber hinreichend, einzig Merten wird sehr detailliert mit etlichen Grautönen gezeichnet.
Der Erzählstil ist meist sachlich kühl und so wirken die historischen Beschreibungen sehr realistisch. Dies wird durch wechselnde Perspektiven unterstützt, aber meist werden die Geschehnisse aus der Sicht Mertens beschrieben. Bei gefährlichen Situationen wird es gefühlsbetonter und intensiver. Der Spannungsbogen steht erst zum Ende hin im Mittelpunkt, aber für mich hatten die Nebenhandlungen einen starken Reiz.

Fazit:
Dieser historische Kriminalroman überzeugt vor allem durch die authentische Beschreibung der historischen und alltäglichen Zustände. Ohne zu langweilen sind unglaublich viele Informationen enthalten. Darunter leidet ein wenig die Spannung im Kriminalfall, der erst spät auf Touren kommt.
Trotzdem bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten), weil mich das Buch zu jeder Zeit in seinen Bann gezogen hat. Selbstverständlich spreche ich eine Leseempfehlung aus.
Profile Image for Anett Heincke.
226 reviews1 follower
June 9, 2022
„Der Pesthof“ von Albrecht Sommerfeldt habe ich als ebook mit 273 Seiten gelesen, die in 32 Kapitel eingeteilt sind.
Das Buch erzählt vom Hamburger Peshof im Jahr 1619. Das ist eine Einrichtung für kranke, schwache oder verwirrte Menschen. Die meisten von ihnen kommen dort nicht mehr lebend heraus. So auch Dirk Hinrichs, der im Kellergewölbe ermordet wird. Bei ihm wird die verwirrte Brid gefunden und als Täterin weggesperrt. Da sie sich nicht äußern kann, findet man auch nicht heraus, wie sie nachts aus dem nebenan liegenden und versperrten Tollhaus heraus und in den Keller hineingekommen ist. Als es weitere mysteriöse Todesfälle gibt, wirft das schon Fragen auf, obwohl der Bader und Pestmeister von unglücklichen Umständen ausgeht.
Der Kaufmann Merten Overdiek will der Sache auf den Grund gehen. Er nimmt Arbeiten im Tollhaus an, um mit den Bewohnern zu sprechen, so weit das überhaupt möglich ist. Und er bekommt Hilfe von der Pflegerin Maria, die ebenfalls an den anderen natürlichen Todesfällen zweifelt. Beide geraten auch selbst in Gefahr.
Das war ein tolles Buch, auch wenn es wegen der Krankheiten und Zustände im Pesthof nichts für schwache Nerven war. Menschen werden in Tollkisten eingesperrt, in denen sie sich kaum bewegen können und nur ein winziges vergittertes Fenster haben. Andere werden angekettet. Ganz furchtbar. Aber so war es wohl zu der Zeit.
Maria ist eine sehr gute Pflegerin, sie versucht, den Menschen zu helfen, so gut es ihr möglich ist. Auch Overdiek ist ein sehr sympathischer Mann. Er ist zu allen freundlich, benimmt sich auch den Verwirrten gegenüber höflich und ist auf dem Pesthof beliebt.
Das Buch ist wunderbar atmosphärisch geschrieben, sehr gut recherchiert, die Personen und Handlungen authentisch dargestellt. Von geschichtlichen Informationen bis hin zur Behandlung von Krankheiten und Mordermittlungen gibt es von allem etwas. Es ist eine sehr gut konstruierte Geschichte. Auch der Anhang ist interessant
Ich bin von Beginn an voll in die Handlung eingestiegen. Die Behandlung der Krankheiten war typisch für dieses Zeitalter. Und auch die ‚Haltung‘ der Menschen im Tollhaus keine Seltenheit. Ich bin auch von diesem Buch wieder hellauf begeistert und kann es auf jeden Fall empfehlen. Es kann unabhängig von den anderen gelesen werden, obwohl es sich natürlich lohnt, auch diese zu kennen.
Das Cover deutet schon die Düsternis der Geschichte an und passt dazu.
1,380 reviews4 followers
May 28, 2022
4.5 Sterne

Hamburg, 1619. Vor den Toren Hamburgs befindet sich der sogenannte "Pesthof", eine Stiftung für mittellose Kranke und geistig verwirrte Menschen. Auch der ehemalige Kaufmann Merten Overdiek lebt hier, nachdem er von der Lepra befallen wurde. Eines Tages kommt ein Arbeiter unter seltsamen Umständen ums Leben, involviert ist nur die geistig verwirrte Brid, die nicht mehr spricht. Als weitere mysteriöse Dinge auf dem Pesthof geschehen, beginnt Merten zu ermitteln...

