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Ein Jahr in Lissabon: Auswandern auf Zeit

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Sie hatte sich rettungslos In die Schiffshupen, die vom Tejo herauf tönten, das Surren der Kaffeemaschinen, das aus den Pastelarias drang, in die Frau, die in einem Holzkistchen ihren Kanarienvogel spazieren führte, den Schuhputzer, der sein Werkzeug ordnete und in die beiden alten Herren, die auf einer Parkbank ihr Nickerchen hielten. Sie war Hals über Kopf verschossen in die Poesie dieser Stadt - und musste einfach bleiben. Für länger. Für ein ganzes Jahr.

Paperback

First published September 19, 2013

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About the author

Sylvia Roth

3 books

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Barbara Friedl.
150 reviews1 follower
July 17, 2017
Mein erste Buch aus der Reihe und ich kann die negativen Meinungen darüber nicht verstehen. Es ist super geschrieben, lustig, zeigt die Mentalität der Portugiesen und nebenbei lernt man noch ein bisschen Portugiesisch. Ein muss für Alle, die Portugal besuchen wollen.
Profile Image for Jos.
169 reviews
October 28, 2013
Ich bin zurück aus Lissabon.
Tatsächlich saß ich zwar zu Hause auf meinem Sofa, aber gedanklich habe ich die ganze Stadt besucht, alle Feste mit gefeiert, habe am Tejo Sardinen gegrillt und beim Gedenken an die Revolution rote Nelken verteilt.
Und “schuld” daran ist Sylvia Roth. Sie hat mich mitgenommen nach Portugal und hat mich teilhaben lassen an ihrem Jahr im Land des Fado….

“Ein Jahr in Lissabon” ist ein Highlight der Herder Serie.

Sylvia Roth studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte in Freiburg, Wien und Köln und arbeitet heute als Operndramaturgin. Ein Kulturstipendium führt sie in ihre Lieblingsstadt Lissabon.

Ohne die Sprache zu beherrschen zieht sie gen Süden, richtet sich in einem Zimmerchen bei einer Gastfamilie ein und taucht Hals über Kopf ins portugiesische Leben.

Sie arbeitet in einem Museum, das in einem alten Palast untergebracht ist und findet – trotz Sprachproblemen – sehr schnell Anschluss. Die Gastfamilie, die Kollegen, der Verkäufer nebenan, die Wartenden an Bushaltestelle, überall hat sie das Gefühl, willkommen zu sein. Schnell lernt sie, sich zu verständigen und schließt Freundschaften. Die Portugiesen scheinen ein sehr freundliches und offenes Volk zu sein. Und die Autorin lernt in den ersten Wochen noch etwas, das sogar ein wenig wichtiger als die Sprache ist, “nao corra” – renne nicht. Diese zwei Wörter stehen für Gelassenheit, für weniger Anspannung, für die portugiesische Art, mit dem Leben umzugehen, es einfach zu leben und zu genießen. Und wenn man einen Bus verpasst hat, kommt mit Sicherheit der nächste.

Dadurch dass Roth selbst die Sprache erst erlernen muss, bekommt auch der Leser einen guten Eindruck vom Portugiesisch. Oft tauchen Sätze in der Originalsprache auf, die aber gleich danach übersetzt werden. Was mich bei “Ein Jahr in der Provence” fürchterlich gestört hat, passt hier ganz wunderbar ins Buch. Als sie sich eines Tages stundenlang mit einem alten Mann unterhält, den sie bei einem Konzert kennengelernt hat und merkt, dass sie zum ersten Mal alles versteht, freut man sich regelrecht mit ihr.

