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Ferne Verabredungen

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Die schönsten Erzählungen der Literatur-Nobelpreisträgerin Alice MunroDie in ›Ferne Verabredungen‹ versammelten schönsten Erzählungen der kanadischen Nobelpreisträgerin Alice Munro spiegeln das ganze Panorama ihrer Kunst. Da ist die junge Carla in »Ausreißer«, deren Fluchten sie doch nur wieder zu sich selbst führen, oder die Ehefrau in »Die Kinder bleiben hier«, die während eines scheinbar perfekten Urlaubs von einem Moment auf den anderen ihre Familie verlässt. Zum ersten Mal liegt auch die Erzählung »Die Dimensionen eines Schattens« auf Deutsch vor.Es sind Geschichten von verborgenen Sehnsüchten, die sich allmählich ihren Raum erobern, von kühnen Momenten des Ausbrechens – mal eindringlich, mal beunruhigend, doch immer voller Sympathie für das Leben und seine Helden.

Paperback

First published May 25, 2016

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About the author

Alice Munro

243 books6,690 followers
Collections of short stories of noted Canadian writer Alice Munro of life in rural Ontario include Dance of the Happy Shades (1968) and Moons of Jupiter (1982); for these and vivid novels, she won the Nobel Prize of 2013 for literature.

People widely consider her premier fiction of the world. Munro thrice received governor general's award. She focuses on human relationships through the lens of daily life. People thus refer to this "the Canadian Chekhov."

(Arabic: أليس مونرو)
(Persian: آلیس مانرو)
(Russian Cyrillic: Элис Манро)
(Ukrainian Cyrillic: Еліс Манро)
(Bulgarian Cyrillic: Алис Мънро)
(Slovak: Alice Munroová)
(Serbian: Alis Manro)

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6 (28%)
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7 (33%)
3 stars
6 (28%)
2 stars
1 (4%)
1 star
1 (4%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,466 reviews198 followers
May 26, 2016
Die Erzählungen dieses Bandes stammen aus Family Furnishings: Selected Stories, 1995-2014, Alfred A. Knopf 2014, zusätzlich ist von 1950 die kurze frühe Erzählung enthalten „Die Dimensionen eines Schattens“, die hier auf Deutsch zum ersten Mal in Buchform erscheint. Deutsche Leser finden damit sechs längere Erzählungen Munros (50 bis 70 Seiten Umfang), von denen jede aus einem anderen in Deutschland erschienenen Erzählband stammt. Die Wahrscheinlichkeit, dass man noch nicht alle Erzählungen kennt, ist also hoch.

In „Jakarta“ erzählt Munro von der Situation ihrer eigenen Frauen-Generation während die Kinder noch klein waren. Zwei Freundinnen beobachten andere Mütter und deren lautstarkes, demonstratives Muttersein. Sonje hat von ihrem Mann mitgeteilt bekommen, welche Romane sie als seine Ehefrau zu lesen hat und trägt ihre Pflichtlektüre brav mit an den Strand. Ohne Wissen ihres Mannes leistet sie sich allerdings den Luxus eines eigenen Geschmacks und liest zwischendurch Texte, die sie interessieren. Die Handlung spielt zur Zeit des Kalten Krieges, als die Bewertung von Ost und West, Gut und Böse nach einfachen Mustern erfolgte. Frauen sollten möglichst vor dem 25. Lebensjahr verheiratet sein und bald Kinder bekommen. Schwangere dagegen waren Kunden nicht zuzumuten und wurden zur freiwilligen Kündigung gedrängt.

In "Die Kinder bleiben hier" gibt der Schwiegervater seinem Sohn und der jungen Mutter Pauline seine Vorstellungen von Elternschaft vor. Brians und Paulines Urlaube mit den Eltern sind eine Fortsetzung von Brians Kindheit. Kritik am Großvater darf es nicht geben. Konflikte mit dem Sohn werden in dieser Familie nicht direkt und auf Paulines Kosten ausgetragen, Freiräume, die Pauline sich durch ihr Laientheaterspiel zu verschaffen sucht, vom Ehemann unsensibel zerstört. Pauline erlebt Liebe zu etwas und jemand Unvorsehbarem und opfert dafür ihre Kinder.

In „Hasst er mich, mag er mich, liebt er mich, Hochzeit“ wird die verschachtelte Beziehung zwischen einem Paar erzählt, das Betrüger und Betrogener zugleich ist und eine sehr eigenartige Zweckbeziehung eingeht.

Fiona und Grant in "Der Bär kletterte über den Berg" sind ein altes Paar, das mit der psychischen Auffälligkeit oder beginnenden Demenz der Frau fertig werden muss. Sehr anrührend wird hier die Frage aufgeworfen, wie relativ Leiden ist und wie schwer es wiegen würde, rechnete man derzeitiges Leiden auf die gemeinsam gelebte Zeit um.

In „Bald“ kehrt eine junge Frau 1969 in ihr Heimatdorf zurück und muss sich Veränderungen im Haushalt ihrer Eltern stellen. Sie selbst lebt inzwischen Werte, die von ihren Eltern und deren Umfeld abgelehnt werden. Ihr Wunsch, das Elternhaus und ihren intensiven Vater-Tochter-Bund unverändert wie in ihrer Kindheit zu erleben, erweist sich als kindliche Vorstellung.