Ich habe bereits die ersten beiden Bücher des Autors verschlungen und konnte es nicht erwarten auch sein neuestes Werk zu lesen! Alle Bücher sind in sich abgeschlossen und unabhängig lesbar. Da es diesmal um den Pesthof mit seinen Kranken und Verwirrten geht, war ich ganz besonders gespannt, da ich selbst im medizinischen Bereich tätig bin und gern wissen wollte wie diese Menschen im 17. Jahrhundert gelebt haben. Zum aufwendig recherchierten historischen Roman bekommt man jedes mal auch einen kleinen Krimi dazu, der die Handlung spannend und abwechslungsreich macht.

Auch diesmal ist es Albrecht Sommerfeldt ganz hervorragend gelungen mich in ein anderes Jahrhundert mitzunehmen und aufzuzeigen wie die (kranken) Menschen gelebt haben. Der Pesthof selbst wird sehr bildhaft beschrieben mit dem Tollhaus, dem Kräutergarten und der Kapelle. Schwache Nerven sollte man allerdings nicht besitzen, da teilweise auf schockierende Weise beschrieben wird, wie die Verwirrten teilweise leben mussten! Da kann man einmal mehr froh sein im 21. Jahrhundert geboren zu sein!

Merten und auch die Krankenschwester Maria sind sehr sympathische und lebendige Protagonisten und obwohl die Vorstellung für Merten gruselig sein muss, an seiner Krankheit zu "verfaulen" , ist er neugierig und von freundlichem Wesen. Obwohl ich den Kriminalfall diesmal im Vergleich zu den anderen Büchern des Autors nicht ganz so spannend fand, war die Auflösung überraschend und unerwartet. Das beste an den Büchern ist aber für mich immer die ausgezeichnete Recherchearbeit des Autors! Kaum einer zeigt einem das Leben des 17. Jahrhunderts so detailgenau und ungeschönt wie Albrecht Sommerfeldt, Chapeau!

Fazit: Wieder ein toller historischer Kriminalroman, der durch sehr gute Recherchearbeit und eine lebendige Darstellung des früheren Lebens der Menschen glänzen kann. Ich empfehle auch dieses Buch sehr gern weiter!
Profile Image for Kate.
141 reviews
May 17, 2022
Hamburg 1619: Ein grausamer Mord erschüttert die Bewohner des Hamburger Pesthofs. Bald werfen weitere mysteriöse Todesfälle und Vorkommnisse neue Fragen auf. Der aussätzige Hamburger Kaufmann Merten Overdiek beschließt, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Dem Autor ist hier ein sehr gutes Buch mit angenehmem Schreibstil und gut verpackten Informationen über die frühe Neuzeit gelungen.

Mit den sehr informativen Fußnoten die das Buch enthält, wird dem Leser das ein oder andere unbekannte Wort näher gebracht.

Der Schreibstil ist leicht, eingänglich und auch eindrücklich. Das Buch ist nicht nur spannend, sondern trägt durch die ein oder andere ironische Bemerkung auch zur Erheiterung, nicht nur der Leser, sondern auch der Bewohner des Pesthofs in ihrem tristen Alltag, bei. Allgemeine ist die Atmosphäre, soweit ich das beurteilen kann, sehr gelungen. Man hat schon nach wenigen Sekunden das Gefühl mittendrin zu sein. Es passiert immer etwas Neues, nie kommt Langeweile auf und man klebt förmlich wie gebannt an den Seiten.

Auch die Charaktere sind stimmig, so dass man sie schon nach kurzer Zeit in sein Herz geschlossen hat.

Sehr lange Zeit fischt der Leser im Trüben was Täter und Motiv angeht. Mit geschickten Wendungen wird man immer wieder in die Irre geführt. Das Ende und die Auflösung war für mich dann doch überraschend.

Noch etwas in eigener Sache: ich bin etwas geruchsempfindlich und als ich mir manchmal vorgestellt habe wie das riechen muss hat es mir ab und zu auch mal den Magen umgedreht. Hatte ich so bei keinem anderen Buch bis jetzt. Nicht nur Charaktere und Atmosphäre sind gut beschrieben sondern auch die Gerüche werden so intensiv dargestellt, dass man sie immer noch in der Nase behält.
410 reviews1 follower
May 21, 2022
+ + + 1619, Hamburg - - Wer mordet im Pesthof?