Besonders gut hat mir gefallen, dass man nicht nur den Alltag in Lissabon kennenlernt und all die Feste und Besonderheiten der Stadt, sondern auch viel von der Geschichte mitbekommt. Fakten werden hier sehr unterhaltsam mitgeteilt. Aber auch die Probleme des Landes und der Stadt werden nicht verschwiegen. Die Eurokrise hat der Bevölkerung arg zugesetzt, viele haben ihren Job verloren, viele ihr Geld. Und die deutschen Politiker, die – zusammen mit der EU – dem Land das Spardiktat auferlegt haben, sind verhasst. Glücklicherweise unterscheiden die Portugiesen aber zwischen Merkel und Co und den deutschen Bürgern, die wenig dafür können, dass auch in Portugal wenig Rücksicht auf den kleinen Mann genommen wird.

Doch trotz aller Probleme und Schwierigkeiten haben sich die Menschen dort ihre Freundlichkeit und das “nao corra” bewahrt. Und das trägt sicher auch zu Roths Begeisterung für diese Stadt bei, die auf jeder Seite des Buches zu spüren ist.

Und noch etwas fällt auf, der schöne und gleichzeitig etwas anspruchsvollere Schreibstil. Normalerweise sind die Bücher dieser Reihe locker und leicht geschrieben, aber auch einfach. Hier ist es anders, “Ein Jahr in Lissabon” hat mehr Anspruch, die Sprache ist anders – das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Und eigentlich habe ich Lust, die Koffer zu packen und mir all das mal vor Ort anzusehen! Gerade das Glossar hinten im Buch wird mir sicher dabei helfen, mich zurecht zu finden.

Fünf Sterne für Roth und ihre Lieblingsstadt
Profile Image for Anne Goldschrift.
327 reviews411 followers
March 29, 2016
Worum gehts:

Sylvia Roth hat ein Kunststipendium bekommen, und darf nun ein Jahr in der Stadt verbringen, in die sie sich Hals über Kopf bei ihrem ersten Besuch verliebt hat: Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt, mit ihrer gelben Straßenbahn, den vielen alten Häusern und kleinen Gassen besitzt ihren ganz eigenen Charme und bezaubert von Anfang an. Sie wohnt in einer Gastfamilie, arbeitet in einer tollen Galerie und lernt die Sprache in Windeseile. Für Sylvia Roth ein durch und durch gelungenes Jahr.

Meine Meinung:

Leider muss ich sagen, dass dieses Buch nicht unbedingt zu meinen Favoriten aus der "Ein Jahr in..."- Reihe zählt, und um ehrlich zu sein kann ich nicht einmal benennen wieso. Geht man von meinen "klassischen Kriterien" aus, ist nichts dabei was mich wirklich stört: Der Schreibstil und der Lesefluss sind gut, bringen einem Lissabon gewiss auch näher und auch an dem einen oder anderen Geheimtipp für Lissabonreisende mangelt es nicht, und dennoch hat die Autorin es auf diesen 190 Seiten nicht geschafft, mich zu einem Besuch zu animieren. Zwar liest man aus jeder Seite ihre Begeisterung für die Stadt heraus, lernt unbekannte Ecken und Eigenheiten der Portugiesen kennen und trifft herrlich eigene Persönlichkeiten, und trotzdem kam bei mir kein Interesse auf. Mir fehlt die Begründung, warum ich denn nun dorthin gehen sollte.

Außerdem beginnt ab einem gewissen Punkt es mich ein wenig anzustrengend, dass Sylvia Roth mit ihrem über die Monate größer werdenen portugiesisch Wortschatz auch immer mehr davon auzugehen scheint, dass wir Leser dies mit dem Lesen ihres Buches auch können. Zunehmend wird auf Übersetzungen verzichtet, was mir den Spaß an ihren Unterhaltungen mit anderen genommen hat. Klar, es sind immer nur einzelne Sätze, und trotzdem hätte ich gerne gewusst was sie sagt.

Und auch, dass es zum Großteil nur im Kunst und Kultur geht, konnte mich nicht überzeugen. Ich möchte auch Sehenswürdigkeiten, Ausgehtipps, Auflüge oder Alltägliches.

Alles in allem war es kein schlechtes Buch, definitiv nicht, aber bisher eines der schwächsten die ich aus der Reihe gelesen habe.
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