Mit Figuren, die aus dem Krieg zurückkehren oder von der Wirtschaftskrise betroffen sind, lassen sich einige Geschichten Munros der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit zuordnen. Während Männer im Krieg sind, müssen Frauen sich nicht für ihr Alleinleben oder ihr Selbstbewusstsein rechtfertigen und haben die Chance, Neues zu riskieren. Auch Heimkehrer (wie in "Zug") nutzen die Möglichkeit zum Neuanfang mit einer neuen Identität.

Munros frühe Erzählung "Die Dimensionen eines Schattens" erzählt von einer besonderen Beziehung zwischen einer Lehrerin und ihrem Schüler - und lohnt sich unbedingt zu lesen.

Munros Themen sind Lebensverhältnisse kanadischer Frauen und Mädchen in den 50ern bis 70ern. Mit fein beobachteten Alltagszenen wirft die Autorin die Frage auf, welche Zugeständnisse Frauen für ihre Vorstellung von Glück machen, was sie aufgeben für Vernunftbeziehungen, mit denen sie ihren Unterhalt und die Versorgung ihrer Kinder sicherstellen. Aufbruch, Trennung und Neuorientierung waren in den 60ern und 70ern charakteristische Themen.

Alice Munro erzählt auf wenigen Seiten ein ganzes Leben, hat Jonathan Franzen treffend über seine kanadische Kollegin festgestellt. Wer sich intensiv mit Munros Werk befasst, wird darin als biografischen Bezug zu ihrem eigenen Leben die unangepasste Frau finden, um die wegen ihres Schreibens oder ihrer nicht rollenkonformen Interessen befürchtet wird, dass sie keinen Mann finden wird. Für die biografischen Bezüge muss man sich nicht interessieren; meine Lektüre der Erzählungen Munros haben diese Verknüpfungen in Wozu wollen Sie das Wissen?: Elf Geschichten aus meiner Familie erheblich bereichert.



Profile Image for Gift.
804 reviews
September 10, 2019
Am Goodreads kann ich dafür keine Beweise finden, aber schon bei der ersten Geschichte hatte ich das Gefühl, Alice Munro davor gelesen zu haben. Ich sehe es vor meinen Augen - es war ein kleines Büchlein, in dem die Liebe zum Hauptthema gemacht wurde. Ich habe zwei Kurzgeschichten gelesen und gab dann auf, weil ich beide langweilig fand. Bei Fernen Verabredungen hatte ich dann ein Déjà-vu- Erlebnis. Alles war wie damals – die erste und die zweite Geschichte waren nicht schlecht, aber sie haben mich nicht bewegt. Ich spürte einfach überhaupt keine Emotionen und verstand nicht, warum es die Autorin für notwendig hielt, genau diese Geschichten zu erzählen.

Dieses Mal habe ich mich jedoch entschieden auch der dritten Erzählung in der Reihe eine Chance zu geben und das war meine Rettung. Ich glaubte auf einmal zu verstehen, warum Munro in der Welt der Literatur so geschätzt wird. Dieses Gefühl der Genugtuung kam während des Lesens immer wieder. Jetzt, fast 400 Seiten später, verstehe ich die Faszination von Alice Munro ein bisschen besser. Sie ist eine fordernde und abwechslungsreiche Autorin. Ihre Geschichten haben immer einen anderen und oft sehr unerwarteten Ursprung. Ihre weiblichen Figuren sind lebendig, mehrdimensional und umfassen nicht nur alle sozialen Schichten und Altersklassen, sondern auch komplett unterschiedliche Charaktere. Im Kontrast dazu sind die Männer immer die bösen, die emotional anstrengenden und Kummer oder Ärger verursachenden Protagonisten. In der gesamten Sammlung bin ich auf keinen einzigen, rein positiv dargestellten Mann gestoßen. Zu meiner eigenen Überraschung hat es mich aber gar nicht irritiert. Vielleicht auch deswegen, weil ich dabei immer wieder eine persönliche Note von Munro erkennen glaubte.

Im Großen und Ganzen kann ich also diese (zweite) Begegnung mit grande dame der Kurzgeschichten als positiv bewerten. Ich war zwar nicht begeistert, die Mehrheit ihrer Enden hat mich nicht überzeugt und einige Geschichten fand ich langweilig. Dennoch musste ich Alice Munro oft für ihre elegante Wortwahl und ihre abwechslungsreiche (Frauen-)Figuren bewundern.
Profile Image for Thomas Aebischer.
280 reviews11 followers
November 16, 2025
Ich muss gestehen, dass die Erzählungen von Alice Munro mich nicht begeistern konnten. Sie sind gut geschrieben, ohne Pomp, filigran und unaufgeregt und trotzdem berührten mich die Geschichten wie auch der Schreibstil nicht so sehr. Wenn ich diese Erzählungen vergleiche - was man vielleicht nicht tun sollte - mit den denen von Ernest Hemingway oder von F. Scott Fitzgerald, beide passionierte Erzähler, so gefallen mir sowohl der leichtfüssig rokokohafte Stil von Fitzgerald oder auch der skelettartige grobe Stil von Hemingway besser. Da berühren mich sowohl die Geschichten, die zum Teil auch dem Alltäglichen entspringen, wie auch die Umsetzung mehr. Ist aber alles Geschmackssache.
Profile Image for Soffi.
5 reviews
January 11, 2023
Super schön geschrieben, eine wahre Kunst. Die Geschichten haben mich leider nur nicht so gefesselt bzw. nicht ganz meinen Geschmack getroffen.
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