Ich habe dieses Buch ohne jegliche Erwartungen begonnen, weil jemand es mir geschenkt hat, und hatte weder den Titel noch die Rückseite wirklich gelesen, als ich zu Lesen begonnen habe, und als ich dann feststellen musste, dass es sich um ein relativ geschichtliches Buch handelte, das auch noch in Berlin spielte, hätte es für mich eigentlich vorbei sein müssen, weil ich weder viel von Geschichte halte noch von Berlin als Schauplatz, aber irgendwie hat Charlotte von Mahlsdorf es geschafft, dass ich trotzdem dran geblieben bin, und ich hatte auch eindeutig eine gute Zeit mit dem Buch. Ich habe eine Menge gelernt, sowohl über sie (ich hatte von ihr vorher noch nie gehört), als auch ein wenig mehr über Geschichtliche Geschehen, und ich war überrascht, wie oft ich Bilder im Kopf hatte, zu dem, worüber sie geschrieben hat, nur um dann dank eines Fotos festzustellen, dass sie genau den Ort beschrieben hat, den ich mir vorgestellt habe. Eigentlich bin ich nicht sonderlich gut mit Namen, wozu auch Straßennamen und Gebäude zählen, weshalb es mich überhaupt nicht gewundert hätte, wenn ich absolut nichts hätte zuordnen können, aber scheinbar war mein Aufwachsen in Berlin gepaart mit ihren Beschreibungen gut genug, dass ich auch ohne die Straßen immer zuordnen zu können, wusste, was Sache ist. Ein wenig schade war es, zu lesen, dass sie das Schloss gerne wieder aufgebaut gesehen hätte, und zu wissen, dass es inzwischen wieder steht, sie es aber nicht mehr sehen konnte, weil sie zu dem Zeitpunkt leider schon lange verstorben war, aber sonst war alles großteils einfach sehr schön zu lesen, lehrreich, und ich habe sie wirklich gerne bei ihrem Spaziergang "begleitet". Vielleicht hätte das Buch auch mehr Sterne bekommen, wenn ich etwas mehr Interesse an der Thematik hätte oder es mehr ein Buch gewesen wäre, das man einfach hätte lesen können (leider war das für mich nicht der Fall, teilweise war es schon ziemlich anstrengend), aber so bekommt es vier Sternen für eine sehr interessante Zeit mit neuen Erkenntnissen.
[Teilweise wird in dem Buch außerdem veraltete Sprache genutzt. Da es sich um ein altes Buch handelt und Charlotte von Mahlsdorf offensichtlich über sich selbst schreibt, fand ich es nicht störend, kann mir aber vorstellen, dass es Leute stören könnte, auch wenn es nicht oft vorkommt.]