Ein interessanter, historischer Roman ueber eine Frau, die die Traditionen der Zuenfte durchbricht. Das Buch ist sehr unterhaltend geschrieben, so dass man es gar nicht mehr weglegen kann.Amazon Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Einzige Zeugin ist die Wäscherin Martha. Sie ergreift die Chance, verheimlicht den Tod Sibyllas und setzt ihre eigene Tochter Luisa, die Sibylla immer schon sehr ähnlich gesehen hat, an deren Stelle.Luisa ist froh, keine Wäscherin mehr zu sein, doch die Furcht entlarvt zu werden, verlässt sie nie. Als sie sich in den Arzt Isaak Kopper verliebt, gerät sie in Bedrängnis. Denn die Regeln der Zunft schreiben vor, dass sie einen Meister heiraten muss, wenn sie die Kürschnerei behalten will. Wie wird sie sich entscheiden?
Die Geschichte ist spannend, interessant und in sich schlüssig. Leider bleiben am Ende ein paar Dinge ungelöst, die ich gern erfahren hätte. Was mich sehr gestört hat, sind die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler, z.B. heißt es an einer Stelle: "Meine Großzügigkeit hat seinen Preis." Aua! Oft werden Worte ausgelassen, falsche Pronomina verwendet usw. So liest sich der Roman etwas holperig. Sehr gut finde ich, dass hier das Leben einer sehr emanzipierten Frau erzählt wird, die es tatsächlich so ähnlich gegeben hat.
Oh, die Pelzhändlerin lag ja fast fünf Jahre auf meinem MTBR. Nun habe ich sie gelesen und bin erschüttert - hat mein Geschmack sich so sehr geändert oder ist dieser Roman von Ines Thorn wirklich so schlecht? Mal abgesehen davon, dass hier wohl mal wieder das Lektorat geschlafen hat, konnte ich der Figur der Sibylla nicht viel abgewinnen. Auch die Schilderung ihres Aufstiegs kommt mir langweilig runtergeschrieben vor.
Allerdings vergleiche ich momentan auch die historischen Romane mit dem König der purpurnen Stadt von Rebecca Gablé, den ich gerade lese und der soviel mehr Detailliebe und Tiefe bietet als dieses Buch.