Etwa drei Monate lang lebte Roger Willemsen in Bangkok, verließ sein Zimmer am frühen Abend und kehrte im Morgengrauen zurück. In den Nächten durchstreifte er die Stadt: die Nachtclubs, Karaokebars und Massagesalons, die Kickbox-Studios, Nachtmärkte, Tempel und Baustellen. Er besuchte Wahrsager, Tätowierer und Aura-Fotografen, den Amulett-Markt, den Jahrmarkt der Gastarbeiter, das Straßenkino. Er aß bei den Insektenverkäufern, fand die geheimen Schlafplätze der Elefanten und kampierte unter den Demonstranten gegen die Regierung. Er fand Zugang zu Nobel-Clubs, aber ebenso zu den Glücksspielern aus den Armen-Wohnblocks.
Roger Willemsen was a German author, journalist, TV presenter, and public intellectual.
He studied German philology (Germanistik), philosophy and history of art in Bonn, Munich and Vienna and was awarded a scholarship by the Evangelisches Studienwerk. He did his postgraduate studies on Robert Musil and received his PhD.
Willemsen started his TV career in 1991 as head interviewer at "0137", a daily talkshow and signature programme at newly founded German pay-TV Premiere. He performed about 1.000 interviews, including some with imprisoned members of the Red Army Faction, a fugitive bank robber, a leftover cosmonaut in space station MIR and a cannibal. He also interviewed Audrey Hepburn, Jesse Jackson, Yasser Arafat, Lech Wałęsa, Dame Edna Everage and Madonna. Driven by Willemsen, the show won numerous prestigious awards. Willemsen was praised for his intellect, charm and wit. 1994 Willemsen got his own show "Willemsens Woche" on public broadcaster ZDF. In 2006 he ended his career in mass-TV.
In 1999, he interviewed one of the most famous German musicians, Herbert Grönemeyer, for Stern magazine after Grönemeyer's wife Anna had died of cancer. Willemsen wrote newspaper columns in Zeit Magazin and Die Woche. He authored about 50 books, many of them inspired by travelling such as "Die Enden der Welt" (The Ends of the Earth). His last bestseller, published in 2014, is "Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament", reflecting on a year sitting in meetings of the German parliament Bundestag.
Der Text kommt unspektakulär daher, stellt aber sprachlich präzise gut beobachtete Alltagsszenen der thailändischen Hauptstadt vor. Wenn ein Mann über Bangkok schreibt, darf das Thema "käuflicher Sex" nicht fehlen. Willemsen geht nicht ins Detail, berichtet, was ihm erzählt wird, beschreibt, was er sieht und wie die Menschen sich ihm darstellen. Das ist nüchtern und doch voller Verständnis für die Lage der Frauen und die Denkweisen, die daraus folgen. Haupt"person" ist ohnehin der nächtliche Himmel, dessen Schattierungen und Veränderungen beschrieben und in den müden oder abgekämpften Gesichtern der Einheimischen aufgesucht werden. Es ist, als wollte Willemsen das große, alle vereinende und alles bedeckende, vielleicht auch das wärmende "Tuch" des Himmelszelts beschreiben, unter dem wir alle mit unseren Fehlern und Vorzügen nichts sind als Menschen. Hier zeigt sich nicht nur der unbestechliche Beobachter, sondern auch der große Humanist, der er Zeit seines Lebens war und dessen Botschaft den Tod überdauert. Ja, die Thais sind uns fremd und wir ihnen, schon, weil wir so schlecht riechen ("Riechkuss"- das war mir neu), und doch wandeln wir unter denselben Sternen, deren Erhabenheit uns das "moralische Gesetz in uns" (Kant) ahnen lässt, vor dem wir alle gleich sind, wenn wir das denn begreifen wollen. Willemsens Miniaturen sind implizit Philosophie- man muss sie nur so lesen und verstehen.
Roger Willemsen streift durchs nächtliche Bangkok, er trifft Arbeiter, Straßenverkäufer, Bettelelefanten und Go-Go-Girls und futtert auf dem Nachtmarkt Insekten mit Mozart-singenden Thailänderinnen. In einem solchen Format konnte Willemsen seine Stärken ausspielen: Seinen Enthusiasmus, seine Zugewandtheit und seine Beobachtungsgabe. Dieses Buch ist kein Reiseführer und keine Kulturstudie, es ist eher eine Sammlung von Vignetten und Beobachtungen, verfasst im typischen Willemsen-Duktus.
This book is not badly written actually but I couldn't get past page 50 because it is only a description of the city with no story behind it (or at least I didn't get to it) and that's just boring for me personally.
"Es wallen ein paar leichte Schwaden Pissegeruch über die Menge. Aber Weihrauch wird nachkommen, und das Bratfett wird folgen, und alles wird die Stimmung färben..."