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Der Schwur der Orks stellt nach Die Rückkehr der Orks den zweiten Romanauftritt von Peinkofers stinkenden, lärmenden und verschlagenen Antihelden dar. Wie es sich für eine anständige Fantasy-Fortsetzung gehört, ist das Übel, gegen das es geht, diesmal älter, böser und größer. Ansonsten hat dieses Buch freilich nicht viel Anständiges an sich: Balbok und Rammar sind die dreckigen Orks geblieben, die sie schon im Vorgängerroman waren.
Auch wenn ihre Bekanntschaften von früheren Abenteuern inzwischen edelmütige Könige und Königinnen sind, die sich um das Wohl ihres Volkes sorgen -- Balbok und Rammar interessieren sich vordringlich für's Fressen, Saufen und ordentliche Prügeleien. Ihre Mission erfüllen sie deshalb auch nicht unbedingt auf dem direktesten Weg -- dafür aber sicherlich auf dem amüsantesten. Den Umstand, dass sie dennoch für die Guten die Kastanien aus dem Feuer holen müssen, nutzt Peinkofer dabei zu einigen erquicklichen Seitenhieben auf die süßliche Moral herkömmlicher Fantasy-Kost.
Freilich gibt's hier und da auch heroische Momente: Corwyn, im ersten Band noch ein durchtriebener Kopfgeldjäger, erweist sich nun als wahrhaft verantwortungsvoller Herrscher, und selbst die Orkbrüder haben zuweilen sonderbare Anflüge von Loyalität. Im Vordergrund stehen bei Der Schwur der Orks allerdings nach wie vor zünftiges Gemetzel und derber Humor, ganz, wie es einem Orke zu Gesicht steht -- und wer sich nicht an mangelndem Feinsinn stört, wird diese Mischung so gierig verschlingen wie Rammar einen Kessel bru-mill. --Jakob Schmidt
471 pages, Paperback
First published January 1, 2007