Das war nach "Teufelstaler" mein zweiter historischer Krimi aus der Feder des Autors und er hat mich wieder bestens unterhalten können.

Es geht um eine Reihe merkwürdiger Todesfälle im Hamburger Pesthof. Es beginnt mit einem blutigen Mord und dann gibt es weitere Leichen. Der leprakranke Kaufmann Merten Overdiek geht eigenmächtig der Sache nach und bringt sich dadurch selbst in höchste Gefahr. Unterstützt wird er von der Pflegerin Maria, für die er auch im Lauf der Handlung Gefühle entwickelt.

Zur Handlung möchte ich gar nicht mehr verraten, weil es nur der Spannung schadet.

Neben der Krimihandlung erfahren wir auch einiges über die damalige Zeit. Der Prager Fenstersturz wird kurz angerissen und über die Gefahr eines großen Krieges wird spekuliert. Die Ursprünge von Hamburgs "Großer Freiheit" werden erwähnt und auch die Probleme der jüdischen Gemeinde angesprochen.

Bis auf wenige Ausnahmen spielt die ganze Handlung stationär auf dem Anwesen des Pesthofes. Das fand ich gut und mal was anderes. Meistens spielen historische Romane ja in größeren Städten oder führen weitläufig durchs Land.

Mich konnte der Autor wieder begeistern und ich hoffe, dass er in einer neuen Geschichte rund um das historische Hamburg noch Platz für zwei Figuren aus diesem Buch findet.
Profile Image for Michael Gray.
229 reviews2 followers
January 2, 2023
Die Geschichte spielt im Jahr 1619, der 30jährige Krieg steht gerade am Anfang. Merten Overdiek ist ein Hamburger Kaufmann der von der Lebra befallen ist, die sich aber noch im Anfangsstadium befindet. Er lebt in einem sogenannten Pesthof. Dies ist ein Ort in dem Kranke untergebracht, behandelt und verpflegt werden. Die Pesthöfe befinden sich außerhalb der Städte, damit sich dessen Einwohner nicht anstecken können.
Es geschieht ein Mord und die geistig-kranke Bird wird als Täterin überführt. Aber Merten kommen Zweifel, wie kam sie aus ihrem abgeschlossenen Krankenlager zum Tatort, warum war an dem Tatmesser kein Blut? Merten stellt Nachforschungen an und es geschehen weiter Morde.
Sehr spannend und sehr gut geschriebener Krimi der in der frühen Neuzeit angelegt ist.
Tolles Buch!
Profile Image for Elke.
1,951 reviews42 followers
May 18, 2022
Bei diesem Buch hat für mich einfach alles gepasst - die Beschreibung des Lebens im Pesthof, die Charaktere und natürlich die spannende Handlung. Der Schreibstil gefällt mir sehr, man kann sich alles sofort bildlich vorstellen und ist so immer „mittendrin“, auch wird nicht zu viel ausgeschmückt, so dass der Spannungspegel durchweg hoch bleibt. Dankbar bin ich für die eingestreuten Fußnoten, die mir eine Recherche und unliebsame Unterbrechung beim Weiterlesen erspart haben. Auch die Erläuterungen im Nachwort waren sehr interessant und aufschlussreich.
Mit dem Kaufmann Merten, der aufgrund seiner Lepraerkrankung als Patient auf dem Hamburger Pesthof lebt, und der Pflegeschwester Maria hat der Autor ein ungemein sympathisches "Ermittlerpaar" geschaffen, und es hat ungemein Spaß gemacht zu verfolgen wie die beiden sich immer wieder teils zweideutige Wortduelle liefern. Aber auch die Nebenpersonen werden ungemein anschaulich beschrieben, so dass ich von allen schnell ein Bild vor Augen hatte und bei so manchem Schicksal mitgefühlt habe.
Die Handlung selbst ist genial ausgedacht und konstruiert, und mehr als einmal habe ich mich in die Irre führen lassen, bevor das dramatische Ende
endlich die würdige Auflösung brachte, die alle Puzzleteile an ihren rechten Platz rückten.
Fazit: ich bin schwer begeistert von dem Buch - uneingeschränkte 5 Sterne und klare Leseempfehlung von mir!
Displaying 1 - 7 of 7 reviews