Zahllose Legenden ranken sich um das Leben Königin Luises von Preußen, die schon zu Lebzeiten außergewöhnliche Popularität Schön und lebenslustig, charmant und wenig gebildet, musste sie bereits als junge Frau zusammen mit ihrem Mann, Friedrich Wilhelm III., in schwierigen Zeiten den Thron besteigen und starb mit 34 Jahren in der Blüte ihres Lebens. Bedeutende Zeitgenossen wie Heinrich von Kleist und Achim von Arnim waren ihre Bewunderer, und Kaiser Napoleon I. nannte sie respektvoll seine »ärgste Feindin«. Heinz Ohff zeichnet in seiner Biografie das Bild einer Frau zwischen Legende und Historie und vermittelt zugleich einen lebendigen Eindruck der damaligen Zeit.
Eine leider sehr oberflächliche Biographie, bei der deutlich Luft nach oben ist.
Auf den ersten Blick wirkt diese Biographie wie ein charmanter Einblick in das Leben der Königin Lusie von Preußen. Ohff kann sehr gut mit Worten umgehen und ist ein guter Erzähler, was seine Biografie vor der "Ein- Stern" Bewertung rettet.
Allerdings zeigt sich schnell, dass dieser Einblick sehr oberflächlich ist und oft etwas unstrukturiert ist. Der Autor zeigt neben einigen Nebenergüssen, die ihm mehr zu liegen scheinen, als das eigentliche Thema der Biografie, eine merkwürdige Tendenz, in seinem eigenen Werk vorraus zu greifen und dem Leser sozusagen zu "spoilern". Dies trägt dazu bei, dass der Leser immer wieder aus der Chronologie hinausgeworfen wird, was dem Lesefluss abträglich ist.
Des weiteren ist kritisch, dass der Autor keine Fuß- oder Schlussnoten verwendet und auch auf eine Bibliografie gänzlich verzichtet. Gerade bei Werken, die den Anspruch erheben, historisch zu sein, gehört eine Bibliografie, meiner Meinung nach, unbedingt dazu, damit der interessierte Leser nachvollziehen kann, woher der Autor seine Informationen bezieht. Bei der vorliegenden Biografie könnte Ohff die Fakten über Luise von Preußen und ihr Umfeld aus der Luft gegriffen haben.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch nur als leichte Lektüre zu empfehlen ist, nicht als ernsthafte Biografie oder als Werk der Geschichtsforschung.
Ich persönlich finde, dass der Autor dem Geiste der Luise aka Jungfer Husch gerecht geworden ist, indem er von Anfang an von einem Ort/Ereignis zum nächsten galoppiert. Irgendwann habe ich mich damit schlichtweg abgefunden, einfach die Fakten aufgesogen und die Bilder auf mich wirken lassen.
Positiv zu bemerken finde ich, dass sich viel Mühe gegeben wurde, handschriftlich Dokumente zu sichten und diese dem Leser zu präsentieren.
Ein gut zu lesendes Buch, das ich aber trotzdem nicht als leicht einordnen würde.